Ich muss da nochmal hin!

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Neutrum
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Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Neutrum »

Hallo zusammen,

jetzt sind wir, meine Tochter und ich, schon seit einem Monat zurück aus NYC, und ich bin noch nicht dazugekommen, einen Bericht zu schreiben. Heute fange ich aber endlich an, meine Erinnerungen zusammenzukratzen. (Ein ganz tolles Cewe-Fotobuch hilft mir dabei!) Mal sehen, wie weit ich komme.

Ich bin sicher nicht die große Reiseberichtschreiberin, aber ein kleines Feedback möchte ich schon gerne geben. Schließlich macht jeder seine eigenen Erfahrungen, und es ist schön, diese mit Gleichgesinnten zu teilen.

Obwohl meine Ergüsse nicht durchgehend chronologisch sein werden, fange ich ganz vorne an: bei der Übernachtung im Steigenberger Hotel Frankfurt-Langen. Die Nacht vor dem Abflug dort zu verbringen, war eine gute Entscheidung. Wir sind in aller Gemütlichkeit am Freitagnachmittag ca. 1,5 Stunden zum Flughafen gefahren, um erst mal einzuchecken. Obwohl am Singapore-Schalter nur ein einziges Pärchen vor uns war, hat man uns freundlich an den freien Business-Schalter gebeten. Nicht schlecht.

Im Hotel konnten wir uns dann einen Tiefgaragenplatz aussuchen. Sagte zumindest die sehr freundliche Dame an der Rezeption. Tatsächlich und unerwartet haben wir noch drei freie Plätze in der abenteuerlich angeordneten Tiefgarage gefunden und den geräumigsten – hüstel – genommen. Autoschlüssel und Fahrzeugpapiere verschwanden im Tresor und haben hinfort das Tageslicht 8 Tage lang nicht mehr gesehen. In der Bar haben wir dann etwas gegessen und mit einem Glas Sekt – ich meinte natürlich mit zwei Gläsern, jeweils :party: – auf die Reise angestoßen, danach sind wir zur Verdauung durch das romantische Industriegebiet marschiert. Das Zimmer war sehr ok und mit allem Notwendigen ausgestattet. Der Shuttle am nächsten Morgen war pünktlich und voll besetzt, dauerte ca. 20 Minuten. Frühstück (oder wie man das nennen kann, was man herunterbekommt, wenn man Flugangst hat – meine Tochter lacht nur darüber) hatten wir im Flughafen, aus preislichen und logistischen Gründen.

Von allen Fluglinien, die ich bisher hatte, bietet SIA in der Tat den besten Service. Was ich allerdings gar nicht leiden kann, sind diese kleinen Bildschirme direkt vor der Nase. Das Essen – vegetarisch für mich – war sehr lecker! Als Sitznachbarin hatten wir eine sehr nette und sehr hübsche Perserin, die vor 8 Jahren aus verständlichen Gründen den Iran verlassen hat. In New York besuchte sie eine Freundin, die sie seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat, zur Hochzeit, und zwar ohne dass die Freundin das vorher wusste.

Am JFK dann war die Schlange vor der Immigration erfreulich kurz, gefühlte 5 Minuten. Wir hatten mit Sicherheit den lustigsten Beamten erwischt – keiner außer uns hat laut gelacht. :rofl: Beispielsweise hat er in den Unterlagen geblättert, mich angeschaut: „Mother?“ Wieder in den Papieren gekruschtelt, meine Tochter angeschaut: „Daughter?“ Und dann, ohne aufzuschauen: „And where ist the father? Oh, I know, you left him at home, he has to do the work.“

Tja, nun waren wir da, und es hat in Strömen geregnet. Richtig heftig. Aber zuerst einmal mussten wir uns am Transportation desk melden. Ungefähr eine halbe Stunde später hat uns der Fahrer eingesammelt und es ging Richtung Manhattan. Der Shuttle war zwar voll, die erhoffte Stadtrundfahrt hatten wir trotzdem nicht, da wir bereits die zweiten waren, die aus dem Fahrzeug gebeten wurden.
Zum Hotel: siehe Hotelbericht.

Tja, nun war es erst 12 Uhr mittags. Das heißt, wir konnten noch nicht einchecken, aber wir wurden registriert und es wurde uns angeboten, uns über Handy zu informieren, wenn ein Zimmer fertig ist. Das habe ich aber abgelehnt, die Zeit bis 15 Uhr wird schon rumgehen, dachte ich. Wir haben unsere Koffer abgegeben und sind zum Erstschnuppern raus gegangen. Trotz Regenschirm war meine Hose bald bis oben hin nass. Igitt! Nach einer gefühlten Ewigkeit – was waren wir müde! – gingen wir wieder zurück ins Hotel. Hups: Ganze dreißig Minuten waren erst vergangen! Na gut. Dann haben wir es uns eben im Foyer bequem gemacht und haben mit den mühsam aufgehaltenen Augen diskret das Leben um uns herum beobachtet. (Warum müssen manche Personen – in Trainingshose und Unterhemd - eigentlich die wirklich schönen, stilvollen Möbel mit mitgebrachtem Essen vollkrümeln und danach die Abfallberge einfach liegen lassen? Genauso hat eine französisch sprechende ältere Dame, die optisch einen recht noblen Eindruck machte, sich mit den Fingernägeln die Zähne gereinigt und die Ergebnisse einfach weggeschnippt – man hat das Zeugs fliegen sehen. :( ) Vor Langeweile und Entsetzen sind wir dann in die Hotelbar und haben Kaffee mit Baileys getrunken. Schmeckt das in NY eigentlich immer nach Baileys mit viel heißem Wasser? Wir haben es aber trotzdem und erst recht genossen.

Nach dem Zimmerbezug sind wir nochmal los und haben so obligatorische Dinge wie Subwaycard und Infomaterial besorgen erledigt, den Explorerpass abgeholt etc.

Eines muss ich gleich noch sagen: Wir haben gerade mal die Hälfte dessen, was wir uns vorgenommen hatten, gemacht bzw. gesehen. Zum einen habe ich die dafür benötigten Zeiten falsch eingeschätzt, die Wartezeiten hier und dort, die zurückzulegenden Wege (obwohl RELATIV kurz) etc. Zum anderen möchte man nicht einfach irgendwo hin rennen, sondern sich auch mal – also eigentlich ständig – einfach ziellos treiben lassen, um die Eindrücke aufzusaugen. Jetzt verstehe ich auch, was Marion mit Sightseeingstress meint, und dass es in NYC viel schöner sei, wenn man den mal hinter sich hat, ja ja!

Ich hatte mir übrigens nicht vorgestellt, dass alles so nah beieinander liegt. Aber hallo! Vom Hotel ein paar ziellose Schritte in die eine Richtung, ist man am Timessquare, und – huch – da ist ja schon die Rockefeller Plaza, und da, kaum um’s Eck, die Radio City Music Hall. Dasselbe in jeder anderen Richtung, ruck zuck standen wir vor dem Chryslerbuilding und dem ESB, am Grand Central Terminal oder wo auch immer.

Aber hey, wann schläft man in NYC eigentlich? Es ist dort Tag und Nacht so interessant, dass diese Frage zum echten Problem wurde. Wäre ja auch schade, die in jeder Hinsicht teure Zeit zu verschlafen!

Warum fragt eigentlich jeder nach dem Wi-ef-Bi Stuttgart, wenn man sagt, dass man aus der Nähe von Stuttgart kommt? Lustig. Leider musste ich die Fragesteller enttäuschen, in dem ich die schonungslose Wahrheit dieser Saison offenbarte. (Niemand kannte Hoffenheim – hups, die Rechtschreibprüfung kennt es auch nicht!) Ein Hotelangestellter hat geäußert, Stuttgart besteht doch nur aus der Königsstraße, sobald man links oder rechts davon läuft, ist da nichts mehr. Also wenn man Stuttgart mit NYC vergleicht… ja, doch… 8)

Was besonders auffallend war, ist die Freundlichkeit der Menschen. Jeder zielstrebig eilende Passant hat sofort eine Vollbremsung hingelegt, wenn man eine Frage hatte, hat ausführlich Auskunft erteilt und noch einen schönen Tag gewünscht. (Man lernt die Einheimischen recht schnell von den Touris zu unterscheiden.) In der Subwaystation braucht man nur dämlich aus der Wäsche zu gucken, schon fragt eine unbeteiligte Person „you need directions?“ Wie toll ist das denn… Auch die Disziplin in und vor der Subway hat mich sehr beeindruckt. (Hier sind wir da leider meilenweit davon entfernt!)

Ein Herr mittleren Alters, der Geld für eine Suppenküche sammelte, stellte die obligatorische Where-do-you-come-from-Frage. Dann, nach unserer Antwort: „ Are you kidding? My Ex-Girlfriend Heidi Klum is from Germany!” Haha, jaja! :lol:

Später mehr!
Marion
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Marion »

Ja, ja... Der Sightseeing-Stress ;) Wir sind ja nun auch schon etwas herumgekommen in der Welt, aber das "Ratlos-Gucken" funktioniert nur in New York und ich bin immer wieder begeistert davon. In anderen Städten dieser Welt kannst du mitsamt deinem Stadtplan und oder ratlosem Gesicht verschimmeln, da fragt dich keiner, ob du Hilfe brauchst. Das liebe ich an den New Yorkern und auch, dass man unheimlich schnell ins Gespräch kommt. Da kommt ein kleiner joke geflogen und schon geht jeder wieder seiner Wege, das ist immer total nett :)
cni03
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von cni03 »

Hallo Neutrum,

schöne erste Eindrücke Eurer ersten New York-Reise ! :daumen1:

Super, wenn Ihr das mit dem "Treiben-lassen" frühzeitig gemerkt habt. :P

Aber seit wann ist Stuttgart in Nordbaden ? :shock: :wink:

Christof.
Neutrum
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Neutrum »

cni03 hat geschrieben:
Aber seit wann ist Stuttgart in Nordbaden ? :shock: :wink:

Christof.
Hihi... hier besteht natürlich dringend Klärungsbedarf. :wink:

Stuttgart, unsere Landeshauptstadt, ist hier die nächstgelegene Großstadt. 60 km entfernt.

Freilich, ich hätte auch sagen können, dass ich zwischen Heilbronn und Bruchsal wohne. :mrgreen:

Eine Dame aus Kalifornien, die ich mal in Israel kennengelernt habe, wollte es ganz genau wissen, sie kannte sich offensichtlich aus. "Oh, I used to live in Heidelberg for 2 years!" Na dann! :) Von so viel Detailwissen kann ich aber nicht automatisch ausgehen.

BTW: Meine Tochter - diejenige, die mit mir in NYC war - wohnt in Remshalden, keine 20 km von Stuttgart entfernt.

Jetzt sieht es schon anders aus, nicht wahr, Christof? :wink:

Gruß

Martina
Neutrum
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Neutrum »

Marion hat geschrieben:Ja, ja... Der Sightseeing-Stress ;) Wir sind ja nun auch schon etwas herumgekommen in der Welt, aber das "Ratlos-Gucken" funktioniert nur in New York und ich bin immer wieder begeistert davon. In anderen Städten dieser Welt kannst du mitsamt deinem Stadtplan und oder ratlosem Gesicht verschimmeln, da fragt dich keiner, ob du Hilfe brauchst. Das liebe ich an den New Yorkern und auch, dass man unheimlich schnell ins Gespräch kommt. Da kommt ein kleiner joke geflogen und schon geht jeder wieder seiner Wege, das ist immer total nett :)
:daumen2: :daumen2: :daumen2: :daumen2:
tom46
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von tom46 »

aber ein kleines Feedback möchte ich schon gerne geben
Schade, NUR ein kleines Feedback ???
Wie sieht ein lange Feedback bei Dir aus :mrgreen:

Aber lass Dich deswegen nicht "einkürzen" :wink: - ich find es klasse, wenn man beim Schreiben wieder ins Schwärmen kommt und da man ja auch viel erlebt hat, hat man entsprechend natürlich auch viel zu Schreiben :daumen1:

Mehr :!: :!: :!:
cni03
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von cni03 »

Neutrum hat geschrieben:
cni03 hat geschrieben:
Aber seit wann ist Stuttgart in Nordbaden ? :shock: :wink:

Christof.
Hihi... hier besteht natürlich dringend Klärungsbedarf. :wink:

Stuttgart, unsere Landeshauptstadt, ist hier die nächstgelegene Großstadt. 60 km entfernt.

Freilich, ich hätte auch sagen können, dass ich zwischen Heilbronn und Bruchsal wohne. :mrgreen:

Eine Dame aus Kalifornien, die ich mal in Israel kennengelernt habe, wollte es ganz genau wissen, sie kannte sich offensichtlich aus. "Oh, I used to live in Heidelberg for 2 years!" Na dann! :) Von so viel Detailwissen kann ich aber nicht automatisch ausgehen.

BTW: Meine Tochter - diejenige, die mit mir in NYC war - wohnt in Remshalden, keine 20 km von Stuttgart entfernt.

Jetzt sieht es schon anders aus, nicht wahr, Christof? :wink:

Gruß

Martina
Klar, für die Amis ist Deutschland = Bayern + Heidelberg + Hamburg + Berlin. Wenn jemand Stuttgart kennt, hat er vermutlich schon einen Degree in Geowissenschaften o.ä. :wink:
Zuletzt geändert von cni03 am 14.12.2008, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
VanniElle
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von VanniElle »

Neutrum hat geschrieben:Ich bin sicher nicht die große Reiseberichtschreiberin, aber ein kleines Feedback möchte ich schon gerne geben.
Da muss ich widersprechen!
Fand den Bericht sehr spannend, witzig und unterhaltsam.
Auch als Leser fühlt man sich da immer wieder an "seine" NYC-moments zurückerinnert!

Danke dafür! ;-)
Neutrum
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Neutrum »

Vielen Dank für die positiven Reaktionen! :D :oops:

So, weiter geht’s. Ich schreibe einfach, was mir so einfällt. Vielleicht hangele ich mich an den Highlights entlang, mal sehen.

Also zum Beispiel der Gospel-Gottesdienst in Harlem am Sonntagvormittag. Dank (ausnahmsweise) schlampiger Vorplanung habe ich das Gotteshaus, in das ich eigentlich wollte, nicht gefunden. Wir sind mit der Subway durch die unsichtbare Upper East Side nach Harlem gefahren. Dann an der vermeintlich richtigen Station ausgestiegen und gesucht. Und nichts gefunden. Aber es war dort ganz interessant, alles so ganz anders, ein tolles Flair, wie ich finde. Nachdem ich mir meine organisatorische Niederlage eingestanden habe, ist mir eingefallen, dass es in Harlem ja überall Gospelgottesdienste geben soll. Also einfach weitermarschieren und spähen. Und tatsächlich entdeckten wir ein Gebäude, in das schick angezogene Leute strömten. Eine Dame bestätigte unseren Verdacht und sagte, dass der Gottesdienst in etwa 10 Minuten anfängt. Perfekt!

Wir wurden sehr herzlich begrüßt und haben auf einer Bank Platz genommen. Der Gottesdienst war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Viel Musik, sehr leidenschaftlich und sehr lang. Ganze 20 Minuten lang wurde der Herr wegen der Wahl Obamas gepriesen. Unter anderem wurde ein ca. 6 Monate altes Baby getauft, wie alle anderen Kinder hat es sich die ganze Zeit über still verhalten. Wow! Neben Lisa saßen zwei Jungs von ungefähr drei bis vier Jahren. Die waren so süß, dass ich sie einfach fotografieren musste. Lisa hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass „die Frau dort drüben“ etwas von mir will. Also hin zu der Frau. Sie war die Mutter eines der beiden Kleinen und hat mich gebeten, ihr die Fotos per E-Mail zu schicken. Das habe ich inzwischen gemacht und sie hat sich sehr dafür bedankt, und sie hofft, dass ich New York noch einmal besuchen werde. Danke, Monica! Das hört man gerne! :wink:

Sehr effektiv war die Form des Spendeneinsammelns. Bank für Bank wurde man nach vorne komplementiert (es gab kein Entkommen!), wo man seinen Obolus in von drei Personen gehaltene Opferkörbe, so groß wie Eimer, gab. Dann lief man auf der anderen Seite wieder hoch und nahm wieder Platz. Nach dem Gottesdienst wurden wir sehr herzlich verabschiedet und man bedankte sich für unseren Besuch.

Beflügelt sind wir dann einfach durch die Straßen gezogen (da haben wir es wieder!). Das Wetter war herrlich, keine Wolke am Himmel! Nachdem wir in einem Deli eine Kleinigkeit gegessen hatten, wollten wir zurück nach Midtown. Ähm… wusstet ihr, dass man zweimal an einer Subwaystation vorbeilaufen kann, ohne sie zu bemerken? Also schnell einen jungen Mann nach der „Subway“ gefragt… wie doof man manchmal ist… Er fragte mich dann, ob ich die Station oder den Fast Food meine. Autsch! :hau:

Abends wollten wir ja zum Radio City Christmas Spectacular. Also irgendwann zur Radio City Music Hall, um den Gutschein gegen Karten einzutauschen. Die Schlange dort war schon sehr lang. Eine offiziell aussehende Dame habe ich gefragt, ob ich mich hier anstellen muss, wenn ich einen Gutschein eintauschen möchte. Hab ihr den Gutschein auch gezeigt. Ja, sagte sie, hier muss ich mich anstellen. Also gut. Eine halbe Stunde und zwei Meter später kam ein Herr aus der Türe nebenan und sagte, es müssten Leute mit Gutschein hier sein. (Woher er das bloß wusste?) Wir raus aus der Schlange und dem Herrn gefolgt. Er führte uns an einen Schalter mit nur einer Person vor uns. Puh! Das war nicht das erste und nicht das letzte mal, dass wir Glück mit einer Schlange hatten.

Die Show selbst war super! Unter anderem war es klasse, per 3D-Brille mit einem Nikolausschlitten durch NYC zu fliegen. Und diese Rockettes! Respekt! Diese unglaubliche Perfektion! (Schaut es euch bei Gelegenheit einfach an!) Schon diese Veranstaltungshalle an sich hat das gewisse Etwas.

Ah ja, die City Sights Touren. Die Doppeldecker waren zwar überdacht, aber vorne offen, teilweise haben auch seitlich Scheiben gefehlt. Tausend Ferkel, hat das gezogen! Besonders bei der Nachttour habe ich elendiglich gefroren, trotz Wollmantel und dickem Schal. Es war trotzdem schön. Von Brooklyn aus, an der Brooklyn Bridge, bekamen wir Gelegenheit zum Fotografieren. Ein tolles Panorama, gerade nachts! (Erzähle ich hier eigentlich was Neues?) Übrigens haben wir die Tourguides ganz schlecht verstanden, wir sind ja nicht so geübt, schlampige Aussprache und suboptimale Technik taten ihr Übriges. Dann, den vierten Guide, haben wir endlich verstanden! Das Rätsel löste sich bald: Er kam aus Kanada!
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Ein schönes Herbstbild
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Guess where?
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Zuletzt geändert von Neutrum am 14.12.2008, 12:17, insgesamt 3-mal geändert.
Neutrum
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Neutrum »

Gerade fällt mir ein: Kann es sein, dass es in New York Leute gibt, die Aversionen gegen Deutsche hegen? Also: Im Musical „Hairspray“ (halber Preis dank TKTS, sehr quirlig, sehr lustig!) saß ein Herr von ungefähr Mitte Fuffzig neben mir, der (wie sollte es anders sein) sofort anfing, Small Talk zu halten. Dann, als ich ihm sagte, dass wir aus Germany kommen, ist er erstarrt, hat kein Wort mehr geredet und ist fünf Minuten später, noch vor Beginn des Musicals, auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Kann natürlich Zufall sein, vielleicht wurde ihm einfach auch ohne unseren Einfluss schlecht, oder was auch immer. :?

Wisst ihr, welcher Tipp aus dem Forum mir ein besonders nachhaltiges Erlebnis beschert hat? Den Sonnenuntergang auf dem TOTR zu erleben! Das war so einmalig schön! Wie die Sonne langsam immer weiter sinkt, wie nach und nach die vielen Lichter angehen... Amazing! Ich bin ständig im Kreis herumgerannt und habe Fotos gemacht, Stockwerk rauf, Stockwerk runter, rein zum Aufwärmen, weiter geht’s… (Übrigens empfand ich es als Riesenvorteil, dass es im November bereits vor 5 Uhr Nachmittags dunkel wird. So konnte man NYC im Hellen sowie im „Dunkeln“ ausgiebig genießen – beides hat seinen eigenen, ganz besonderen Flair!)

Aufs ESB wollten wir morgens, gleich zur Öffnungszeit. Aber wie soll man das machen, wenn man erst weit nach Mitternacht ins Bett kommt, am Morgen nur ein Bad für zwei Frauen zur Verfügung hat und ein fast übernatürliches Frühstücksbuffet wartet? Also, es war fast Elf, als wir am ESB ankamen. Die Schlange davor, jawohl: davor, auf der Straße, war so unglaublich lang, dass wir auf der Stelle umdisponierten und –drehten, mit dem Vorsatz, Disziplin walten zu lassen und es am nächsten Morgen besser zu machen. *pruuuuust* (Pardon!) Vor dem Morgen kommt die Nacht, und das Hardrock-Café war schuld. (Eine bessere Ausrede fällt mir gerade wirklich nicht ein.) Dort gab es tolle Musik, wir saßen an der Bar direkt vor den Bildschirmen mit den Musikvideos, war toll! Der Barkeeper hat uns irgendwann (wen interessiert die Zeit?), so nach zwei Bier (ich) und einem Cocktail (Lisa) Gläser mit merkwürdigem Inhalt hingestellt, einfach so. „What’s that? Poison?“ „It’s Absinth!“ Oh, aha. Also, mir hat es geschmeckt. Aber dann war es besser, zu gehen. Zum Hotel mussten wir ja glücklicherweise einfach nur immer geradeaus schweben, äh, laufen. :party2:

Am nächsten Spätvormittag sind wir nochmal wild entschlossen Richtung ESB marschiert und sahen erstmal – nichts. Besser gesagt, niemanden. Also rein mit uns, auch da wieder: niemand. Erst oben vor der Sicherheitskontrolle waren Leute vor uns. Es waren höchstens 10! Wenn das kein Glück ist! Es war übrigens gut, dass wir einen Audio Guide hatten. Ich dachte ja, man hört nur „dort ist das“ und „hier ist jenes“, aber nein, man erhält wirklich sehr viele Hintergrundinformationen, das war total interessant!

An diesem Tag war übrigens Veteran Day. Wir hatten Gelegenheit, die Parade anzuschauen, jedenfalls zum Teil, und ein Foto mit einem willigen Feuerwehrmann vor seiner fire engine zu machen (Der war sooooo nett, genauso der Mann, der uns unaufgefordert fotografiert hat.) Leider war ich dabei ungünstig erleuchtet, aber man kann nicht alles haben. 8)
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Fireman
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ESB-Schatten
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Central Park vom TOTR
Central Park vom TOTR
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Zuletzt geändert von Neutrum am 14.12.2008, 12:18, insgesamt 2-mal geändert.
Neutrum
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von Neutrum »

Ein ganz besonders Highlight war der Besuch der Met. Aber vor die Oper hat die Chefplanerin das Café Lalo gesetzt. Das war ganz leicht zu finden, hat viel Atmosphäre und leckere Dinge zum Essen und Trinken. Ist von euch auch schonmal jemand dort bedeppert vor den Toilettentüren gestanden und hat überlegt, welche denn nun die für Damen und welche die für Herren ist? Als Lisa dann die quasi Unisextoilette aufgesucht hat und ich alleine am Tisch saß, dachte ich mir, warum schaut der Typ da drüben mich an, wenn er mit seiner Begleiterin spricht? Später hat Lisa mir erzählt, dass der Typ da drüben, während ich auf der Toilette war, immer sie angeschaut hat, während er mit der Frau da sprach… Also, entweder er hat geschielt, oder er hat den Evolutionsauftrag ganz besonders ernst genommen. :roll: (Übrigens nimmt das Café Lalo keine Kreditkarten! Das ist manchmal gut zu wissen.)

Dann die Oper! Das war Hochgenuss! Aber langsam. Zuerst standen wir davor und durften noch nicht rein. Die Karten hatten wir ja schon nachmittags abgeholt. Lisa hatte dann einen Geistesblitz und hat den netten, aufpassenden Herrn gefragt, ob wir nicht rein könnten, um ein Glas Sekt zu trinken. Wer sagt’s denn? Das war das Sesam-öffne-dich! :baeh: Eben noch abgeblockt, wurde uns jetzt der Weg an die Bar gezeigt. Dort haben wir die Preisliste studiert, was ein gewisses Maß an Ernüchterung mit sich brachte. Das allerbilligste Getränk war der „House-Champagne“ zu 10 Dollar. Lisa entdeckte auf der Theke eine Flasche Freixenet und fragte den Barkeeper nicht ohne Entsetzen, ob das denn der House-Champagne sei? Er war es… Eigentlich ganz lustig, davon habe ich den halben Keller voll. Wir haben es genossen, aber die Plastik-Sektgläser passten irgendwie nicht ins Ambiente.

La Traviata ist ja meine Lieblingsoper, ich bin jedesmal am Heulen. :cry: Die Hauptrolle hatte die bezaubernde Anja Harteros inne, eine Deutsche, wie ihr wisst. Sie singt die Rolle in dieser Saison in New York und in Berlin. Und, hach, endlich mal wieder ein so richtig opulentes Bühnenbild! Wir hatten einen netten Platz auf einem der kleinen Balkone, von der Bühne aus gesehen rechts hinten, dritter Stock. Die Untertitel, die jeder von einem eigenen kleinen Bildschirm ablesen konnte, waren unter anderem sogar auf Deutsch. Besser hätte das Ganze nicht sein können! Es war wirklich ein ganz besonderer Abend. :D

Auf dem Heimweg, kurz vor Mitternacht in der U-Bahn, saß uns eine junge Dame im Minikleid, mit Ballerinas und OHNE Strümpfe gegenüber. Alle Achtung! Es war wirklich nicht warm!
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Café Lalo
Café Lalo
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Lisa mit "House-Champagne"
Lisa mit "House-Champagne"
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No comment
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Zuletzt geändert von Neutrum am 14.12.2008, 12:16, insgesamt 2-mal geändert.
IscheNYC
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Re: Ich muss da nochmal hin!

Beitrag von IscheNYC »

wie lustig, über die plastikgläser konnten muttern und ich auch nur den kopf schütteln. geschmeckt hat er trotzdem, der sekt ;-)
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