Anschlag in Lower Manhattan

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Marion
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von Marion »

Na, ich war nicht wirklich "online" in Facebook, da wir uns eigentlich einen schönen Abend gemacht haben und da sind Handys tabu. Allerdings leuchtete plötzlich der Ticker auf "Anschlag in Manhattan", deshalb hatte ich nicht mitbekommen, dass du schon andere Sachen gepostet hast. Wie auch immer, auf die naheliegende Idee mit WhatsApp bin ich gar nicht gekommen.
gila
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von gila »

Ich habe WA absichtlich nicht benutzt bei meinen Leuten um sie nicht zu beunruhigen, falls sie nichts davon mitbekommen haben.... 2 von ihnen waren noch nie in NY ... und dann am ersten Tag gleich ein Anschlag - ist eher blöd gelaufen um es mal so auszudrücken. Habe deshalb nur mal was unverfängliches gefragt.... und erst spät Rückmeldung bekommen, da sie nie im WLAN waren... so "alltäglich" dieser Terror mittlerweile geworden ist, wenn du Leute hast, die zu dem Zeitpunkt gerade dort sein könnten und sich nicht sofort melden, ist es einfach eine sch*** Situation, egal ob Terror oder Verkehrsunfall oder was auch immer.
(Und diese FB Funktion find ich auch nicht gut, aber entspannend für Angehörige *g*)
IscheNYC
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von IscheNYC »

gila hat geschrieben:(Und diese FB Funktion find ich auch nicht gut, aber entspannend für Angehörige *g*)
wenn sie FB nutzen, ja ;)
mein vater war beschaeftigt, luther filme zu schaun, als ich ihm ne whatsapp schrieb, dass ich ok bin, hat er dann mal auf ntv umgeschaltet. meine mutter hat sich bis heute nicht nach ihrem einzigen kind erkundigt :lol: :lol: :lol:
ratemal
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von ratemal »

Mir macht bei diesen ganzen beschissenen feigen terroristischen Anschlägen am meisten die Tatsache zu schaffen, daß es Leute wie "du und ich" sind, die in einer ganz alltäglichen Situation oder eben im Urlaub ("im schönsten Moment") einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sind und dann schwer verletzt werden oder sogar sterben.
Und dieses "normale Mensch"-Ding macht auch, daß ich dann, obwohl ich diese Leute nicht kenne, traurig bin.

Genau dieses "es kann jeden von uns jederzeit treffen" ist so mies.
Damals bei 9/11 habe ich mich oft gefragt, wie ich reagieren würde, wenn ich wüßte, ich komme da nicht mehr 'raus.
Keine Ahnung - ich hoffe, ich gerate nie in so eine ausweglose Lage.

Bei Naturkatastrophen oder z.B. beim Kampf gegen Hunger in der Welt kann man wenigstens auch selbst irgendwas Kleines tun.
Und wenn es "nur" eine Geldspende ist.

Beim Kampf gegen den verdammten Terrorismus steht man als "Normalo" ja vollkommen aussen vor.
Kein halbwegs normaler Mensch kann diese hirngewaschene radikale Gesinnung verstehen, da bleibt auch kein Interpretationsspielraum.

Das sind verachtenswerte Menschen, die sich unmenschlich verhalten.
Bronco Bomber
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von Bronco Bomber »

Gestern hat es in Thornton, liegt in der Nähe von Denver, 3 Tote gegeben weil ein US-Amerikaner in einem Walmart um sich geschossen hat.

Es kann einen immer, überall und zu jedem Zeitpunkt treffen, dabei ist es dann auch egal welche Motive hinter der Tat stecken.

Die Gefahr, in den USA, von einem Einheimischen getötet zu werden ist aber immer noch ein vielfaches höher als Opfer eines Terroristen zu werden.

Es ist zum kotzen das die Menschen nicht in der Lage sind in Frieden zu leben!
Stern.Schnuppe
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von Stern.Schnuppe »

Meine Meinung:
Ja, es kann einen immer mit irgendwas treffen. Aber manchmal kann man die Chancen einfach reduzieren, in den USA z.B. durch ein Waffenverbot.
In diesem "Je suis.." "Spiel" finde ich es unangebracht darauf zu verweisen, dass bei anderen Aktivitäten die Chance hoeher sei, zu sterben. Absolut gesehen, erhöhen Terrorattacken die Anzahl der Opfer oder der Toten. Das bringt Tote auch nicht wieder zurueck. Ich lebe persoenlich auch nicht nach dem Motto "es haette schlimmer sein koennen." und finde mich mit schlechten Dingen ab.
Ich denke auch, die Leute stumpfen durch die vielen Terrorattentate ab. Oh, ein Terroranschlag. Dann kommen wieder die Worte auf FB "Unsere Gedanken sind bei den Opfer". Der Aufschrei. Weiter gehts mit dem eigenen Leben, als nichts gewesen waere, waehrend die Familien der Opfer zurueckbleiben. Solange man wohl selbst kein Opfer wird, funktioniert diese Strategie sicherlich gut.
Frueher war die Anzahl dieser Terrorattacken einfach geringer.
Vielleicht sollte man Religionen und deren Lehren verbieten.
Bronco Bomber
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von Bronco Bomber »

Es gab früher mehr Terror, nur waren die Medien bei weitem nicht so gut ausgebaut wie heute ;)

Ich, für meinen Teil, stumpfe nicht ab sondern stelle den Terror da hin wo er hingehört.
Die Gefahr einem, normalen, Verbrechen zum Opfer zu Fallen ist eben um ein vielfaches höher als bei einem Terroranschlag dabei zu sein.

Pro Tag sterben über 25 Menschen in den USA durch Mord mit einer Schußwaffe, aber das wird heutzutage einfach hingenommen während man bei einem Anschlag sofort ganze Religionen und Menschengruppen aus dem Land verweisen, oder nicht einreisen lassen, will.

Die Menschen stumpfen nicht beim Terror ab, sie sind gegenüber der anderen Verbrechen abgestumpft und nehmen nur noch den Terror wahr.
Ausnahmen gibt es dann nur noch bei großen Anlässen wie Las Vegas oder Sandy Hook.
Marion
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von Marion »

Für die amerikanische Zivilbevölkerung sind diese bescheuerten Waffengesetze eine große Gefahr und ich kann nicht verstehen, dass sie diese nicht ausschalten. Denkt nur mal an das Shooting in Las Vegas, was für Reaktionen kamen denn danach? Naja, da kann man halt nix machen. Wenn aber ein durchgedrehter Tschetschene mit einem Pickup losfährt, stellt man die gesamte Einwanderungspolitik samt Green Card auf den Prüfstand. Verstehe ich nicht.
gila
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von gila »

Eine größere Gefahr für Leib und Leben ist es wohl, den Waffen-Verfassungszusatz anzugreifen. *kopfschüttel* Ich denke eher, die Mentalität ist einfach komplett unterschiedlich und man kann nicht einfach erwarten, dass wir Menschen auf der Welt gleich denken über Gefahren bzw. den Tod, Menschenrechte...
Für "uns" Europäer war es auch mal absolut ehrenhaft (im Namen der christlichen Kirche) in fremde Länder zu fahren, zu töten, zu plündern... wir haben uns seither auch ein klein wenig weiterentwickelt.

Und was die Politik aus dem Problem der Einwanderung macht (weltweit) zeigt nur, dass es das eine Land schlechter oder besser macht. Den goldenen Gral hat keiner gefunden. Die einen sind restriktiv mit intelligenten oder blöden Regeln, die anderen haben alle Grenzen geöffnet ohne große Kontrollmöglichkeiten und keine der Methoden hat bisher den Terror unterbinden können.
Oder noch vor wenigen Jahren kam Terror in Europa aus dem eigenen Land, Irland, Spanien, England...

... an all dem kann ein schlechter Clown mit schlechter Frisur gar nichts ändern wenn er so weitermacht.
Marion
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von Marion »

Man darf ja auch nicht vergessen, dass einige Terroristen im jeweiligen Land geboren wurden und sich irgendwann radikalisiert haben. Wie will man das verhindern? Es ist nicht immer die Gefahr von außen, mitunter sitzt sie schon mittendrin.
gila
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von gila »

Ein schlauer Verbrecher/Attentäter/Terrorist/Mörder.... schafft es immer in ein Land zu kommen oder unauffällig zu leben bis er zuschlägt. Genausowenig wie das Flüssigkeiten-im-handgepäck-Verbot jemanden davon abhalten kann eine Bombe zu bauen.
Und auch wenn man nicht an eine Schusswaffe rankommt, gibt es genug kreative Wege, ein Mordinstrument zu bauen/zu finden.

Wo ein Wille, da ein Weg.

Für mich ist der einzige Weg aus diesem Horror Bildung, Aufklärung und Bekämpfung der Armut. Leicht gesagt...
Vor allem arme, ungebildete Menschen lassen sich so geschickt manipulieren um im Namen einer Gesinnung/Religion/whatever Verbrechen zu verüben und sich dabei als Gewinner zu fühlen. Und es ist ja kein Wunder, dass bestimmte Regierungen absichtlich wenig in Bildung investieren um ihre Schäfchen dumm und lenkbar zu belassen. Wer nichts anderes kennenlernt, muss dem glauben, was ihm von oben gesagt wird. Und das ist jetzt nicht nur auf eine Bevölkerung bezogen, die zu viel zu großen Teilen einen schlecht frisierten Clown als Leitbild sieht...
supercoach
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Re: Anschlag in Lower Manhattan

Beitrag von supercoach »

gila hat geschrieben:Oder noch vor wenigen Jahren kam Terror in Europa aus dem eigenen Land, Irland, Spanien, England...
Marion hat geschrieben:Man darf ja auch nicht vergessen, dass einige Terroristen im jeweiligen Land geboren wurden und sich irgendwann radikalisiert haben. Wie will man das verhindern? Es ist nicht immer die Gefahr von außen, mitunter sitzt sie schon mittendrin.
Man muß sich nur an die Jahre nach dem Deutschen Herbst erinnern, als die sinnlosen Morde innerhalb Europas von Landsleuten begangen wurden (RAF, IRA, ETA etc.). Mittlerweile ist alles zwar ein klein wenig globaler geworden, aber dadurch wird es nicht weniger schlimm. Für die Angehörigen und die (überlebenden) Opfer macht es keinerlei Unterschied, welcher Gesinnung ein Täter angehört. Oder ist das Trauma weniger schlimm, wenn es ein durchgeknallter Ami ist, der mit einer amerikanischen Waffe um sich ballert?

Ich persönlich sehe es da wie IscheNYC: Man kann sich davor nicht schützen und passieren kann einem tagtäglich etwas. Ich beeinflusse das, was ich beeinflussen kann und zähle in der Öffentlichkeit keine Geldscheine oder laufe nachts alleine durch dunkle Parks. Das mache ich hier in Köln nicht und dann mit Sicherheit auch in keiner anderen Stadt der Welt.
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