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New York Stories - Umleitung mit Helikopter

(von Thomas Reichwein)

Der Morgen brach herein und mit ihm NY1. Das erste, was kam waren natürlich die Staumeldungen für Car, Bus and Subway, die mich stark an die Abfahrt "Neuss Hafen" erinnerten. "Subway?" fragen Sie sich jetzt? Oh ja, es kann auch hier zu Staus kommen, da es durchaus auch einmal Stromausfälle im U-Bahn-Netz gibt. Aber clever wie die New Yorker nun mal sind, gab es Dutzende von anderen Alternativen, wie man schnell zur Arbeit kommt.

Das ganze Schauspiel kümmerte uns wenig und wir genossen den Anblick des strahlend blauen Himmels, der sich hinter den Vorhängen verbarg. Was für ein Tag!

KaffeeNachdem Marion wegen ihres Kaffeedurstes quengelte, versuchte ich mich von den Nachrichten loszureißen und besuchte die Dusche. Das tat echt gut dieser kochend heiße Schauer aus den goldenen Armaturen. Als ich fertig war, sah meine Frau nur noch ein großes Nebelgebilde aus dem der Klang eines Haartrockners ertönte.

Als wir den Frühstücksraum betraten, dachten wir zunächst, wir wären verkehrt. Anstelle eines riesigen und kalten Großraums mit Flughafencharme erwartete uns ein relativ kleiner, aber absolut gemütlicher Raum, der von der plüschigen Ausstattung doch eher an Miss Marples Wohnzimmer erinnerte. Dazu gab es ein Frühstücksbuffet, das jedem Franzosen die Tränen in die Augen getrieben hätte. Auf einem kleinen Tisch lagen die New York Times, USA Today etc. aus. Am Ende des Raums war noch eine kleine Bibliothek angeschlossen, in der man das Frühstück etwas abgeschotteter und - auf Wunsch - auch mit TV genießen konnte.

Eigentlich bin ich ein echter Frühstücksmuffel und daher hatte ich es auch gar nicht so eilig - zumal ich doch noch wissen wollte, wie man den zäh fließenden Verkehr im Lincoln Tunnel mit Hilfe des Helikopters umgehen kann. Nachdem ich allerdings all die Auswahl und leckeren Dinge erblickte, beschloss ich, hier mit meiner Schrankwand einzuziehen.

Hot DogsMarion strahlte, als sie sich durch die vierte Kaffeesorte durchprobierte - ich hielt mich dagegen am frisch gepressten Orangensaft fest, der wahrscheinlich extra wegen mir immer nachgefüllt werden musste. Zumindest der Gesichtsausdruck einer Hotelangestellten sprach sehr für diese Theorie. Auch wenn Sie mir das nicht glauben, aber all diese Gänge Richtung Futterstelle hatten Ihren Ursprung nicht im Gedanken "Das ist umsonst, also stopf Dir doch noch die Taschen für später voll!" Nein, es schmeckte einfach total lecker.

Irgendwann hatte dann auch Marion genug Kaffee im Körper, um wieder auf einfache Fragen wie "Sollen wir mal?" zu reagieren.

Nach einem Kurzbesuch im Hotelzimmer, um die vier Kaffeesorten wieder aus dem Körper zu befördern und den Touristenausweis zu holen (gemeint ist der Fotoapparat), standen wir wieder mitten auf der 54sten Straße mit der Frage "Which way to go?".

Überflüssig zu erwähnen, dass Ernesto auch schon wieder auf den Beinen war und uns mit einem freundlichen und gut gelaunten "Good morning, how are you today?" begrüßte...

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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