New York Reiseführer - NYC-Guide.de | 1524 bis heute

1524 bis heute

Für alle die, die immer noch nicht genug wissen über New York City haben wir hier die historische Entwicklung der Metropole zusammengefasst.

Historische Postkarten mit wunderschönen Motiven aus dem New York vergangener Tage findet man auf der Internetseite "Skyscrapers & Views"!



Außerdem kann man auf newyorkchanging.com wunderbare Bilder betrachten, die im direkten Fotovergleich zeigen, wie sich New York in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Zum ausführlichen Nachlesen noch drei Buchtipps:

The History Atlas of New York City

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The History Atlas of New York City
The History Atlas of New York City
Owl Books
192 Seiten
ISBN 0-8050-6004-9

Hier finden Sie wirklich alles über die Geschichte der Stadt (inkl. vieler Karten, historischer Fotos, Abbildungen etc.).


New York. Die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute.

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New York. Die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute.
Ric Burns, Frederking & Thaler

New York. Die illustrierte Geschichte von 1609 bis heute.
599 Seiten
ISBN 3-8940-5612-6

New York ist eine der faszinierendsten und größten Städte der Welt und Heimat für Menschen aus aller Herren Länder. Diese mit über 500 Photos illustrierte Geschichte New Yorks setzt der ultimativen Stadt, die so sehr geprägt ist von den Wünschen und Sehnsüchten seiner Bewohner ein Denkmal. Hier offenbart sich ein Mikrokosmos wie es ihn nirgendwo sonst auf der Erde zu beobachten gibt.

Changing New York

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Changing New York
Berenice Abbott, Bonnie Yochelson

Changing New York
400 Seiten
ISBN 3-8881-4882-0

Changing New York
war das wohl ehrgeizigste dokumentarphotographische Großprojekt, das jemals realisiert wurde. Im Auftrag der Works Progress Administration dokumentierte Berenice Abbott (1898-1991) zwischen 1935 und 1939 den Wandel einer Stadt, die - nicht nur damals - als das Metropolis Amerikas galt und die ihr Gesicht unter den massiven Einwirkungen von Depression und Spekulation in rasantem Tempo veränderte. Die Aufnahmen lassen das New York der 30er Jahre wiedererstehen und verführen jeden Besucher, Kenner und Liebhaber des heutigen Manhattan zu Entdeckungsreisen auf Berenice Abbotts Spuren. Ein Big Apple-Buch, zu dem es nichts Vergleichbares gibt.


Die Geschichte dieser einzigartigen Stadt beginnt ganz einfach, sie beginnt mit dem Namen "Manahatta"...

Dieses Rubrik ist sehr umfangreich, deswegen können Sie von hier aus direkt zu den einzelnen Kapiteln springen:

01. Manahatta
02. Manhattan for sale?
03. "Nieuw Amsterdam" oder "New York"?
04. Die ersten Deutschen
05. Turbulente Zeiten
06. Wohlstand
07. Kleindeutschland
08. Der Bürgerkrieg
09. Entwicklung
10. Die neue Ära?
11. Der Aufschwung?
12. Ende des Jahrtausends
13. Terror im 21. Jahrhundert
14. Der Wiederaufbau Downtowns
15. Die Geschichte in einem kurzen Überblick

1. Manahatta


Im 15. Jahrhundert dehnte sich der europäische Handel über große Teile des Globus aus. Angetrieben wurde diese Entwicklung durch die Gier nach Gold und leider auch durch die Suche nach Sklaven, die für Arbeiten an den einträglichen Zuckerplantagen gebraucht wurden. Um neue Gebiete zu erschliessen, wurden von verschiedenen Nationen ständig Flotten von Schiffen losgesendet.

Der Florentiner Seefahrer Giovanni da Verrazzano, der im Auftrag des französischen Königs "Franz I. von Angoulême" segelt, landet 1524 wahrscheinlich als erster Europäer an der "New York Bay" und entdeckt so nicht nur Manhattan, sondern auch den (später nach Henry Hudson benannte) Hudson River. Verrazzano trifft dort auf die Algonquin-Indianer, die als erste Einwohner dieses Teils der Atlantikküste gelten.

Verrazzano tauft die Insel zunächst nach dem französischen König "Angoulême". Manhattan bekam allerdings seinen heutigen Namen von den dortigen Einwohnern, den Manates, die das Gebiet "Manahatta" (oft mit "Hilly Island", also "hügelige Insel" oder mit "The Small Island", "die kleine Insel" übersetzt wurde) nennen.

Zwei Jahre nach Verrazzano geht 1526 das nächste Schiff vor Anker. Der portugiesische Seefahrer "Esteban Gómez" erforscht Nordamerika im Auftrag von Kaiser "Karl V.". Der Fluss, über den Gómez Manhattan erreicht (der heutige Hudson River), wird kurzer Hand in "San Antonio" getauft, da dieser Heilige am Tag der Ankunft von Gómez gerade Namenstag hat.

Den Namen "Hudson River" erhält der berühmte Fluss erst vom dritten Europäer, der in New York landet: "Henry Hudson". Hudson ist ein erfahrener Seemann, der vergeblich 1609 im Auftrag der "Ostindischen Kompanie" in Amsterdam auf der Suche nach der Nordwest-Passage ist, über die er China und Japan erreichen soll.

1613 kommt der Niederländer "Adriaen Block" in den unfreiwilligen Genuss, Manhattan zu betreten – sein Schiff brennt aus und zwingt so Block auf der Insel zu überwintern. Von Block angefertigte Karten belegen, dass Manhattan zu diesem Zeitpunkt bereits "Nieuw Nederland" heißt.

2. Manhattan for sale?


In den Niederlanden spricht es sich schnell herum, dass Hudson von den dortigen Indianer wertvolle Pelze getauscht hat. Aus diesem Grunde entsenden die Holländer um 1624 die ersten weißen Siedler (ca. 30 wallonische Familien) in diese Region, um mit den dortigen Einwohnern Pelzgeschäfte zu betreiben. Die meisten siedeln sich zunächst auf einer kleinen Insel, der (heutigen) "Governor's Island" an.

Der deutsche Peter Minnewit (Minuit), der äußerst erfolgreich im Handel mit den Indianern ist, lädt am 6. Mai 1626 die Häuptlinge der Indianerstämme zu einem Treffen im heutigen Downtown ein. Minnewit kauft Manhattan von den Indianern, die sich mit Textilien, Schmuck und wertlosen Glasperlen im Gesamtwert von 60 Gulden (ca. 24$) abspeisen lassen und sich der Bedeutung von "persönlichem Eigentum" nicht bewusst sind. Damit wandert das Gebiet in den Besitz der Holländer. Als Name für die neuen Heimat wird "Nieuw Amsterdam" gewählt.

Als Minnewit 1632 die Rückreise nach Holland antritt, strandet sein Schiff nach einem Orkan in Plymouth, wo er in die Hände der rivalisierenden Engländer fällt. Diese beanspruchen fortan "Nieuw Amsterdam" für sich, was die Holländer nach insgesamt drei Kriegen gegen England zwischen 1653 und 1674 letztlich "anerkennen" müssen.

3. "Nieuw Amsterdam" oder "New York"?


Die Siedler dehnen sich zunächst nur innerhalb der unteren Südspitze Manhattans aus. Weiter nördlich siedeln nur vereinzelt Farmer an. Als Schutz gegen die Indianer, die sich durch den zweifelhaften Landkauf betrogen fühlen, wird ein großer Schutzwall gebaut – die heutige "Wall Street".

Die Kämpfe mit den Indianern nehmen immer stärker und zu und gipfeln im September 1655 im sogenannten "Pfirsichkrieg". Dabei ist eine Indianerin beim Diebstahl von Pfirsichen überrascht und erschossen worden, weshalb die Indianer blutige Rache nehmen. Fast 30 Farmen werden zerstört, über 100 Weiße getötet und ebenso viele verschleppt.

Am 29. August 1664 überlässt der holländische Gouverneur (seit 1647) "Peter Stuyvesant" bereits "Nieuw Amsterdam" den Engländern. Die neuen Besitzer benennen "Nieuw Amsterdam" zu Ehren des Herzogs von York in "New York" um. Allerdings werden nicht alle Zeichen der holländischen Entdecker unkenntlich gemacht – Namen wie "Amsterdam Avenue", "Bowery" (vom holländischen "bouweri", was für Bauernhof steht), "Harlem" etc. zeugen von der vormaligen Herrschaft der Niederländer.

1683 wird die erste Stadturkunde von New York erstellt. Zu diesem Zeitpunkt leben bereits schon fast 4000 Menschen in der Stadt. 10 Jahre später 1693 werden zum Schutz vor feindlichen Angriffen 92 Kanonen im "Battery Park" installiert.

4. Die ersten Deutschen


Anfang des 18. Jahrhunderts (zwischen 1708 und 1710) landen die ersten deutschen Einwanderer in New York, die auf der Flucht vor den Truppen Ludwigs des XIV.ten sind und den turbulenten Zuständen in der Pfalz sind. Einer von ihnen ist übrigens "Johann Peter Zenger", der später maßgeblich an der amerikanischen Rechtsgeschichte beteiligt ist.

Ein Jahr später – 1711 – wird im heutigen "Financial District" ein Sklavenhandel eingerichtet. 1712 kommt es zu einem Sklavenaufstand, bei dem 9 Weiße getötet und über 20 Farbige hingerichtet werden.

Im Jahr 1725 wird die erste Zeitung New Yorks – die "New York Gazette" – veröffentlicht. 10 Jahre später folgt das "New York Weekly Journal", das von dem bereits erwähnten "Johann Peter Zenger" herausgegeben wird. Zenger wird übrigens im gleichen Jahr wegen Verleumdung des Gouverneurs verhaftet und später wieder freigelassen. Dadurch werden die Grundsteine zur Pressefreiheit gelegt.

5. Turbulente Zeiten


Das 18. Jahrhundert geht für die New Yorker sehr turbulent zu Ende. 1741 leben in New York mehr als 10000 Einwohner – 2000 von ihnen sind Sklaven. In den folgenden beiden Jahren kommt es immer wieder zu blutigen Sklavenaufständen, die durch den Verdacht, dass die Sklaven an diversen Feuersbrünsten Schuld seien, nur noch verstärkt wurden. Es kommt zu den übelsten Ausschreitungen, bei denen Denunzianten und Phantasten davon überzeugt waren, dass die Sklaven die Stadt in Schutt und Asche legen wollten. Diese bis zum Blutrausch eskalierenden Schlachten sind mit die schlimmsten in der Geschichte New Yorks. 1799 – in New York leben inzwischen mehr als 30.000 Menschen – wird der Sklavenmarkt endlich geschlossen.

1765 sorgt die Einführung einer Importsteuer (der "Stamp Act") für erheblichen Widerstand seitens der Kolonisten. 1766 wird die "Stamp Act" wieder verworfen, allerdings durch den entschärften "Townshend Act" ersetzt. Die Konflikte gipfeln schließlich mit dem Boykott sämtlicher europäischer Produkte und erreichen ihren Höhepunkt 1773 in der "Boston Tea Party", bei der Steuerrebellen 342 Kisten Tee in den Hafen Bostons werfen.

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg geht auch an New York nicht vorüber. 1776 unterzeichnet New York am 4. Juli – nach Philadelphia – den Unabhängigkeitsvertrag. George Washington, der Führer der revolutionären Truppen, verliert die Schlacht von Long Island und muss mit ansehen, wie die Engländer New York besetzen. Erst sieben Jahre und zwei große Brandkatastrophen später wird ein Friedensvertrag unterzeichnet und die "Besatzer" verlassen New York wieder.

George Washington wird 1789 – ein Jahr nach der Ratifizierung der Verfassung der Vereinigten Staaten – am 30. April vor der heutigen "Federal Hall" zum ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt und hält seine Antrittsrede. Drei Jahre später wird nur einen Steinwurf entfernt an der Wall Street die Börse gegründet.

6. Wohlstand


New York ist Anfang des 19. Jahrhunderts nicht nur zur größten Stadt Amerikas avanciert, sie ist auch gleichzeitig ein Symbol für Wohlstand geworden. Die äußerst günstige Lage am Hafen begünstigt die Güterproduktion. Die Reichen breiten sich in den Norden und in die Randbezirke aus, wodurch die Infrastruktur verbessert wird.

Allerdings sind nicht alle New Yorker vom Wohlstand betroffen. Durch die typischen Großstadtprobleme wie Seuchen und zunehmende Immigration – die Stadt nähert sich den 100.000 Einwohnern – ist jeder 7. New Yorker verarmt und lebt in den extra neu angelegten Slums.

Der weitere Ausbau der Stadt wird durch den "Randel-Plan" geprägt. Dieser sieht es vor, Manhattan ab der "Houston Street" in ein Blockraster aufzuteilen und die Straßen anstelle mit Namen zu versehen, einfach durchzunummerieren.

7. Kleindeutschland


Von den über 3.000.000 Einwanderern sind neben den Iren sind die Deutschen zwischen 1840 und 1856 mit über 500.000 Leuten die zweitgrößte Gruppe. Die meisten von ihnen sind politische Flüchtlinge, die sich nach der gescheiterten Revolution 1848-1849 zu Hause nicht mehr sicher fühlen.

Die Deutschen sind aber auch in New York nicht allzu willkommen. Die damals typisch deutschen "Turnvereine" und "Liedertafeln" sind den New Yorkern zu "unamerikanisch" und sie werden verdächtigt, "Atheisten" und "Anarchisten" zu sein.

Die Deutschen lassen sich in einem eigenen Gebiet New Yorks nieder – dem sogenannten "Kleindeutschland" oder "Little Germany". Dieses erstreckt sich unter anderem rund um die "Avenue B" im heutigen East Village, die wegen der dort ansässigen Geschäften und Fabriken auch "German Broadway" heißt. Es gibt einen "deutschen Handel", der von Schneidern, Bootsbauern, Schuhmachern, Klavierbauern etc. bestimmt wird.

8. Der Bürgerkrieg


Obwohl New York die Sklaverei am 4. Juli 1827 offiziell abgeschafft hat, blüht der Handel mit Sklaven weiter. Als 1861 der Bürgerkrieg zwischen den konföderierten Südstaaten und der Union ausbricht, ergreift New York – im Rahmen der größten Massenkundgebung der Geschichte – die Partei der Union.

Zunächst finden sich ausreichend Freiwillige, die in den Krieg ziehen. Als diese nicht mehr ausreichen, wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Dies führt zu vielen Konflikten, die noch durch eine Bestimmung verstärkt werden, nach der sich die Reichen durch eine einmalige Zahlung von 300 $ vor dem Kriegsdienst "drücken" können.

Wieder einmal wird den Schwarzen die Schuld am Krieg gegeben, was dazu führt, dass vom 13. bis 16. Juli 1863 mehr als 50.000 Menschen, hauptsächlich weiße irische Proletarier, sengend und mordend durch die Straßen New Yorks ziehen, Häuser anstecken, Geschäfte plündern und Schwarze lynchen ("Draft Riots").

Der Mob kann erst durch den Einsatz von mehreren Regimenten gestoppt werden. Traurige Bilanz dieser chaotischen Tage: über 2.000 Tote und mehr als 100 zerstörte Gebäude.

9. Entwicklung


New York entwickelt sich schnell weiter. Die erste Eisenbahn New Yorks wird 1831 zwischen Harlem und Downtown eingesetzt und verbindet so den Norden mit dem Süden. Die erste Ausgabe der "New York Times" erscheint 1851 und 1853 findet die Weltausstellung im "Crystal Palace" statt, der 1858 leider durch Flammen wieder völlig zerstört wird.

1858 erhalten "Frederick Law Olmsted" und "Calvert Vaux" den Auftrag zur Gestaltung der neuen grünen Lunge New Yorks – dem Central Park. Der erste Lift wird 1859 im Fifth Avenue Hotel eingebaut und macht so das Treppensteigen nahezu "überflüssig".

1867 wird der "Prospect Park" in Brooklyn fertig gestellt und 1868 fährt die erste Hochbahn New Yorks unter extremer Geräuschbelästigung der Anwohner auf der "Greenwich Street". Vier Jahre später, 1872 wird das berühmte Kaufhaus "Bloomingdale's" gebaut und eröffnet.

Im Jahr 1877 stellt "A. G. Bell" in New York als erster eine neue Erfindung – das Telefon – vor und demonstriert so einen Meilenstein in der Nachrichtenübermittlung. Drei Jahre später, 1880, wird das "Dakota Building" das erste große Luxusapartmenthaus gebaut.

Die nach 16 Jahren Bauzeit von 600 Arbeitern erstellte und als Wunder deklarierte "Brooklyn Bridge" wird 1883 eingeweiht und verbindet so Brooklyn mit Manhattan. Im gleichen Jahr wird auch die "Metropolitan Opera" eingeweiht.

Die von Frankreich als Geschenk überreichte und von "Frédéric-Auguste Bartholdi" entworfene "Statue of Liberty" wird 1886 unter Feierlichkeiten als Denkmal der Freiheit im Hafen von New York aufgestellt. 1892 wird auf "Ellis Island" eine Aufnahmestellen für Immigranten eröffnet, an der alle "Neuankömmlinge" zum ersten Mal den amerikanischen Boden betreten.

1897 wird das legendäre "Waldorf-Astoria" eröffnet und am 1. Januar 1898 werden fünf Stadtteile Manhattan, Queens, Staten Island, Bronx und Brooklyn zu "Greater New York" zusammengefasst.

10. Die neue Ära?


Zur Jahrhundertwende (1900) entwickelte sich New York zum Industriezentrum Amerikas. Rund 70 % aller amerikanischen Firmen haben ihren Sitz in New York und kaum eine Ware, die nicht über den Hafen von New York ins Land geht. Während die Reichen sich immer mehr Konsumtempel wie das (heute noch) größte Kaufhaus der Welt "Macy's" (1901) bauen, wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer.

Der Platzmangel greift immer mehr um sich – nicht nur in den Slums. Um trotzdem Wohnraum zu gewinnen, gehen die Architekten neue Wege. Sie verlagern die Wohnfläche nach oben – die Wolkenkratzer sind geboren. Einer der ersten dieser Wolkenkratzer dürfte das 21-stöckige "Flatiron Building" sein, dass 1902 am Madison Square entsteht. Der Chicagoer Architekt "David Burnham" wollte damit seinen Kritikern beweisen, dass es doch möglich ist, "Hochhäuser" zu bauen.

1904 wird der erste Abschnitt der Subway eingeweiht. New Yorker können nun von der "City Hall" zur 145sten Straße fahren. Eine Schiffskatastrophe löscht - acht Jahre vor dem Untergang der "Titanic" - das deutsches Viertel ("Little Germany" im heutigen East Village) in New York aus. Am 15. Juni 1904 ereignete sich eine Schiffskatastrophe in einer Flussenge mit dem Namen Hell's Gate (Höllentor) auf dem East River im Hafen von New York. Dieses Schiffsunglück war auch das verheerendste Desaster, das New York bis zum 11. September 2001 erlitt. Wie jedes Jahr unternimmt die deutsche Lutherische Kirchengemeinde des East Village einen Ausflug. Was als fröhliche Unternehmung beginnt, endet in einer furchtbaren Katastrophe. Fast 1.100 Menschen sterben, nahezu ausnahmslos Frauen und Kinder, als der Ausflugsdampfer "General Slocum" vor den Augen von Tausenden New Yorkern in Flammen aufgeht und sinkt.

Als vorläufige Krönung des Wohlstands der Reichen wird 1913 das damals höchste Gebäude der Welt – das "Woolworth Building" – errichtet. Zeitgleich wird das "Grand Central Terminal" und das "Apollo Theater" in Harlem eröffnet.

Nach dem Ende des ersten Weltkriegs wird 1919 die Zeit der "alkoholischen Lebensfreude" schlagartig mit der "Prohibition" beendet. Da die Herstellung, der Import, der Vertrieb und der Verkauf von Alkohol verboten ist, schießen "Speakeasies" (illegale Kneipen) wie Pilze aus dem Boden. Auch den "Bankern" vergeht am sogenannten "schwarzen Freitag" das Lachen – die Aktien fallen ins Bodenlose und die goldene Ära neigt sich endgültig dem Ende zu. Im gleichen Jahr wird das "Museum of Modern Art" eröffnet.

Mitten in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten werden zwei Großprojekte der Architektur fertig gestellt – das "Chrysler Building" (1930) und das "Empire State Building" (1931). Jedes der – zum Zeitpunkt der Einweihung jeweils größte Gebäude der Welt – ist nur sehr schwer zu vermieten, da New York über eine Arbeitslosenquote von 25 % verfügt. Das Empire State Building gelangt so zu seinem Spitznamen "Empty State Building".

11. Der Aufschwung?


Mit dem neuen Bürgermeister "Fiorello La Guardia" beginnt 1933 der neue Aufschwung in New York. Die Prohibition wird wieder aufgehoben und die "Radio City Music Hall" fertig gestellt. 1939 wird das "Rockefeller Center" eröffnet.

Viele Intellektuelle, Künstler und Wissenschaftler fliehen in den 30ern und 40ern aus dem Nazi-Deutschland in die USA. Um die Aufnahme der Flüchtlinge zu ermöglichen, lockeren die USA extra die 1921 erlassenen, strengen Einwanderungsbestimmungen.

Nach dem Kriegseintritt der USA 1941 wird ab 1942 der "Times Square" verdunkelt und am Ende des zweiten Weltkrieges fliegt ein Bomber der US-Army in dichtem Nebel in das "Empire State Building". Dabei kommen insgesamt 14 Menschen ums Leben. Unter den Opfern befindet sich auch die Crew des Flugzeugs.

Im Jahr 1953 wird der UNO-Gebäudekomplex nach sechs Jahren Bauzeit fertig gestellt. Ein Jahr später wird das "Ellis Island Immigration Center" geschlossen – zu dieser Zeit hat New York City über acht Millionen Einwohner.

1965 beginnen mit der Ermordung des schwarzen Bürgerrechtlers "Malcom X" jahrelange Rassenunruhen. Im gleichen Jahr erlebt New York den ersten großen Stromausfall, der die ganze Stadt stundenlang lahm legt.

Nach erfolgreicher Rückkehr heißt die ganze Stadt die Astronauten der "Apollo 11"-Mission willkommen. Ein Jahr später beginnt eine Abwanderungswelle, die die Einwohneranzahl in den nächsten 10 Jahren um eine Millionen reduziert. Diese Abwanderung schließt leider auch große Unternehmen mit ein.

Das "World Trade Center" wird 1973 als höchstes Gebäude der Welt und als neues Statussymbol erbaut. Fast zeitgleich geht die Stadt mit 13 Milliarden Dollar Schulden fast bankrott, weil immer mehr Einwanderer die Sozialkassen belasten – nur eine staatliche Anleihe kann die einstige Finanzmetropole New York jetzt noch retten. Diese Anleihe sorgt für einen anhaltenden Aufschwung in der nächsten Dekade.

12. Ende des Jahrtausends


Im Jahr 1976 feiert New York mit großen Festivitäten "200 Jahre Unabhängigkeit". Zu diesem Anlass versammelten sich im New Yorker Hafen historische Schiffe aus aller Welt. Im Jahr darauf wird New York wieder Opfer eines Stromausfalls – neun Millionen Menschen sind ohne Licht, Plünderungen und Vandalismus greifen um. Vor dem Eingang des "Dakota Buildings" wird 1980 "John Lennon" von einem geisteskranken Beatles-Fan erschossen.

Der Milliardär "Donald Trump" erbaut 1983 als Zeichen seines Finanzimperiums an der 5th Avenue den "Trump Tower", der als Geschäfts- und Apartmenthaus ausgelegt ist und einen regelrechten Bauboom in Manhattan auslöst.

1987 erschüttert wieder eine Finanzkrise die "Wall Street" und hält damit die ganze Welt in Atem. Zwei Jahre später wird mit "David Dinkins" der erste Schwarze Bürgermeister von New York – eine Volkszählung ermittelt ein Jahr darauf, dass sich die Weißen nicht mehr in der Mehrheit befinden. 25 % aller New Yorker leben nun unterhalb der Einkommensgrenze.

Der Republikaner "Rudolph Giuliani" wird 1993 zum 107. Bürgermeister von New York gewählt und bekämpft mit seiner "Zero Tolerance"-Politik sehr erfolgreich die Kriminalität in Manhattan. Ebenfalls 1993 erschüttert ein Bombenanschlag auf das "World Trade Center" die New Yorker.

Die UNO feiert 1995 ihr 50-jähriges Bestehen – New York 1997 sein 100-jähriges!

Am 1. Januar 2000 startet New York ohne Jahr-2000-Probleme ins neue Jahrtausend!

13. Terror im 21. Jahrhundert



Das "World Trade Center" existiert nicht mehr...
In das New Yorker "World Trade Center" sind am 11.9.2001 gegen 8:45 Uhr Ortszeit im Abstand von 18 Minuten zwei entführte Passagier-Flugzeuge der American Airlines mit insgesamt mehr als 150 Passagieren an Bord gerast, woraufhin ca. 90 Minuten später nacheinander beide Türme des 411 Meter hohen Gebäudes in sich zusammenfielen. Bei dem Anschlag sind mehr als 2.800 Menschen aus mehr als 90 Ländern der Erde ums Leben gekommen.

14. Der Wiederaufbau Downtowns



An der Stelle des bei den Terroranschlägen vom 11. September zerstörten New Yorker World Trade Centers wird entsprechend den Plänen des Architekten Daniel Libeskind (u. a. das Jüdischen Museums in Berlin) wieder das höchste Gebäude der Welt entstehen. Libeskinds Entwurf sieht den Bau eines 530 Meter hohen Turms auf Ground Zero vor. Um diesen sollen sich fünf niedrigere Türme sowie mehrere weitere Einzelgebäude gruppieren.

Die Entscheidung fällte ein Ausschuss, dem Vertreter der New Yorker Entwicklungsgesellschaft, der Hafenbehörde von New York und New Jersey, des Gouverneurs George Pataki und des Bürgermeisters Michael Bloomberg angehörten. Libeskind setzte sich damit gegen das internationale Team Think um die beiden New Yorker Architekten Rafael Vinoly und Frederic Schwartz durch, die ein World Cultural Center mit zwei je 499,5 Meter hohen, vergitterten Türmen vorgeschlagen hatten.

© 2000-2017 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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