Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

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supercoach
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Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

Beitrag von supercoach »

Unser Jahresurlaub 2019 führte uns von L.A. aus erstmal ins Landesinnere und dann wieder zurück nach San Francisco. Im Vorfeld habe ich sehr, sehr viel recherchiert, zusammengetragen und daraus ein Roadbook erstellt, das uns auf dem Trip begleitet hat.

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Vielleicht will mich ja jemand begleiten... 8)
supercoach
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Re: Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

Beitrag von supercoach »

(Hinweis: Die nachfolgenden Zeilen wurde alle vor Ort geschrieben und im nachhinein nur noch kleinere Schreibfehler korrigiert.)

Samstag, 31.08.2019 (Tag 0): Frankfurt

Nachdem wir den Urlaub gebucht hatten, kam uns die Überlegung, ob wir vielleicht schon einen Tag vorher ganz entspannt nach Frankfurt fahren sollten, um den Urlaub so zu starten. Wir konnten eine Übernachtung im Hilton am Frankfurter Flughafen ergattern (für 140 Euro) und mußten am Abflugtag dann “nur noch aus dem Bett fallen”, um die Koffer abzugeben. Die Fahrt mit dem ICE in der 1. Klasse gab es für 60 Euro. Diese 200 Euro war es uns wert. Und so begann unser Urlaub noch einen Tag früher mit entspannten Saunagängen und einem leckeren Abendessen.

Sonntag, 01.09.2019 (Tag 1): Frankfurt – Los Angeles

Die Abgabe des Gepäcks war völlig unproblematisch. Lediglich ein Blick auf meine Boardkarte ließ kurzzeitig “Freude” aufkommen: Die magische Buchstabenkombination “SSSS” war dort zu lesen. Man durfte also gespannt sein, was mich erwarten würde. Hatte ich in letzter Zeit etwas verbrochen? Mir fiel partout nichts ein. Als wir zum Boarding gingen, löste sich der erste Teil des Geheimnisses auf: Ich wurde direkt an die Seite gebeten und von einem Mitarbeiter an der langen Warteschlange vorbeigeführt. Es erwartete mich die ganz normale Personenkontrolle und anschließend wurde mein Handgepäck auf Sprengstoff untersucht, wie ich es schon mal auf dem Weg nach New York erlebt hatte. Als das (erstaunlicherweise negative) Ergebnis feststand, war ich im Sicherheitsbereich und hatte durch das Überholen der Warteschlange ganze 20 Minuten gewonnen. Gar nicht so schlecht, die vier S!

Nachdem wir 10,5 Stunden später in Los Angeles gelandet waren, begaben wir uns zum Automaten für die Einreisekontrolle. Nachdem wir alle Fragen beantwortet hatten, wurde unser Antrag abgelehnt und wir mußten doch an einen richtigen Schalter. Das betraf aber sehr viele der Einreisenden. Das übliche Prozedere (Foto, Fingerabdrücke, einige Fragen) wartete auf uns und war schnell erledigt. Ich wurde gefragt, ob ich das erste Mal in die Vereinigten Staaten einreisen würde. Als ich das verneinte, fragte mich der Officer, wann ich letztmalig eingereist war und wohin. Ich gab ihm die Antworten, die er auf seinem Bildschirm sah und schon durften wir zum Gepäckband, wo unser Gepäck bereits seine Runden drehte. Vor dem Flughafen gingen wir zum Shuttle, der uns zum Car Rental brachte, wo wir den reservierten Mietwagen aholten. Wir durften uns einen der abgestellten Pkw aussuchen und entschieden uns für einen blauen Hyundai Elantra. Koffer rein und los!

Das Navi führte uns fast zielsicher zu unserer Unterkunft für die drei Übernachtungen in Los Angeles. Dabei machten wir die erste Erfahrung mit dem extrem gut ausgebauten Autobahnnetz in und um L.A.
supercoach
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Re: Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

Beitrag von supercoach »

Montag, 02.09.2019 (Tag 2): Los Angeles

Als wir nach einer kurzen Nacht (Hallo, Jetlag!) um 03.45 Uhr hellwach waren, schalteten wir zunächst den Fernseher ein und ließen uns ein wenig berieseln. Dabei fiel uns dann auf, daß heute “Labor Day” war – also Feiertag in den Vereinigten Staaten. Dementsprechend war bestimmt weniger auf den Straßen los, so daß wir uns für heute einen Plan überlegten, bei dem wir das Auto benutzen wollten. Ich bastelte eine Route zurecht, für die meine Frau mich am Ende des Tages verfluchen würde…

Wir begannen im Osten und fuhren zunächst nach Pasadena. Dort suchten wir die drei Häuser auf, die im Film “Zurück in die Zukunft” die Häuser von Biff Tannen, Lorraine und George McFly darstellten. Nächster Programmpunkt war das Haus von Michael Myers aus “Halloween”, das Blacker House (“Zurück in die Zukunft”), das Gamble House (“Zurück in die Zukunft”) und schließlich das Stadion, in dem 1994 das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft stattgefunden hatte: Rose Bowl.

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Von Pasadena arbeiteten wir uns westwärts vor, blieben in Burbank jedoch zunächst “Zurück in die Zukunft” treu und besuchten den Burger-King-Parkplatz, wo sich Marty McFly, nachdem er aus dem Haus von Doc Brown kommt, mit seinem Skateboard an einem Auto festhält. Und als ich dort mit der Kamera stand und fotografierte, kam ein Mann an mir vorbei und seine rhetorische Frage lautete “Back to the future?”, woraufhin sich ein kurzes Gespräch ergab. Als ich ein paar Fotos gemacht hatte, fuhren wir weiter zum Wohnhaus von Marty McFly. Danach ging es zur Brücke, von wo aus der Lkw in “Terminator 2” zur Verfolgungsjagd das Geländer durchbricht und in den Kanal fährt, bevor wir thematisch beim gleichen Film blieben und das Haus der Pflegeelten von John Connor ablichteten.

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Anschließend legten wir eine größere Wegstrecke zurück und fuhren zum Rock Store, einem Drehort des Films “Die City-Cobra”. Hier fand ein Biker-Treffen statt, denn vor dem Diner standen bestimmt 50 Motorräder und die dazugehörigen Fahrer. Im Film sah der Ort so verlassen aus und so in etwa hatte ich mir das auch für meine Fotos gewünscht. Nun war das genaue Gegenteil der Fall. Ändern konnten wir das aber nicht und so nahmen wir es so, wie es war. Ich machte einige Fotos, wir gingen in den kleinen urigen Shop und fuhren weiter zur Ronald Reagen Presidential Library, dem weitesten Punkt der heutigen Route / Liste.

Dort angekommen stellten wir fest, daß hier wesentlich mehr los war als generell auf den Straßen. Die waren nämlich bislang erstaunlich frei, während wir hier doch ein ganzes Stück weit weg vom eigentlichen Parkplatz am Straßenrand parken mußten. Es war mittlerweile über 30 Grad und die Straße, die wir nun zu Fuß gehen mußte, führte begauf, so daß wir naßgeschwitzt an der Eingangshalle ankamen. Nach kurzer Wartezeit blätterten wir §25 Eintritt pro Person hin und durften uns frei im Museum bewegen. Die Da-Vinci-Ausstellung ließen wir aus. Mich persönlich interessierten auf jeden Fall das Oval Office und die Air Force One. Beides bekamen wir auch zu sehen und durften es auch betreten (Leider ist in der Air Force One das Fotografieren verboten.). Das Museum ist sehr schön gestaltet und gibt die Lebensgeschichte von Nancy und Ronald Reagan ansprechend wieder. Und ganz am Ende, als es im letzten Raum des Museum um den Tod und die Beerdigung von Ronald Reagan geht, hat man tatsächlich ein paar Tränen in den Augen. Nach 2,5 Stunden verließen wir das Museum, begaben uns zu unserem Auto und verließen Simi Valley wieder.

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Bis hierhin lief alles ganz reibungslos. Wir hatten 13.30 Uhr und mein Plan war insoweit aufgegangen, daß ich auch zeitlich so kalkuliert hatte, daß das bisherige Programm einen halben Tag benötigt. Leider war der Plan für die zweite Tageshälfte nicht mehr umsetzbar. Warum? Es fing noch ganz gut an. Wir fuhren zurück nach Los Angeles, wo ich das Haus fotografieren wollte, in dem Michael Jackson 2009 gestorben war. Das Haus selber kann man zwar von der Straße aus nicht sehen, aber zu finden ist das Grundstück problemlos.

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Von dort aus sollte es zum “Pierce Brothers Westwood Village Memorial Park” gehen, einem Friedhof, auf dem zahlreiche Prominente beerdigt sind (u. a. Marilyn Monroe, Dean Martin, Burt Lancaster, Robert Loggia, Karl Malden, Walter Matthau, Farrah Fawcett, Billy Wilder, Peter Falk, Jack Lemmon und Janet Leigh). Und dieser Friedhof ist für amerikanische Verhältnisse extrem klein, so daß man ihn problemlos zu Fuß begehen kann. Selbst für deutsche Verhältnisse wäre das ein sehr kleiner Friedhof. Problem: Wir haben keine Parkmöglichkeit gefunden und auch keinen Eingang. Beziehungsweise war der Eingang, den man von der Straße aus sehen konnte, mit zwei Toren verschlossen. Lag das am Labor Day oder waren wir einfach zu doof? Wir fuhren dreimal um den Block, wurden aber nicht fündig, so daß wir die Suche abbrachen.

Anschließend sollte es eigentlich zum Sterbeort von Marilyn Monroe gehen, was wir aber ersatzlos strichen, weil sich mittlerweile so langsam der Hunger bemerkbar machte. Aber das sollte ja kein Problem sein, denn bislang sahen wir alle paar hundert Meter irgendeine Freßbude. Bislang…

Es sollte zum Santa Monica Pier gehen. Und auf dem Weg dorthin kamen wir tatsächlich an nichts vorbei, was nach Restaurant aussah. Gut, ein gutes Stück fuhren wir über die Autobahn. In Santa Monica angekommen, quälten wir uns durch einen kleinen Stau. Die Blechlawine schob sich nur sehr langsam vorwärts und am Santa Monica Pier war der Parkplatz und die Zufahrt dorthin geschlossen. Auf der Kreuzung standen Police Officer und winkten alles weiter. Also konnten wir zwar den Pazifik sehen, aber nirgendwo parken. Am Straßenrand schoben sich parallel zu den Autos auf der Fahrbahn die Menschenmassen entlang. Uns war relativ schnell klar, daß wir das zum einen auf gar keinen Fall wollten, aber zum anderen sowieso keinen Parkplatz finden würden. Santa Monica Pier gestrichen und damit auch Venice Beach.

Weiter ging’s auf der Suche nach etwas Eßbarem. Ins Navi hatten wir mittlerweile die Adresse vom “Nakatomi Plaza” eingegeben, welches eigentlich die Firmenzentrale von Fox ist, als wir am Horizont das goldene M aufblitzen sahen. Also fuhren wir unseren Hyundai auf den Parkplatz des Spezialitätenrestaurants und besorgten uns unser Mittagessen. Und als wir dort saßen und meine Frau sichtlich genervt vom bisherigen Tagesprogramm war, überlegte ich, ob wir Fox Plaza, das Hilton Beverly Hills, Two Rodeo Drive, das Petersen Automotive Museum und die Angel Wings sein lassen sollten und dafür lieber aufgrund der freien Straßen zum Los Angeles Memorial Coliseum fahren sollten. Das würde einen Programmpunkt des morgigen Tages entfernen, so daß wir dort ein wenig mehr Zeit hätten. Man konnte halt nicht alles und mußte irgendwann auch erkennen, daß man mit seinem Vorhaben gescheitert ist. Und dieser Punkt war jetzt erreicht.

Nach dem Essen fuhren wir also zum Los Angeles Memorial Coliseum, wo leider die Sonne sehr ungünstig stand, aber irgendwas ist ja immer! Wir suchten einen Parkplatz und fanden ihn fast unmittelbar vor dem Stadion. Bezahlen mußten wir tatsächlich nichts. Ich schnappte mir meinen Kamerarucksack und wir drehten eine Runde entlang des Vorplatzes vom Stadion. Leider konnte man nicht ganz nah an das Stadion, in dem die Olympischen Spiele 1932 und 1984 stattgefunden hatten, ran. Ich hätte zu gerne einen Blick ins Oval geworfen, aber das war nicht möglich. Südöstlich des Coliseums steht mittlerweile das Bank of California Stadium, das Stadion des Los Angeles FC. Auch hier machte ich einige Bilder, ehe wir wieder zum Auto zurück gingen und die Heimreise zum Hotel antraten.

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Um 20.00 Uhr abends fielen uns nach knapp 16 Stunden so langsam die Augen zu…
Alexander_P
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Beitrag von Alexander_P »

Der Beginn einer mit Sicherheit tollen Reise. ich bin gespannt wies weiter geht.
Marion
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Re: Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

Beitrag von Marion »

Ich reise auch mit! :)
Fotoloco
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Re: Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

Beitrag von Fotoloco »

Bin auch dabei. Schöne und große Bilder. :daumen2:
Bei uns mache ich Pläne, für die mich mein Mann erstmal für verrückt erklärt. Das war aber nur beim ersten Roadtrip so. Er wäre glatt nicht mit mir zur Neverland Ranch gefahren. Und geklappt hat doch alles! Seither sagt er nichts mehr :mrgreen:
Mathilda
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Beitrag von Mathilda »

Ich bin auch dabei!
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Beitrag von supercoach »

Fotoloco hat geschrieben:Bin auch dabei. Schöne und große Bilder. :daumen2:
Bei uns mache ich Pläne, für die mich mein Mann erstmal für verrückt erklärt. Das war aber nur beim ersten Roadtrip so. Er wäre glatt nicht mit mir zur Neverland Ranch gefahren. Und geklappt hat doch alles! Seither sagt er nichts mehr :mrgreen:
Vielen Dank!
Meine Frau schüttelt auch immer mit dem Kopf. :mrgreen:
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Beitrag von supercoach »

Dienstag, 03.09.2019 (Tag 3): Los Angeles

Nachdem meine Frau bereits seit 03.00 Uhr wach war und ich auch eher durchwachsen schlief, begaben wir uns am frühen Morgen an die frische Luft. Das Coliseum hatten wir ja bereits gestern besucht und so standen heute Downtown und Hollywood auf dem Programm. Zunächst suchten wir uns zwei E-Scooter, mit denen wir zur nächsten Metro-Haltestelle fuhren. Von dort aus ging es für $1.75 pro Person ins Zentrum von Downtown.

Der erste und südlichste Programmpunkt war das Staples Center. Die Sonne brannte bereits vom Himmel und die Temperaturen waren fast schon unerträglich, als wir uns auf den Weg dorthin machten. Die Straßen waren erstaunlich leer und vor dem Staples Center war rein gar nichts los. Einige wenige Touristen machten Fotos von den aufgestellten Statuen, wie ich es auch tat, aber ansonsten sah man fast keine Menschen.

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Anschließend kehrten wir auf dem Weg zum US Bank Tower erst einmal bei Denny’s ein, um zu frühstücken. Gestärkt vom wirklich sehr leckeren Frühstück konnte es weitergehen. Zunächst gingen wir jedoch am US Bank Tower vorbei, weil ich zum Pershing Square wollte, um von dort aus die Rückseite des Millenium Biltmore Hotels zu fotografieren. Eddie Murphy fuhr seinerzeit als Axel Foley in “Beverly Hills Cop” mit seinem schäbigen Auto hier vor und auch die Szene, als er den observierenden Cops eine Banane in den Auspuff drückte, wurde hier gedreht. Als die Fotos im Kasten waren, kehrten wir um und gingen zum US Bank Tower.

$50 Dollar ärmer und wenige Minuten später standen wir im Aufzug nach oben, um OUE Skyspace zu besuchen, die Aussichtsetage des Gebäudes. Die zusätzlichen 8 Dollar für den Skyslide, bei dem man auf einer Filzmatte eine Glasrutsche außerhalb des Gebäudes eine Etage herunterrutscht, sparten wir uns. Wir machten etliche Fotos, mußten aber feststellen, daß der Ausblick bei weitem nicht so beeindruckend ist wie vom Rockefeller Center in New York City.

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Als wir wieder auf der Straße angekommen waren, gingen wir zum Angel’s Flight, der ehemals kürzesten Standseilbahn der Welt. Spektakulär? Nö, aber ganz nett anzuschauen. Viel interessanter hingegen war der exakt gegenüberliegende Grand Central Market. Hier spazierten wir ein wenig durch die Gänge und ließen uns von den verschiedenen Gerüchen und Ständen beeindrucken, denn im Grand Central Market reiht sich ein Lebensmittelstand an den anderen. Links gibt es asiatische Küche, rechts davon deutsche Currywurst und hinter einem indisches Essen. Sehr schön und absolut einen Besuch wert!

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Wir verließen den Grand Central Market und orientierten uns weiter nach Norden, denn ich wollte noch ein paar Fotos der Walt Disney Concert Hall machen. Als die erste metallene Außenhaut der Konzerthalle installiert wurde, war sie durch die Sonneneinstrahlung so heiß und hat diese reflektiert, daß der Belag auf den Gehwegen geschmolzen ist. So zumindest war es in einem Fun Fact beim Besuch des OUE Skyspace zu lesen.

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Zwei Blocks südlich der Concert Hall befand sich die nächstgelegene Haltestelle der Metro, die wir ansteuerten, um nach Hollywood zu fahren. Die Temperaturen waren mittlerweile weiter gestiegen, weshalb uns die zahlreichen Kilometer, die wir bereits zurückgelegt hatten, dann doch ein wenig zu schaffen machten. Zudem gab es einen kleinen Höhenunterschied von Straßenblock zu Straßenblock zu überwinden und der Rucksack auf dem Rücken wurde auch nicht leichter. Nicht gerade zuträglich für die persönliche Verfassung war der eklatante Temperaturunterschied zwischen extrem klimatisierten Innenräumen und der frischen Luft. Ich persönlich fand es in den klimatisierten Räumen wesentlich angenehmer, während es bei meiner Frau genau andersrum war. Moment! Hatte ich eben “frische Luft” geschrieben? Frisch konnte man die Luft hier in L.A. nun wirklich stellenweise nicht nennen. Uns fiel auf, daß es hier an sehr vielen Häuserecken nach Urin riecht (und zwischendurch immer mal wieder nach Marihuana) – also eine Wohltat für die Sinne!

Darüber hinaus fielen uns die etlichen Obdachlosen in Downtown auf. Hier schien es mehr davon zu geben als anderswo. Und schon waren wir im Untergrund verschwunden und saßen in der Bahn nach Hollywood, dem touristischen Zentrum der Stadt. War es da schön? Nein. Die Nepper, Schlepper und Bauernfänger wuselten umher und waren immer auf der Suche nach leichter Touri-Beute. Okay, das ist jetzt vielleicht ein wenig zu salopp ausgedrückt, aber es fiel schon auf, daß hier der Touri an sich umgarnt wird. Klar, im Urlaub sitzt das Geld halt lockerer und jeder will was davon abhaben. Freddy Krüger bietet sich für ein Foto an, der Zeichner würde für kleines Geld ein Porträt von einem zeichnen, andere haben Blanko-Sterne und die passenden Buchstaben zur Hand, um sie für die Touristen so auf dem Walk of Fame hinzulegen, daß sie ein Erinnerungsfoto machen können. Selbstredend kostet das Hinlegen der Buchstaben etwas.

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Wir besuchten Madame Tussauds, wo es uns wirklich sehr gut gefallen hat. Die Räume waren nicht zu klimatisiert und auch nicht überfüllt, so daß man in Ruhe alles fotografieren und anschauen konnte. Der Komplex rund um das TCL Chinese Theatre und das Dolby Theatre hingegen war überhaupt nicht unser Ding. Viel zu voll, wenig Glamour und lediglich die an den Wänden angebrachten Namen der Oscar-Gewinner für den besten Film deuteten auch nur entfernt darauf hin, was sich einmal im Jahr hier abspielt. Auch die Fuß- und Handabdrücke vor dem Chinese Theatre hatte ich persönlich mir ein wenig pompöser vorgestellt. So aber guckten wir nur und machten wenig Fotos. Im Hard Rock Café gab es (leider) nichts, was unseren Ansprüchen genügte, so daß wir nur noch den Fotospot in der Mall “Hollywood and Highland” aufsuchen wollten, um von dort aus das Hollywood Sign abzulichten. Was soll ich sagen? Man kann den Schriftzug sehen, aber das als Fotospot zu deklarieren? Na ja.

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Hollywood-Fazit: Nicht schön, überfüllt, laut, kann man sich sparen. Anschließend suchten wir uns zwei E-Scooter und fuhren zum Hotel zurück. Das waren also die Tage in Los Angeles. Vorher konnte man überall lesen und hören, daß die Stadt ein Moloch sei. Viel zu groß und unüberschaubar. Jetzt hatten wir eigene Erfahrungen gemacht und die deckten sich (erstaunlicherweise) mit denen, von denen man vorher gehört hatte. Los Angeles mag der Inbegriff des kalifornischen Lifestyles sein, aber es ist in der Tat so unfaßbar groß, daß man gar nicht alle Facetten in so kurzer Zeit anschauen bzw. auf sich wirken lassen kann. Wahrscheinlich muß man zwei Wochen hier sein, um alles zu sehen und sich ein wirklich fundiertes Urteil erlauben zu können. In lediglich zwei Tagen war es nur die Aneinanderreihung von Fotospots garniert mit einigen touristischen Highlights oder dem, was man gemeinhin dafür hält.

Mein Highlight in den zwei Tagen war mit Sicherheit das Los Angeles Memorial Coliseum, wobei wir ja relativ wenig davon gesehen haben. Aber ich erinnerte mich noch genau an die Spiele von 1984, an die Eröffnungsfeier und den Mann mit dem Raketenrucksack, als wir vor dem Stadion standen. Wahrscheinlich war hier die Erinnerung das Schöne.

Meine Frau konnte trotz reiflicher Überlegung kein wirkliches Highlight nennen.

Übrigens weiß ich jetzt auch, wie man die Autobahnen hier beschreiben kann. Wer sich an “Gummitwist” erinnert, der weiß es schon: Alles hängt zusammen, niemand blickt sofort durch, aber trotzdem geht’s nachher auf.

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Marion
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Re: Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

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Von Hollywood war ich auch unglaublich enttäuscht. Muss ich auch echt nie wieder hin. LA war so ganz allgemein nicht meins.
Chris2504
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Re: Südwesten der U.S.A. (CA - AZ - UT - NV)

Beitrag von Chris2504 »

ich reise auch gerne mit :-)
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Mittwoch, 04.09.2019 (Tag 4): Los Angeles – Palm Springs

Und wieder waren wir früh wach. Also konnten wir auch früh beim Wohnmobilverleiher sein, was auch geklappt hat. Nach dem Checkout im Hotel ging es auf direktem Wege durch den morgendlichen Stau zunächst einmal wieder Richtung Flughafen, weil wir unseren Mietwagen abgeben mußten. Von da aus brachte uns ein bestelltes Taxi zur Übernahme unseres Wohnmobils. Als wir an der angegebenen Adresse ankamen, war jedoch davon weit und breit nichts zu sehen. Gott sei Dank hatten wir das Gelände aber schon in der Vorbeifahrt von der Autobahn aus gesehen, denn ansonsten hätten wir wahrscheinlich geglaubt, unser Taxifahrer wollte uns ausrauben oder entführen. Der war jedoch ebenso hilflos wie wir. Nach einer kurzen Suche wurden wir dann jedoch fündig, luden unser Gepäck aus, gaben dem armenischen Taxifahrer (zumindest vom Namen her) Trinkgeld und standen vor dem Office des Wohnmobilverleihers. Die Übernahme sollte eigentlich erst ab 12.00 Uhr erfolgen und wir waren 90 Minuten zu früh. Wir waren frohen Mutes, als wir uns angemeldet hatten, daß es vielleicht etwas eher klappen könnte…

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Letzten Endes hat es nicht eher geklappt. Uns wurde bei der Übernahme alles erläutert, wir räumten das Gepäck ein und schon konnte die Fahrt losgehen. Der erste Stopp war selbstverständlich ein Walmart. Dort gingen wir durch die Gänge und arbeiteten unsere Einkaufsliste ab. Trotzdem wanderte vieles in den Einkaufswagen, was nicht notiert wurde. Knapp 219 Dollar wurden es, die wir dem Unternehmen überließen. Meine Frau kaufte sich noch ein preiswertes Mountainbike, um eventuell während des Roadtrips ein wenig Sport machen zu können.

Anschließend ging es zum ältesten noch in Betrieb befindlichen McDonald’s, bevor wir zwei weitere Drehorte von “Zurück in die Zukunft” ansteuerten: Zunächst war die Whittier High School angesagt und dann die Puente Hills Mall, wo Doc Brown auf dem Parkplatz erstmalig den DeLorean testet. Beide Drehorte waren einfach zu finden. Zudem lagen die drei Spots sowieso grob auf der Route raus aus dem Großstadtdschungel.

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Mittlerweile war es bereits früher Abend geworden und wir fuhren gen Osten, denn wir wollten nach Palm Springs. Eigentlich sah mein allererstes Gedankenspiel zu Hause noch vor, daß wir es vielleicht heute bis zum Joshua Tree National Park hätten schaffen sollen. Unmöglich, wie wir mittlerweile wußten. Die Autobahn wurde zunächst einmal nicht leerer und nicht schmaler. Unfaßbar, wieviele Menschen sich Kilometer von L. A. entfernt noch auf den Straßen bewegten. Wir rauschten an Malls und Tankstellen vorbei, wirklich ländlich wurde es aber nicht. Mittlerweile brannten die gleißenden Lichter der hinter uns fahrenden Pkw und Lkw in den Außenspiegeln und vor uns verschwommen die roten Lichter fast schon zu einem einzigen breiten Streifen. Im Rückspiegel konnten wir der Sonne bei ihrem Untergang zuschauen. Als sie verschwunden war und die Nacht kam, wurde das Fahren aber immer noch nicht entspannter. Die ungewohnte Größe des Vehikels und der extrem schlechte Straßenzustand taten ihr Übriges dazu. Irgendwann wurden die Straßen dann tatsächlich schmaler und die Meilen nach Palm Springs weniger – zwar sehr langsam, aber immerhin. Als wir dort ankamen, stellten wir fest, daß wir keinerlei Hinweisschilder auf Campgrounds fanden, wie es in Kanada der Fall war.

Also mußten wir das Internet bemühen, um eine Adresse zu suchen. Auf dem Campground war das Office bereits geschlossen und man sollte sich einen der freien Stellplätze nehmen, was wir auch taten. Erfreulicherweise hatten wir einen Stromanschluß, so daß die Klimaanlage funktionieren sollte – tat sie aber nicht! Wir räumten unsere Taschen aus und verstauten alles in den Schränken. Die hohen Temperaturen sorgten dafür, daß uns der Schweiß nur so am Körper runterlief. Es gab keine Gebrauchsanweisung für den Camper, so daß wir auch nicht nachsehen konnten, wie wir die Klimaanlage einschalten konnten. Nach einer guten Stunde kamen wir dann mal auf den Gedanken, bei der Stromversorgung zu schauen, ob die Sicherungen, die ich vermeintlich beim Anschließen eingeschaltet hatte, auch wirklich eingeschaltet waren. Waren sie natürlich nicht! Und zack, schon lief die Klimaanlage. Der Fehler war also der, daß ich die bereits eingeschaltete Sicherung ausgeschaltet hatte. Aus Kanada hatte ich in Erinnerung, daß die Sicherungen immer ausgeschaltet waren, wenn kein Stecker eingesteckt war.

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Sieben Stunden später waren wir schon wieder wach. Das Thermometer zeigte morgens um 06.13 Uhr bereits 31 Grad!
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