New York Pass
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BeitragVerfasst: 15.07.2015, 18:50 
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Tagebucheintrag: 9.8.2014:

Zum ersten Mal geht’s über den großen Teich. Im September.
Start ist am 25. mit Lufthansa von Frankfurt nach JFK-Airport, von dort nach Brooklyn. In der dortigen Sprachschule (http://www.brooklynschooloflanguages.com) hab ich mich für drei Wochen eingebucht (samt Unterkunft bei Gastfamilie). Und am 20. Oktober steht dann die Rückkehr an, per Nachtflug nach Frankfurt.
So ein langer Ausflug übers große Wasser will natürlich vorbereitet sein.

Dateianhang:
Sundown_liberty.JPG
Sundown_liberty.JPG [ 19.04 KiB | 20752-mal betrachtet ]


Wohin? New York City - diese Stadt zu besuchen ist schon ein alter Traum (seit 20 Jahren bestimmt...), dabei gerne auch nicht nur den üblichen Touristenpfaden folgen, sondern auch was vom Alltag sehen, deshalb scheint Brooklyn als Standort interessanter als Manhattan. Und das ganze verbunden mit 3 Wochen Sprachkurs. Dafür gibt es endlos viele Anbieter, deren Angebote dann doch recht ähnlich sind. Aber eine Schule mit Standort in Brooklyn, in Subway-Nähe (nur 1 Station über den East-River bis Downtown Manhattan), das ist es doch! Selbstredend nicht billig (wie fast alles in dieser Stadt), dafür mit Gratis-Aussicht aus dem 34. Stock über die Skyline. Also die Brooklyn School of languages klingt doch ganz sympathisch.

Teuerstes Element: Die Unterkunft. Wenn man nicht jemanden kennt, der vor Ort lebt und bei dem sich unterkommen lässt, kostet das schon kleine Vermögen. Wenn man nach günstigen Unterkünften sucht, landet man (zudem alleinreisend, für Doppelzimmer sieht die Sache ja immer etwas besser aus) kaum unter 100$/Nacht. Günstigere Optionen gibts zwar, sind dann aber Schlafsaal im Hostel (nein, jedenfalls nicht für mehrere Wochen) oder ein abgeranztes Billig-Hotel (mit den Kommentaren a la "extrem laut" [naja, ist halt NY], "Klimaanlage kaputt, dafür gehn die Fenster nicht auf", "bedenkliche hygienische Zustände" oder auch "in dem Viertel sollte man bei Dunkelheit nicht vor die Tür gehen").

Natürlich ist New York bei Onlineportalen wie couchsurfing.de oder airbnb.de gut vertreten und hier sind u.U. echte Schnäppchen zu finden, aber bei Couchsurfing hieße es oft umziehen, weil die Angebote meist auf 3-4 Tage begrenzt sind und bei Airb'n'b ist Vorsicht geboten, weil die Staatsanwaltschaft in NY gegen die Anbieter wegen möglichen unerlaubten Geschäften ermittelt. Günstiger wirds natürlich, je weiter man aus der Stadt rausgeht, viele Leute buchen sich dann auch in Hotels auf der anderen Seite vom Hudson ein, in Jersey City oder so. Wenn man dem empfehlenswerten Portal nyc-guide folgen will, kann das durchaus sinnvoll sein. Für Sightseeing in Manhattan oder Shoppen in Mega-Outlet-Stores gibts hier prima Verkehrsanbindung, auch der Flughafen Newark ist günstig erreichbar. Für Rundum-stadterlebnis taugts eher nicht so. Hilfreich ist natürlich, Leute zu fragen, die schonmal in NY waren oder jemanden kennen, der/die dort lebt. Das ergab immerhin einen konkreten Kontakt, mit dem Angebot, ggf. auf der Couch logieren zu können. Das wäre zwar verlockend, liegt aber rund eine Stunde Fahrzeit außerhalb der Stadt. Wenig Raum für spontane Abendgestaltung also.

Bleibt also dann doch das Angebot der Sprachschule mit eigenen Unterkünften. Also zum Sprachkurs noch die Unterkunft bei Gastfamilie dazugebucht, 43$/Nacht - günstiger ist New York wohl kaum zu haben. Noch weiß ich zwar nicht, wo, wie, bei wem ich unterkommen werde, aber ich bin ganz zuversichtlich. Und laut ists vermutlich überall...

Bei all den Kosten spielt der Flug nur eine untergeordnete Rolle. Frankfurt - New York als eine der meistfrequentierten Flugrouten der Welt: Das sorgt für moderate Preise. Der Preiskampf ist sogar dermaßen heftig, dass selbst Billigairlines mit Umsteigeflügen nur etwa 10/20% unter den Lufthansa-Angeboten liegen. Kein Vergleich etwa zum Rückflug aus Beijing vor zwei Jahren: Mit Umsteigen in Moskau für knapp 700 Euro, Lufthansa-Direktflug wäre nicht unter 1.500 zu haben gewesen. Nun also meine Premiere mit Lufthansa. Im A380. Abflug ab Frankfurt am 25. September vormittags, Ankunft in New York JFK-Airport nach 8 Stunden Flug am frühen Nachmittag. Dank 6 Stunden Zeitverschiebung bleibt mir noch einiges vom ersten Tag...

Beim Rückflug wirds natürlich andersrum: Abflug am 20. Oktober nachmittags, Ankunft in Frankfurt am 21. um halb sechs morgens. Die Flüge lassen sich übrigens auch online verfolgen, z.B. hier: http://de.flightaware.com/live/flight/DLH400.

Und der Rest? Einiges bleibt natürlich noch zu regeln. Reiseführer und Stadtplan? (Gekauft!) Infos über interessante Events in NY? Tourismusagentur (auch auf deutsch), oder im klassischen Stadtmagazin oder auch hier. Und natürlich gibts auch spezielle Brooklyninfos.

Visum ist natürlich auch so eine Frage. Braucht man aus Deutschland nicht, wenn man touristisch unterwegs ist. Belegt man aber irgendwelche Unterrichtskurse (auch Sprachreisen), dann dürfen die maximal 18 Zeitstunden pro Woche umfassen. Sonst ist man Student/in - und dann brauchts ein Visum. Ein kurzer Blick in die US-Visabestimmungen genügt, um zu wissen, dass der zusätzliche Kostenaufwand bei erweiterter Datenpreisgabe sich nicht lohnt. Außerdem sind ja 23 Unterrichtseinheiten auch genug, es sollen ja noch freie Nachmittage bleiben.

Also reicht die visafreie Einreise, für die man aber rechtzeitig ein EStA-Antragsformular ausfüllen muss. Zusätzliche Auslandskrankenversicherung ist auch nicht schlecht, ohne Kreditkarte ists in den USA auch schwierig. Und vor allem muss der Urlaub abgeklärt sein.
Ein bissel was bleibt also noch zu tun, ist ja aber auch noch Zeit.

Auch für Vorfreude :)


Zuletzt geändert von Radoteur am 20.07.2015, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.


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Toll - mal ein ganz "anderer" Reisebericht.
Bin gespannt auf die Fortsetzung.
Ich bewundere ja immer Leute, die sich auf so Kombinationen "Sprache lernen & Urlaub machen" einlassen. (Täte mir auch gut - der Sprachteil... :oops: )

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BeitragVerfasst: 16.07.2015, 00:06 
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Wer will die Aussicht sehen? ;)

klick mich ;)

https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hp ... e=565466E3

https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hp ... 2841_o.jpg

Wie soll man dabei lernen? :) Eigentlich nur wenn das Wetter so is :)

https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hp ... e=5617C2B6

und selbst dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus.

Brooklyn School of Language - Mai 2015 :)

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„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit zu verteilen,
sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer“ - saint exupéry



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BeitragVerfasst: 16.07.2015, 08:01 
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@ Radoteur - ich habe mir erlaubt, ein paar Absätze in deinen Bericht einzufügen, so ist er flüssiger lesbar :)


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BeitragVerfasst: 16.07.2015, 10:07 
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Massi hat geschrieben:
Spoiler Alarm :)
und selbst dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus.
Brooklyn School of Language - Mai 2015

In der Tat: immer die gleiche Aussicht, aber sie sieht jeden Tag anders aus.
Ist ein bisschen so wie in den Bergen, wo man ja auch jeden Tag wieder das Panorama bewundert...

Lernen ging trotzdem, hab mich dann halt mit dem Rücken zum Fenster platziert. ;-)


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BeitragVerfasst: 20.07.2015, 13:13 
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brooklyn rückt näher

Tagebucheintrag 26.08.2014:

Zwei Wochen sind vergangen seit dem letzten Eintrag, noch warte ich auf die Daten für meine Gastfamilien-Unterkunft (die sollen Ende des Monats kommen), erst dann kann ich mich um das notwendige Formular für die Einreise in die USA kümmern.

Zusätzliche Spannung bieten der zu erwartende Vulkanausbruch des Bardarbunga, der die FAZ zur Schlagzeile veranlasst: island warnt fluglinien vor vulkanausbruch und der Arbeitskampf bei der Lufthansa, der u.U. noch zu einem Pilotenstreik führen kann. Aber es sind ja noch vier Wochen Zeit...

Zeit genug, um sich langsam Gedanken darüber zu machen, was ich unbedingt sehen, erleben, kennen lernen will. Natürlich, ein paar Punkte sind quasi gesetzt: Das Empire State Building mit seiner Aussicht, Spaziergänge im Central Park, über die Brooklyn Bridge oder durch Chinatown. Für den Blick auf die Manhattan-Skyline (und auf Miss Liberty) empfiehlt sich wohl die (kostenlose) Fähre nach Staten Island und zurück. Anderes wird sich sicher spontan beim Wandern duch die Stadt ergeben: Museen, die bunte Kultur, die reichhaltige Gastronomie...

Vielleicht bieten sich aber auch unerwartete Inseln der Ruhe an. Eventuell lohnt sich auch ein Blick in lokale Veranstaltungskalender? Mal sehen.

Tagebucheintrag 6.09.2014:

Nicht nur rein zeitlich rückt die Abreise näher, auch einige offene Fragen klären sich allmählich.

Mittlerweile hat mir die Schule mitgeteilt, wo ich für 25 Nächte mein Haupt betten werde, tief im Süden Brooklyns, fast am Atlantik, mit Blick aufs Wasser (oder doch nur auf die am Strand verlaufende Autobahn?), wie ein Blick auf die Karte bei openstreetmap verrät. Das Viertel heißt Bay Ridge, ist offenbar ein beschauliches Reihenhausviertel. Zu den angesagten und charmanten Neighborhoods in Brooklyn mit zahlreichen Ausgehmöglichkeiten gehört es wohl nicht. Die Entfernung zur Schule sind ziemlich genau 10 km. Das klingt aber schlimmer als es ist. Die Subway-Anbindung ist jedenfalls ideal - ein paar Minuten Fußweg bis zur Endhaltestelle der R-Linie, die mich direkt zur Schule bringt (25 Min.) und auch bis nach Manhattan (45 Min bis zum Times Square). Für einen Ausflug nach Queens wären dann schon anderthalb Stunden Fahrzeit einzuplanen. Das sind aber zeitliche Distanzen, die man in Berlin (etwa vom Friedrichshain zur FU) auch locker erreichen kann. Nun bin ich also gespannt auf meine Gastgeberin Maria, ist schon ungewohnt für so lange Zeit bei jemandem zur Untermiete zu wohnen, jedenfalls für mich.

Damit werde ich also Gelegenheit haben, Ecken in New York kennenzulernen, die kaum auf dem touristischen Radar auftauchen. Viielleicht lohnt sich auch ein Besuch am - von dort aus nahegelegenen - Strand von Coney Island?

Mit der Wohnadresse konnte ich nun auch die letzte formelle Hürde in Angriff nehmen und das ESTA-Formular für die Einreise beantragen. Und da ich keine gefährlichen Krankheiten habe und auch zwischen 1933 und 45 keine Verbrechen begangen habe, darf ich nun darauf hoffen, dass meiner Einreise in die Staaten nichts mehr im Weg steht.


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BeitragVerfasst: 20.07.2015, 13:38 
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Radoteur hat geschrieben:
.....und auch zwischen 1933 und 45 keine Verbrechen begangen habe....

*schwöre es*
:wink:

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BeitragVerfasst: 21.07.2015, 19:47 
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Bald geht's los

Tagebucheintrag: Montag, 22.09.2014

Tja, nun geht's tatsächlich bald los. Vorgeschmack auf Großstadt gab's am Wochenende mit einem (überwiegend dienstlichen) Berlin-Aufenthalt. Da blieb bisher auch wenig Zeit für Aufregung und ähnliches.

Aber jetzt heißt es packen, nochmal alle Dokumente checken (und ggf. Kopien machen) und schonmal den Fahrplan für die Subway vom Flughafen nach der Ankunft raussuchen. Mit meiner Gastgeberin Maria hatte ich nun auch schon freundlichen E-Mail-Kontakt.
Die Wetterprognose verspricht einen erstklassigen hochsommerlichen Start zum kommenden Wochenende. Und das an dem Tag, an dem Marburg einen äußerst spätherbstlichen Eindruck macht und im Erzgebirge gar schon der erste Schnee fiel...

Auch Lufthansa freut sich per Mail mit mir und will mir gar "die Reisevorbereitungen erleichtern". Na was das wohl heißt, werde ich ja am Donnerstag sehen. 10.35 ist Startzeit in Frankfurt für LH-Flug 400 im Großraumjet Airbus_A380. Ankunft New York soll gegen 13.00 Ortszeit sein, 8einhalb Stunden im Flieger.

Go West...


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BeitragVerfasst: 21.07.2015, 20:15 
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Welcome to New York City

Tagebucheintrag: Donnerstag, 25.09.2014

Nun bin ich also hier, und will eigentlich grade erst mal die angegebene Zeit im Rechner ändern: hier ist nämlich noch Donnerstag abend.
Zu Ende geht ein langer Tag, der eigentlich aus mehreren bestand.

Die Abreise

Frühes Aufstehen nach viiiel zu kurzer Nacht, um dann mit F. zum Flughafen zu fahren. Dort habe ich nun gelernt, dass (zumindest bei Lufthansa) der vorherige online-check-in Sinn macht, jedenfalls dann, wenn man dann eh zum Selbermachen an einen Automaten geschickt wird, vor dem eine Riesenschlange steht. Personal gibt's da nur noch für die besseren Klassen.

Der Flug
Ein langer Flug, sogar mit Fensterplatz, weil der neben mir zwar reserviert war, aber niemand kam. Und so gabs zumindest Prima-Aussichten vom Rheinland und Nordfrankreich, inklusive Atlantikküste in der Bretagne. Und dann: Wasser. So weit das Auge reicht. 4 (oder 5?) Stunden lang. Kurz vor der amerikanischen Küste dann Wolken. Soweit das Auge reicht, eine scheinbar ebene weiße Schicht.
Beim Landeanflug zeigt sich: Die Wolkendecke ist nicht nur groß, sondern auch tief, sie reicht bis fast auf die Landebahn. Von irgendeiner Skyline ist im Nieselregen nichts zu sehen. Immerhin wird der Rückflug weitgehend im Dunkeln stattfinden.

Tja, und nach dem ruhigen und zunehmend langweiligen Flug wird es: erstmal noch langweiliger. Der Flieger setzt zwar absolut pünktlich auf, aber aus unerfindlichen Gründen steht er erst ewig auf dem Rollfeld rum und dann müssen die Economy-Class-Passagiere am längsten mit dem Aussteigen warten. 45 Minuten vom Landen bis Aussteigen, das hatte ich zumindest noch nie.
Anscheinend ist JFK-Airport noch nicht so richtig auf die Riesenvögel mit Übergrößenformat und 850 Passagieren eingestellt...
Die folgenden Einreise- und Zollgeschichten gingen dann ja vergleichweise flott, und das Gepäck war auch schneller als ich.

New York

Nun folgt also der Weg in die große Stadt, mit dem Airtrain zur U-Bahn und dann eine Stunde gemütlich durch Brooklyn zuckeln. Die U-Bahn macht den Eindruck als würde sie seit 30 oder noch mehr Jahren auf neue Investitionen warten. Dementsprechend langsam und ruckelig fährt sie, nichtsdestotrotz ist sie ein recht populäres Verkehrsmittel. und als Sozialstudie war schon die erste Fahrt ein echtes Erlebnis an Buntheit und Vielfalt, inklusive lautstarkem Vortrag über Moses und Gott. In dem Fall war ich froh, dass ich nicht soviel verstanden hab.

Dann war ich gegen 5 Uhr Ortszeit also endlich hier und wurde von Gastgeberin Maria freundlich begrüßt: Angenehmes Zimmer in freundlichem Apartment.

Um noch ein bisschen Tageslicht zu sehen, gings schnell auf einen kurzen Spaziergang durch das Viertel. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört, stattdessen zauberte nun die Abendsonne ein paar wunderbare Bilder.

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So_sieht's_aus_in_BayRidge.JPG [ 83.01 KiB | 20648-mal betrachtet ]

So siehts also aus in Bay Ridge...

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...oder_auch_so..JPG
...oder_auch_so..JPG [ 45.02 KiB | 20648-mal betrachtet ]

...oder 20 Meter weiter eher so.

bei vielen wunderbaren Aus-, An- und Übersichten ging's recht schnell, dass New York mich verzaubert hat. Also erstmal schauen und genießen.
Dominiert wird das Viertel von der Verrazano-Narrows-Bridge, die die Stadteile Brooklyn und Staten Island verbindet.
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Verrazzano_Narrows_Bridge.JPG [ 25.82 KiB | 20648-mal betrachtet ]


Der Blick nach Staten Island deutet es ein bischen an: neben so vielem anderen ist New York auch eine weltweit bedeutende Hafenstadt.
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Bay Ridge liegt direkt am Wasser (ist halt nur die blöde Autobahn im Weg), bietet so wie heute abend bezaubernde Perspektiven und wirkt wie ein ruhiges Viertel der Gut- und noch besserverdienenden, jedenfalls gilt das für einige der Straßen, durch die ich heute gelaufen bin: reine Wohnviertel mit einer Ruhe, die nicht mehr vorstädtisch sonder fast schon dörflich wirkt. Die wenigen Leute, die zufällig grad aus ihrem Haus kommen, grüßen auch direkt.

DAS soll also New York sein? Vielleicht einfach noch ein paar Schritte am Wasser entlang - AHA:
SO kennen wir New York natürlich alle.
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Und auch New Yorks bekannteste Lady lässt sich in der Abendsonne sehen.
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Und dann: die 3rd Avenue. DIE Geschäftsstraße hier, Supermärkte, Bioläden, Delikatessengeschäfte und unglaublich viel Gastronomie. Die ganze Welt kulinarisch gesehen in einer Straße versammelt. Lange hab ich nicht mehr soviel Spanisch und Russisch gehört, Angeboten werden aber auch die üblichen Sushi-, Chinesisch, mediterran, italienisch etc. Imbisse und Restaurants, daneben aber das "beste polnische Restaurant in New York City" (warum wohl der Wirt da so griesgrämig ganz alleine in seinem Lokal saß?), norwegische Spezialitäten und natürlich auch die weltweit bekannten US-Ketten. Irgendwo soll es auch Schnitzelhaus mit Radeberger Bier geben. Halt einfach irgendwie alles. Beeindruckend auch die vielen "Delis", was im übrigen nicht viel mit den ähnlich klingenden Geschäften aus der DDR zu tun hat. Delis sind so kleine Supermärkte mit meist 24 Stunden Öffnungszeit, die zugleich auch oft so einen Dorflindencharakter annehmen und sozialer Ort sind, wo sich Leute treffen. Diese Delis sind nun in der 3rd Avenue wahnsinnig häufig, mit Sicherheit alle 50-100 Meter zu finden und haben neben den üblichen Basics oft auch nooch Spezialisierungen: mal ist es hausgemachtes dänisches Gebäck, mal frische spanische Tapas oder mal belgische Schokolade.

Jetzt schlägt die Müdigkeit aber zurück. Gute Nacht.


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BeitragVerfasst: 21.07.2015, 21:17 
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Radoteur hat geschrieben:
Und das an dem Tag, an dem Marburg einen äußerst spätherbstlichen Eindruck macht und im Erzgebirge gar schon der erste Schnee


Das Mittelhessische Marburg? Dann sind wir quasi Lahn Nachbarn.

Schöner Bericht übrigens.


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BeitragVerfasst: 23.07.2015, 11:19 
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New York im Sommer
Tagebucheintrag: Freitag, 26.09.2014

Es war ein wirklich sommerlicher Tag heute, blauer Himmel dan ganzen Tag, 25 Grad und dabei (dank der Küstennähe) ein recht kräftiger Wind. Grund genug, heute mal an, über und auf das Wasser zu gehen.

Gespannt war ich ja darauf, wie sich wohl der 6-Stunden-Jetlag plus kaum geschlafener Nacht auswirken würde. Fazit: Er war kaum spürbar. Muss wohl doch eine (positive) Aufregung im Spiel sein... Bis ich am ersten Abend ins Bett kam, wars dann doch fast 11 p.m., aufgewacht gegen halb sieben. Ein wunderbares Bett, eine wahnsinnige Ruhe (noch ruhiger als aufm Dorf, wo dann der Hahn kräht und so), trotz offenem Fenster. Das ist also wirklich gut. Ebenso Marias Frühstück, sozusagen american Style mit peruanischem Einfluss und das noch gesundheitsbewusst: Toast mit Rührei, Tomaten, Joghurt mit Bananen und guter Kaffee. Sehr vielversprechend.
Überhaupt: mein New Yorker Zuhause im Appartmenthaus in Bay Ridge ist sehr zufriedenstellend.

Dann führte mich der Weg per Subway nach Downtown Brooklyn, von dort bei dem erstklassigen Wetter also zu Fuß (mit der Sonne im Rücken) 2 km über die Brooklyn Bridge nach Manhattan laufen. Mit dieser Idee war ich freilich nicht alleine. Neben zahlreichen Touris, die bisweilen auch Fotos mit den anscheinend extra dafür dort hingestellten Cops schossen, jede Menge Jogger/innen. (Die treten quasi auf jedem halbwegs dafür geeigneten Weg in gigantischen Mengen auf. Aber hier ist ja sowieso alles gigantisch). Und warum das alles? Wegen der grandiosen Aussicht auf Südmanhattan.

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In Manhattan gibts zunächst ein paar Straßenschluchten zu bestaunen, und auch sonst viel zu entdecken, z.B. die vielen mobilen Stände mit angebotenem Grillgut und ähnlichen Leckereien, bisweilen auch mit (gutem) Kaffee. A propos Kaffee: Inzwischen lerne ich sogar Starbucks zu schätzen, weil es dort für hiesige Verhältnisse ziemlich preiswert Kaffee gibt.

Nach dem Kaffee führt der Weg zurück zum Wasser, wo sich derzeit eine große Baustelle befindet, mit der der South_Street_Seaport als restauriertes historisches Quartier aufgehübscht werden soll. Schließlich führt der Weg über die wenig spektakuläre Wall Street und zum ersten Mal über den Broadway (soll mit 22 km die längste Straße Manhattans sein) zum Battery Park ganz am Südende Manhattans. Hier fahren die Fähren ab, mit denen man Liberty- und Ellis_Island besuchen kann. Nötig ist dafür aber Geduld: Schlange stehen beim Ticketkauf, Schlange stehen am Security-Check und Schlange stehen am Fährkai. Das Schlangensystem (das ich ja schon am Flughafen kennegelernt habe) ist dabei so ulkig wie flexibel. Es werden Absperrbänder im Zick-Zack gezogen, so dass die Schlange sich dann serpentinenartig vorwärts bewegt. Ulkig wirds dann, wenn ausnahmsweise mal keine Schlange da ist. Dann bleibt der (nun eigentlich unsinnige) Zickzackkurs auch erhalten. In Anbetracht der unvorstellbaren Massen gehts dann aber doch relativ fix. Insgesamt hat die Prozedur etwa eine Stunde gedauert. Auf der Fähre ists natürlich auch unglaublich eng, aber dafür entschädigen großartige Bilder.

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Grundsätzlich läuft die Fähre zuerst Liberty Island an, dann Ellis Island und dann wieder retour, man kann überall aussteigen und rumlaufen, für den eigentlichen Besuch der Statue brauchts aber ein extra-Ticket, und die sind auf ewig im Voraus ausgebucht. Also blieb ich gleich an Bord, von dort war die Sicht eh besser und nun wars auch nicht mehr so voll.

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Da steht sie: Frankreichs Geschenk zum 100. Jahrestag der USA

Mein eigentliches Interesse galt ohnehin Ellis Island.
Durch Ellis Island mussten zwischen 1890 und 1924 (oder so ähnlich) alle Leute, die in die USA einwandern wollten, insgesamt so zwischen 10 und 20 Millionen. Dort wurden sie Befragungen und medizinischen Tests unterzogen, im Zweifelsfall quasi interniert und ggf. zurückgeschickt.
Heute setzt sich dort eine wirklich gut gemachte Ausstellung (den Audioguide gibt's auch auf Deutsch) mit der Geschichte der Immigration in die USA auseinander, und mit den politischen Debatten diesbezüglich. Parallelen zu heute sind im übrigen unverkennbar, grotesk ist etwa die Entstehung des Begriffs American Nativism im späten 19. Jh., der meinte keineswegs die ursprünglich heimische Bevölkerung (gabs ja zu der Zeit auch schon nicht mehr viele), sondern bezeichnete als die "echten Amerikaner" die Einwanderer der ersten Generation aus dem 17. Jh.

Nach der Rückkehr bot sich noch ein kurzer Rundgang zum 9/11 Memorial an. Eindrucksvoll gemacht, wie an Stelle der beiden Twin Towers große quadratische Löcher im Boden sind in die von allen vier Seiten Wasser hineinläuft, umrahmt von einer kleinen Mauer, in der die Namen der Opfer eingraviert sind, und überragt vom Neubau des One World Trade Centers.

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Dank der 30-Tage-unlimited MetroCard kann ich einfach jederzeit die Subway (oder auch den Bus) besteigen, also geht's in der Abenddämmerung mal zum Times Square. Und hier folgt das Kontrastprogramm: Disneyland in der Stadt, verrückte Unterhaltung pur für extreme Menschenmassen - alles ist unglaublich eng und voll. Bunter, greller, verrückter und lauter geht's kaum.

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Dann endlich zurück ins "süße" Brooklyn.
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Auch hübsch: die Schilder in den Parks verraten, in welchen Sprachgruppen am meisten geraucht wird. Oder nicht?
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BeitragVerfasst: 23.07.2015, 13:29 
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Ein total cooler Bericht... Danke dafür. Ich lese gerne weiter mit :)

_________________
done:
NYC 2010: The Roosevelt Hotel // Bericht
NYC 2011: Belleclaire Hotel
NYC 2012: YOTEL // Video
NYC 2012 (2): POD Hotel
NYC 2013: Belnord Hotel
NYC 2014: Wyndham Garden LIC // Bericht
NYC 2016: CitizenM
NYC 2018-1: Club Quarters WTC



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