My american dream (finally comes true)

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Pimbolina
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My american dream (finally comes true)

Beitrag von Pimbolina »

Previously on "My American dream":

1998, irgendwann im August/September: 1. Englischstunde in der 8. Klasse nach den Sommeferien irgendwo in Deutschland. Ein kleines, blondes Mädchen schlägt das Englischbuch auf und liest: "Unit 1 - Welcome to America!" - "Amerika? Mal was neues! Mr and Mrs pearson with kate and ronny and the cat and they are living in a flat....die Geschichten sind auch langsam langweilig. Aber was ist Amerika eigentlich genau?" Diese und viele andere Fragen sollten im kommenden Schuljahr beantwortet werden. Mit Bewunderung wurden nach und nach immer Mitmenschen mit Hard-Rock-Cafe T-Shirts aus diversen amerikanischen Städten wahrgenommen und so bekam sie die ersten Romane, die in Amerika spielen. Besonders gefallen hat ihr dabei "Kelly und ich" "Kelly und ich", das wahrscheinlich eher mit Hinblick auf eine damals sehr populäre Musikerfamilie (großer Fan ;) ) gekauft wurde als deswegen, weil es in New York spielt. Dieses Buch jedenfalls und die Stadt mit dem Central Park hat es ihr angetan - es sollte 10 Jahre später der einzige "Kinder"Roman sein, der der vom Regal im Kinderzimmer ins Regal der eigenen Wohnung umziehen darf.
Nach und nach wurden Reiseführer bei Ebay ersteigert, um diese ominöse, Megacity genauer kennenzulernen.
Dann wurden aus Reiseführern Reisekataloge, denn auch die Eltern waren einer Reise nach Amerika nicht abgeneigt. Letztendlich stellte sich jedoch heraus, dass die Interessen doch - gelinde gesagt - nicht gerade bei einander lagen: Mutter Strandurlaub in Florida, Vater Nationalparks, Bruder Disneyworld, sie selbst New York und andere Städte.
So verschwanden die Kataloge erst im Regal, dann im Altpapier, der Traum von New York blieb, sollte aber wohl auch nur ein Traum bleiben.

2002: Nach dem 11. September war New York als Stadt wieder für sie präsenter geworden, aber auch die Angst vorm Fliegen - DAS Hindernis für sie - war wieder vermehrt da. Beim Eintritt in die Oberstufe in der Schule vereinbarten sie und ihre Eltern, dass sie nach einem erfolgreichen Abi eine Woche in der Stadt der Städte gesponsort bekommen sollte und so kam New York wieder in greifbare Nähe. Mit dem Englisch LK und aus dieser Motivation heraus, wurden nun keine Videos sondern DVDs mit englischen Tonspuren gekauft und fleißig angeschaut - hier sei besonders "Aus dem Dschungel, in den Dschungel" oder "Kevin allein in New York (die Verlinkung erspar ich mir, den Film kennen wohl alle ;) )erwähnt.

2004: "Juchu! Abi geschafft! New York, ich komme! ... Aber nee? Fliegen? Über den Atlantik? Ich? Alleine? *zweifel*" Da diese Ängste dann als es greifbar wurde, ihr doch ziemlich im Weg standen und auch ihr Freund sich nicht als Begleitung anbieten mochte, wurde das Urlaubsgeld anderweitig ausgegeben und New York wurde in die gedankliche Schublade "Dinge, die ich meinem Leben auf jeden Fall mal machen möchte, ich weiß nur noch nicht wie, wann und ob" zurückgelegt.

2010, ein Sommertag im August: Die Jahre vergingen; aus dem Mädchen wurde eine junge Frau, Bücher wurden fast nur noch auf Englisch gelesen und Filme im Original geschaut, der Traum blieb, aber das Studium und die damit verbundene knappe Kasse blieben (leider) auch. An jenem besagten Sommertag, saß sie bei ihren Eltern auf der Terasse, es wurde gegrillt und rumgeflaxt. Der kleine (fast einen Kopf größere) Bruder sagte irgendwann: "Papa, wenn ich mein Studium fertig hab, dann gehen wir zusammen Fallschirmspringen, ne? Das hast du versprochen!" -"Ja, hab ich versprochen, machen wir dann wenns soweit ist". Im Spaß fragte sie dann: "Ach? Und was machen wir, wenn ich mein Studium im Herbst fertig habe?" Mutter: "Na, dann könnt ihr beide ja nach Amerika fliegen! Das wolltest du doch immer und Papa wollte das doc auch immer mal. Mich kriegen keine 10 Pferde zu einem Atlantikflug, das wäre doch was für euch, oder Klaus (Namen geändert ;) )?" - "Naja.....stimmt schon....könnten wir wohl machen...kannst ja mal schauen, was das so kostet." Und schwupp, da war er wieder: Der Traum von New York. Aber diesmal greifbarer als zuvor: Mit dem Vater als Reisebegleitung (und Sponsor *hüstel*) hörte sich das doch machbar an! Ermutigt von Mutter und Freund wurde die Abschlussarbeit in den nächsten Tagen "leicht" vernachlässigt und das Internet durchforstet (und dieses Forum entdeckt ;) ).
Dann ging es schneller als gedacht: der Vater trug gleich in der nächsten Woche Urlaub für November ein und ein Flug sowie eine Unterkunft (später mehr) wurden gebucht und der Traum von New York sollte für 10 Tage Ende November Wirklichkeit werden!

In the next episode of "My american dream": The journey begins!
Zuletzt geändert von Pimbolina am 06.05.2011, 18:03, insgesamt 1-mal geändert.
Carrie
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von Carrie »

Super geschrieben!

Bin schon gespannt, wie es weiter geht... :)
TiffyAufReise
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von TiffyAufReise »

Da stimme ich absolut zu!!! Man ist ganz gespannt was als nächstes kommt;)
Lg
Steffi
big applez
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von big applez »

Ganz toller Anfang, freuen uns schon auf die Fortsetzung... :daumen1:
HamburgerJung
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von HamburgerJung »

....wie klasse ist der Anfang denn bitte......!!!!? Bitte ganz schnell weiterschreiben...
Pimbolina
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von Pimbolina »

Danke für euer positives Feedback! :)
Hier ist der 2. Teil, hoffe, er gefällt euch!

(PS: "kurzfassen" ist nicht mein Ding, das hab ich mir spätestens bei den zig Hausarbeiten in der Uni abgewöhnt, denn da geht es ja darum, Seiten zu füllen ;) daher vorab ein präventives "Sorry" auch für die nächsten Teile, wenn ich manchmal etwas zu ausgeschmückt schreibe)

Season 01, Episode 01: The journey begins!

November 2010: "OMG! Es geht wirklich los! Wie krass!", so aufgeregt war Maria schon lange nicht mehr gewesen. New York, endlich!

Vorab hatte sie sich hier im Forum umgesehen und viele wertvolle Tipps gesammelt und war so recht gut vorbereitet. Aber irgendwie auch unsicher: ihr Dad hatte die Planung ganz ihr überlassen und war eigentlich mit allem, was sie ihn so fragte einverstanden. So weit so gut, ich fragte mich nur, ob das ein "tu ich ihr den Gefallen, ist ja ihre Reise, und sag, dass es ok ist"-OK war oder ein "find ich gut und lass mich überraschen"-OK war. Nur einen Wunsch hatte er nach gefühlten 100x nachfragen geäußert ("Aber nur, wenns für dich auch ok ist und die Zeit opfern kannst"): Wenn man schonmal in New York ist, wäre ein "Abstecher" zu den Niagara Fällen gut ("N bisschen Natur."). Nachdem die beiden zu den USA-als-Familien-Urlaub-Zeiten mal gemeinsam auf einem Dia-Vortrag mit Sehenswürdigkeiten in den USA gewesen waren und der Referent ständig gesagt hatte "…und XY ist nur einen Katzensprung von YZ entfernt, wenn man schon mal da ist, MUSS man das mitnehmen" war die Entfernungseinheit "Katzensprung" ein Running-Gag zwischen den beiden geworden, wenn es um eigentlich große Entfernungen geht. Da besagte Wasserfälle demnach ja nur einen "Katzensprung" von NYC entfernt sind (650km *hüstel*) wurde also ein Ausflug mit einer Übernachtung dort eingeplant.
Dennoch: Maria war zwar oft mit meiner Familie im Urlaub gewesen, aber nie mit ihrem Vater allein. Wie das wohl werden würde? Und noch ein "kleines Detail" machte sie nervös und das hieß: 7-8h Flug über den Atlantik *uaaaahhh*. Nein, sie hat keine Flugangst! *ironie* Aber wenigstens hatten sie vorab Sitzplätze buchen können und mit Entertaimentsystem würde schon nicht so schlimm werden. Bestimmt nicht. *durchatmen*
Am Tag vor dem Abflug hieß es also:
"Ich packe meinen Koffer und nehme mit….":
- einen zweiten, leeren 2. Koffer verpackt im großen 1. Koffer ;-)
- Kodak Playsport Kamera
- diverse Reiseführer
- Karte
- "Gebrauchsanweisung für New York" (super geschrieben, sehr lesenswert)
- Explorer Pass mit 7 Attraktionen
- Noice-Cancelling-Kopfhörer für den Flug
- AT&T Sim-Karte fürs Telefonieren mit den Daheimgebliebenen aka. Ehefrau und Mutter auf der einen, Freund auf der anderen Seite
- und: $$$$ fürs Shoppen (ok, "nur" auf dem Konto und nicht wirklich im "Koffer"…wirklich im Handgepäck waren nur ca. $20 aber man soll ja viel mit Plastikgeld bezahlen können und so eine schicke Karte hatte ihr Vater schließlich dabei)

Am Abend vor dem Abflug holte ihr mein Vater aus ihrer Wohnung ab. Eine letzte Umarmung für den Freund und ab ging es zur 1.Etappe nach Amiland - zu ihrem Eltern nach Hause (10km Distanz geschafft! Öle!)
"Einmal werden wir noch wach…"
Der Wecker klingelte (für alle anderen Umstände viel zu früh) um 3h morgens, Verabschiedung der Mutter/Frau (die in diesem Moment wohl auch etwas bereute, uns diesen Trip vorgeschlagen zu haben) und ab ging es mit dem Auto nach Frankfurt (ca. 300km).
Pünktlich gegen 6h betraten wir den Flughafen und zum ersten Mal laß Maria die Abflugtafeln beim Suchen ihres Fluges nicht mit einem schielenden Auge auf die anderen Flüge und ihr aufregenden Ziele und da wurde es ihr nochmals richtig bewusst: "Heute fliege ICH nach NEW YORK!!" Als kurz danach eine "Einweisungs-Dame" beim Check-In von Singapore Airlines fragte: "Sie fliegen mit Singapore Airlines nach New York?" wurden die Schmetterlinge im Bauch noch mehr. Der Check-In klappte reibungslos und so hieß es nur noch warten: erst bei einem Kaffee in einem Bistro dann beim Gate. Spätestens dort war es jedoch mit Maria ganz vorbei: Den (riesigen) Flieger im Auge war ihr Gefühlslage nun doch stark in Richtung Angst und Anspannung ausgeschlagen. Sie telefonierte noch mit ihrem Freund und der Mutter (ein Hoch auf Handyflatrates) und verdrückte dabei die ein oder andere Träne. Was wäre das für eine Story für die Zeitung mit den vier großen Buchstaben: "300 Todesopfer bei Flugzeugabsturz über dem Atlantik -Junge Frau, die immer von einer Reise nach NYC geträumt hatte und dieser Traum nach dem Studienabschluss in Erfüllung gehen sollte dort nie ankommen." Wie man bei der Sendung mit der Maus sagen würde: "Klingt komisch, ist aber so". Ja, das war der Gedanke, der die Vorfreude auf New York auch beim Boarding beherrschten. Im Flugzeug selbst wurde Maria etwas ruhiger: der Riesen Vogel wirkte doch ziemlich sicher und gut aus und ja, es gab auch in diesem Flugzeug wirklich das In-Seat-Entertaiment. Eine "letzte SMS" an den Freund getippt: "Hey Schatz. Sitzen jetzt im Flugzeug und der 3. Platz in unserer Reihe bleibt frei. Denk an mich. Meld mich von der anderen Seite des Atlantik. Kuss, deine Maria." und schon hob die Boing ab und die Vorfreude kam wieder ("Wenn ich in 10 Tagen wieder hier bin, bin ich in den USA gewesen! Ich sitzet gerade wirklich in einem Flugzeug, ja, diesmal nicht nach Spanien sondern nach NEW YORK!!!").
Die kleinen "Überraschungen" der Flugbegleiterin (Socken, Erfrischungsutensilien, Kopfhörer) sowie "Despicable Me", "Gossip Girl" und "Toy Story 3" im Filmangebot (die Noice-Cancelling Kopfhörer machen echt nen Unterschied!) sowie schließlich auch das außergewöhnlich leckere Essen ließen die Stunden "wie im Flug" vergehen. Auch der freie Sitzplatz neben ihnen war echt Luxus. Hilfreich war auch, dass es der Wettergott wirklich gut mit ihr meinte, denn das Flugzeug lag die ganze Zeit wie ein Brett in der Luft und es ruckelte wirklich gar nicht. So einen ruhigen Flug hatte Maria bislang noch nie erlebt und mit dem Service konnte sie die Beschriftung auf der SIA Homepage "Das Erlebnis" wenn es um Informationen zum Aufenthalt an Board geht, fast verstehen.
Die Küste kam in Sicht und wieder flashte sie es wieder: "Das da unten ist Amerika!" . Beim Landeanflug über Long Island wechselten die beiden die Sitzplätze und Maria bestaunte die immer größer werdenden Details der Landschaft (Hat mal jemand die Golfplätze dort gezählt?) die nach und nach immer dichter besiedelt wurde. Die Landeklappen wurden ausgefahren ("Krass wie groß die Flügel dieses Riesenflugzeugs dann werden!") und nach einer butterweichen Landung betrat sie amerikanischen "Boden" (Ok, genau genommen erstmal den Gangway) und nach einem kurzen Blick auf das Flugzeug vom Flughafengebäude begrüßte die erste amerikanische Flagge die Ankömmlinge in der Immigartionhall und ihr wurde nochmals richtig klar "Ich bin in New York!". Das amerikanische Abenteuer konnte beginnen. Finally.

In the next episode of "My american dream": Day 1 aka. Welcome to America!
Hannemie
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von Hannemie »

Bild einfach toll, vielen Dank, ich freue mich auf die Fortsetzung. :lol:
RobbeRolle
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My american dream (finally comes true)

Beitrag von RobbeRolle »

Das ist mal wirklich ein komprimierter und aufs Wesentliche reduzierter Reisebericht. ;)

Nein, toll geschrieben und ich freue mich auf mehr. :)
Pimbolina
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von Pimbolina »

RobbeRolle hat geschrieben:Das ist mal wirklich ein komprimierter und aufs Wesentliche reduzierter Reisebericht. ;)
Aber sicher! ;)
Außer, dass mir das - wie gesagt - nicht wirklich liegt schreibe ich den Bericht ja (auch) für mich und ich glaube, dass ich mich an das Wesentliche auch noch in 5 Jahren erinnern werde....das hier ist mehr so'n "Memory-Treasure", wo ich das festhalten möchte, was mir sonst irgendwann als Erinnerung verloren geht...
Von daher, freut mich wenn's euch gefällt, aber kann auch verstehen, wenn's nicht jedermanns/jederfraus Sache ist ;)
Marion
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von Marion »

Mir gefällt er sehr gut, weiter so :D
bela-b
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von bela-b »

Macht Spaß zu lesen :daumen2: !!
Jasi80
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Re: My american dream (finally comes true)

Beitrag von Jasi80 »

Super Bericht bisher...könnte stundenlang weiterlesen!!! :daumen2:
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