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New York Stories - Terroristen an Bord?

(von Marion Reichwein)

Während des Fluges erhielten wir die berühmten grünen und weißen Karten zum Ausfüllen. Beides wird bei jedem Flug in die USA fällig. Die weiße Karte ist eine Zollerklärung, die grüne Karte dient der visafreien Einreise in die Vereinigten Staaten. Man wird dort zum Beispiel gefragt, ob man drogensüchtig ist, ansteckende Krankheiten hat oder terroristische Anschläge plant. Es ist nicht ratsam, auch nicht zum Spaß, eine der Fragen mit "ja" anzukreuzen.

Ellis IslandUm die Einreisebeamten in gute Stimmung zu versetzen, sollte man beide Formulare sehr sorgfältig und in Englisch ausfüllen. Tut man das nicht, schicken einen die Beamten mit einem neuen Formular unter Umständen erbarmungslos bis ans Ende der Schlange, die zwischen 1,5 und 4 km lang ist. Da darf man dann das vermurkste Formular noch einmal ausfüllen.

Als wir uns dann schließlich oberhalb von New York befanden, drückten wir beide uns die Nase am Kabinenfenster platt. "Irgendwo da unten muss die Freiheitsstatue sein, oder die Twin Towers.", sagte Thomas. "Siehst Du irgend etwas?" fragte ich. "Nein, nicht die Spur. Der Sonnenuntergang ist zwar wunderschön, aber erkennen kann ich nichts.", antwortete er.

"Schatz, wir sind endlich da!" fügte er hinzu und ich konnte das Aufatmen und die Erleichterung in seinem Gesicht sehen.

Die Maschine landete sicher und wir konnten uns gerade noch bremsen, zu applaudieren, weil es sonst auch keiner tat. Die Türen öffneten sich und allgemeine Hektik setzte ein, jeder wollte möglichst zuerst draußen sein. Das führte erst einmal zu einem großen Stau.

Beim Verlassen des Flugzeuges sahen wir uns um und beobachteten zum ersten Mal etwas, das wir heute den "Schlachtfeldeffekt" nennen. Die Sitzreihen leerten sich und das Flugzeug sah aus, wie nach einem Bombenangriff. Die Leute hatten tatsächlich alles unter sich gehen lassen, auf dem Boden lagen ganze Stilleben von Pappbechern, Decken, Coladosen usw. Das Schlimmste war, keiner hatte ein Trinkgeld für die Putzkolonne zurückgelassen.

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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