New York Reiseführer - NYC-Guide.de | Leute in New York

Leute in New York

Echte New Yorker zu beschreiben fällt einerseits sehr schwer, andererseits fühlt man genau, wann man einem echten New Yorker gegenübersteht. DEN New Yorker gibt es eigentlich gar nicht, denn die meisten New Yorker sind keine gebürtigen Amerikaner, sondern stammen aus nahezu allen Ländern der Welt. Sie sind längst nicht alle in der zweiten oder dritten Generation New Yorker.

Seltenes Bild New Yorker arbeiten eigentlich immer. Und das ist wörtlich zu nehmen. Da es in New York keinen geregelten Ladenschluss gibt, ist die Konkurrenz permanent präsent. Viele Geschäfte haben deshalb 24 Stunden geöffnet.

Viele New Yorker haben bis zu drei Dayjobs, um sich das teure Leben in der Stadt überhaupt leisten zu können. Nicht selten hängt eine vielköpfige und hungrige Familie hinter dem Ernährer, die natürlich versorgt werden möchte.

Die Arbeitszeiten erstrecken sich teilweise auch auf das Wochenende - lediglich vor ausgewählten Feiertagen macht man halt. Dazu zählen zum Beispiel nicht Neujahr oder Weihnachten (außer 25. Dezember), aber der Nationalfeiertag (4. Juli) aber sehr wohl (übrigens der einzige Tag in New York, an dem es ein ordentliches Feuerwerk gibt!).



Aus Sicht des Kunden ist New York also ein Rund-um-die Uhr-Shopping-Paradies, in dem man sogar um 3:00 Uhr morgens noch in aller Ruhe seine Einkäufe im Supermarkt, Drugstore usw. erledigen kann.

Dress Code

Keine Touristen Der New Yorker Dress Code ist ganz einfach: Genau anders als jeder Tourist! Im tiefsten Winter, in dem Temperaturen von unter minus 20° Celsius herrschen und Touristen mit zwei oder drei Winterjacken übereinander dem Wetter trotzen, sieht man den New Yorker im einfachen Hemd (ohne Jackett, lediglich geschützt mit einer Krawatte, einer Zigarette und einem Kaffee von Starbucks) ganz cool vor den Eingängen der Firmen stehen. Business-Klamotten bedeuten hier immer Anzug, schwarze Schuhe, Krawatte und natürlich das allgegenwärtige Handy (was hier natürlich Cell Phone heißt!). In konservativen Branchen müssen die Röcke bei den Damen mindestens die Knie bedecken und nackte Beine sind auch im Hochsommer inakzeptabel.

Viele Frauen laufen tatsächlich mit Chanel-Kostüm im Pelzmäntelchen und den dazu ideal passenden (Vorsicht: Satire!) Turnschuhen auf der 5th Avenue entlang - ist so ja auch viel bequemer und im Büro, Restaurant oder wo auch immer werden dann wieder die eleganten Schuhe ausgepackt und gewechselt.

New Yorker Kinder werden übrigens schon früh auf "New York" geeicht, da sie zu Turnübungen im Freien bei arktischen Temperaturen in kurzen Hosen und Röcken erscheinen dürfen!

Ja, es ist eben immer schon ein wenig härter gewesen, ein "echter" New Yorker zu sein! Dagegen sind wir echte Weicheier. ;-)

New Yorker Tempo

Eines haben New Yorker aber alle gemeinsam: Sie sind alle auf der Suche nach Geld und Erfolg und das ziemlich schnell. Das ist auch der Grund, weshalb man New Yorker immer daran erkennt, dass sie es extrem eilig haben, von Punkt A nach Punkt B zu gelangen und Touristen, die sich an Punkt C befinden, der genau zwischen A und B liegt, fragen sich permanent, was denn an Punkt B so interessant ist, dass alle Leute von A dort hin wollen (sorry, Douglas)...

Schnappschuss des Chrysler Buildings Neben der Hetze, die die New Yorker kennzeichnet und die verhindert, dass sich Einheimische den Schätzen dieser Stadt überhaupt bewusst sind, tragen New Yorker alle entweder einen Pappbecher mit Kaffee bzw. eine Wasserflasche bei sich und/oder drücken sich in Hauseingängen mit einer Pausenzigarette herum. Damit ist auch ein Tourist im Gegenzug eindeutig identifiziert: Er ist der, der immer stehen bleibt und unter lauten "Boahs" und "Wows" in den Skyline-Himmel sieht und alle zwei Minuten ein Foto macht.

Übrigens gilt die Eile auch für den Straßenverkehr - nicht nur, dass die New Yorker den Fahrstil der Franzosen und die Hup-Mentalität der Italiener geerbt haben, sie gehen grundsätzlich bei Rot über die Straße, während sich gerade deutsche Touristen durch die strikte Befolgung des ausgeklügelten Rot/Grün-Regelwerks auszeichnen. Übrigens werden in New York deutlich mehr Touristen im Straßenverkehr getötet als von "Yo-Men" mit Wollmützen!

© 2000-2017 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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