New York Pass
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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 13:24 
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Samstag, 20.05.2017

Für heute hatte ich zahlreiche ganz tolle Pläne. Denn Mai in New York, das heißt Sommer, Sonne, Outdoor-Spaß! Mooooooment, ist das grau, was da am Himmel zu sehen ist? Oder eher eine Schattierung zwischen schwarz und weiß? Leben ist das, was passiert, während du eigentlich andere Pläne hattest, so einer meiner liebsten Sprüche und Wetter ist etwas, was ... aber lassen wir das.

In meine verschiedenen Planungs-Varianten passte das mausgrau-aschgrau-fahlgraue Wetter leider irgendwie so gar nicht. Aber nutzte ja nix, wir sind ja nicht zum Spaß hier ;) Als wir aus dem Hotel kamen, wurde uns schlagartig klar, dass "grau" nicht unser einziges Problem war, denn es war zusätzlich auch noch unangenehm frisch. Aber das ist New York, gestern noch lauer Sommerabend wie aus dem Bilderbuch und heute? Tja.

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Dateikommentar: Meine Damen und Herren, hier sehen Sie eine Variation von lichtgrau ...
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Dateianhang:
Dateikommentar: ... und den Mann, der schon wieder Faxen macht.
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Aber da bekanntermaßen nur die Harten in den Garten kommen, starteten wir natürlich trotzdem in den Tag. An diesem Wochenende fand das 9th Avenue Food Festival statt, das war doch schon mal ein guter Anfang. OK, Essen fand ich so kurz nach dem Frühstück nicht ganz so verlockend, aber jedes Festival dieser Art ist ja gleichzeitig auch immer Marktplatz für alle möglichen anderen Artikel.

Dateianhang:
Dateikommentar: 9th Avenue Food Festival
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Zuallererst zogen mich feinste Lederwaren magisch an. Wir landeten an einem Stand, an dem es Handgemachtes aus Leder gab, unter anderem eine traumschöne Geldbörse mit der Brooklyn Bridge. Lokal gefertigt! Heruntergesetzt von $60 auf $45. Meinem inneren Sparbrötchen widerstrebte die Ausgabe (worüber ich jetzt noch fluche) und so zogen wir weiter.

Dateianhang:
Dateikommentar: Wie heißt es in der amerikanischen Werbebranche so schön? "Sell the sizzle!"
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Zum Trost und weil mir wirklich kalt war, gönnte ich mir einen Pashmina-Schal. Echtes Pashmina, ich schwör', nur $5 Dollonen!!! :mrgreen: Der sollte sich übrigens in der nächsten Zeit noch als außerordentlich sinnvoller Kauf herausstellen. Hatte ich übrigens erwähnt, dass das Frühstück noch nicht lange her war? Diese Tatsache geriet beim Mann in Vergessenheit, stattdessen entwickelte er beim Anblick eines Spanferkels eine gewisse Ekstase. Und was macht man als liebende Partnerin? Man gerät in Futterneid und möchte auch ein Stück kleines Schweinchen. Ok, mit schlechtem Gewissen (Tierbaby!), aber ihr wisst ja: "Alleine essen macht dick!"

Dateianhang:
Dateikommentar: Kaum gibt man dem Mann ein Schwein, schon sieht er happy aus. MÄNNER! tz tz
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Dateianhang:
Dateikommentar: Da isses, das furztrockene Ding!
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Gestern hatte ich ja eine Lektion in Demut gelernt, die setzte sich heute fort, denn der "Spanferkel-Burger" schmeckte gar nicht mal so gut. Wie pflegte mein Opa immer zu sagen? "Das war die Strafe Gottes!" HA, das kommt davon, wenn man ein Tierkind isst. SO! Um zumindest 7-9 Kalorien wieder abzubauen, schlenderten wir die 9th Avenue bis zur 34th Street hinunter und bummelten ein bisschen durch diverse Geschäfte. So richtig kauflustig waren wir aber nicht, so dass es beim Gucken blieb.

Wir beschlossen, zwecks Strategiebesprechung eine kleine Kaffee-Pause auf dem Herald Square einzulegen. Ganz oben auf meiner Wunschliste für diese Reise stand natürlich das neue One World Trade Center und auch der neuen Bahnhof (Transportation Hub) nach einem Entwurf des Architekten Santiago Calatrava. Für die Aussichtsplattform des OWO war das graue Wetter zwar nicht geeignet, aber es war gut genug, sich alles andere drumherum in Ruhe anzuschauen. Ha, wir hatten einen Plan! Und der war sogar gut, denn um einen Bahnhof anzuschauen, braucht man keinen strahlenden Sonnenschein.

Ich weiß gar nicht mehr, wie wir genau fuhren, aber plötzlich standen wir in dieser gigantischen Halle, auch "Oculus" genannt. Wie toll ist das denn? Wir waren absolut begeistert, was für eine großartige Bereicherung, wunder-wunder-wunderschön! Wir konnten uns gar nicht sattsehen. Zurecht hatte ich mich auf diesen Moment gefreut, hachseufz! Amerikaner vermögen es nicht, verstopfungsfreie Toiletten, mobile Duschköpfe oder lückenlose Einbauküchen herzustellen, aber Architektur können sie! Äh, wobei mir gerade einfällt, dass Santiago Calatrava gebürtiger Spanier ist, der in der Schweiz wohnt. EGAL :mrgreen:

Dateianhang:
Dateikommentar: Im Oculus ...
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Dateianhang:
Dateikommentar: ... gibt es natürlich auch viele Geschäfte.
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Dateianhang:
Dateikommentar: Selbst an einem grauen Tag fällt viel Licht in die Halle.
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Von außen gefällt mir das Gebäude fast noch besser, es wirkt auf mich wie ein Phoenix, der seine Flügel spreizt, um aus der Asche aufzusteigen. Die weiß lackierten Stahlstreben erinnern mich an Federn. Als ich da draußen stand, lief vor meinem inneren Auge meine eigene New York Geschichte ab. 1998 stand ich das letzte Mal auf der Aussichtsplattform des alten World Trade Centers, wie oft waren wir damals in den 90ern im unterirdischen Gewimmel der Türme unterwegs.

Dateianhang:
Dateikommentar: Sag ich doch - wie ein Phoenix!
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Dateianhang:
Dateikommentar: Im Hintergrund sieht man den Wintergarden des World Financial Centers, den mag ich ja auch sehr :-)
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Und dann 2001! Als wir im Oktober in eine tief verwundete Stadt kamen, die zusammen hielt und wild entschlossen war, sich nicht unterkriegen zu lassen, aber buchstäblich ins Herz getroffen war. Wir wollten nach 9/11 so schnell wie möglich nach New York. Wir wollten begreifen, verstehen, die Surrealität der Fernsehbilder mit der Wirklichkeit abgleichen. Wir standen vor den immer noch rauchenden Trümmern und es war so absurd, unverständlich, unrealistisch. Die Bilder und den furchtbaren Geruch werde ich nie vergessen. Trotzdem erschien es mir damals und auch heute noch wie ein böser Traum. :cry:

Mit einem Kloß im Hals und diesen Gedanken im Kopf stand ich auf dem Platz vor dem Oculus, schaute rauf zum One World Trade Center und dachte mit so viel Liebe: "Da bist du ja wieder, meine Schöne!" Vielleicht findet das der ein oder andere von euch albern, aber mich verbindet so viel mit dieser Stadt, sie ist seit 23 Jahren Teil meiner Geschichte. Da ist so ein bisschen Sentimentalität hoffentlich erlaubt. :P

Dateianhang:
Dateikommentar: Das neue One World Trade Center, hier im Forum auch liebevoll "OWO" genannt.
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Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit einem Bummel durch Downtown, ich wollte auch schon mal schauen, wo das Pier 11 ist, denn mein ausgeklügelter Plan beinhaltete in den nächsten Tagen einen Ausflug mit der Fähre nach Rockaway Beach. Wir machten auch noch einen - traurigen - Abstecher zum ehemaligen South Street Seaport, ein Bild des Jammers. Natürlich ist die Stadt im stetigen Wandel, aber der ein oder andere Wandel gefällt mir nicht unbedingt. Aber natürlich hat mich schon wieder niemand gefragt! ;)

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Dateikommentar: Pier 11? Gefunden! Übrigens fährt hier auch die Ikea-Fähre ab. Falls jemand mal einen "Trulleberg" kaufen möchte.
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Dateikommentar: Strandfeeling in der Großstadt? Mit der Fähre in einer knappen Stunde zum Rockaway Beach!
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Dateianhang:
Dateikommentar: Der frühere South Street Seaport. Möh :-(
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Dateikommentar: Hier wurde gerade ein Schiffchen restauriert.
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Inzwischen waren wir ziemlich durchgefroren, denn da unten am Wasser zog es wie Hechtsuppe. Da man ja von Luft und Liebe allein nicht leben kann, musste Nahrung her. Da wir zeitlich flexibel waren, fuhren wir raus nach Queens. Genauer gesagt nach Sunnyside zu Pete's. Hier hat sich nichts verändert und es ist schön, wenn ein paar Dinge einfach so bleiben, wie sie immer schon waren.

Zurück aus Queens statteten wir dem Rockefeller Center noch einen kleinen Besuch ab. Der Künstler Jeff Koons stellt dort noch bis 23. Juni eine Kunst-Installation aus, eine überdimensionale aufblasbare "Seated Ballerina". Das hört sich bescheuert an, ist es aber nicht. Ich fand sie sehr schön und eindrucksvoll und das, obwohl ich mit Koons' Kunst im Allgemeinen nicht ganz so viel anfangen kann.

Dateianhang:
Dateikommentar: Kennt ihr den Song "Ballerina Girl" von Lionel Richie?
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Dateianhang:
Dateikommentar: Ist das Kunst oder kann das weg? Ich fand sie schön! :-)
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Da die Wettervorhersage uns für den nächsten Tag bombastische Aussichten, gleichzeitig aber den letzten schönen Tag während unseres Aufenthalts prophezeite, beendeten wir diesen Abend relativ früh, um am nächsten Morgen zeitig aus den Federchen kriechen zu können :D



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ach, lustig, ueber das 9th ave festival sind wir an dem samstag auch geschlendert. sehr nett fand ich, dass sie alkohol verkauft haben und es keinen interessiert hat, wenn man damit weitergeschlendert ist. auch nicht die diversen cops, an denen wir vorbeikamen. da faellt mir ein, ich wollte mal nochmal genau nachlesen, wie genau das gesetz jetzt lautet. irgendwas war doch, dass man dafuer nur noch ne verwarnung bekommt

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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 16:07 
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Ich hatte sowieso den Eindruck, dass alles etwas "entspannter" geworden ist. Das Schlendern mit Alkohol haben wir nicht probiert, aber mir war aufgefallen, dass an mehreren Ständen thailändisches Bier zu einem guten Preis angeboten wurde, die wollten, wenn ich mich richtig erinnere, nur $3 oder $4 pro Flasche haben. Das kam mir sehr preiswert vor, da das ja extra importiert werden muss. Wären wir nicht morgens da gewesen, hätten wir vielleicht einen leckeren Cocktail probiert :P


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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 16:34 
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Ich genieße deinen Bericht sehr! Macht Heimweh nach NY :-)

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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 16:57 
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Das nette Feedback von euch freut mich sehr, SEHR! :kuss2:


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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 22:17 
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Hach... so schön deinen Bericht zu lesen. Durch dieses Forum und Deine/Eure vielen Berichte erst so richtig New York-addicted geworden und da ist neues Lesefutter einfach nur toll!


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BeitragVerfasst: 01.06.2017, 22:39 
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Ich glaube ich habe vorher noch keinen von dir gelesen, aber dieser gefällt mir total gut, ich mag deinen stil zu schreiben

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10/2010 Hotel Pennsylvania
04/2014 Wyndham Garden, Lic
03/2016 howard johnson
03/2018 noch offen



For this message the author Maleja has received thanks: Cory (10.06.2017, 21:30)
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BeitragVerfasst: 02.06.2017, 18:49 
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Man liest deine Begeisterung aus jedem deiner Worte, echt schön!

Toller Reisebericht und da hattest du ja echt Glück, der absolute Wahnsinn! (und ja, ich hätte defintiv auch sowas von geheult wenn mein Idol da lang spaziert wäre^^)


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BeitragVerfasst: 02.06.2017, 19:17 
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Sonntag, 21.05.2017

It's a beautiful day! SOOONNNNE! Herrlisch, wie wir im Rheinland sagen. Um diese Herrlischkeit gebührend genießen zu können, waren wir heute sowas von wieselflink auf den (in meinem Fall kurzen) Beinen :D Es könnte der Eindruck aufkommen, beim nachfolgenden Bericht handele es sich um eine neue Episode der beliebten Reihe "und täglich grüßt das Murmeltier". Denn - tadaaa - das Ziel war wieder das OWO!

Dateianhang:
Dateikommentar: Das ist doch schon eher ein Himmel nach unserem Geschmack!
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"Och nööö!", werdet ihr jetzt sagen, aber es lohnt sich dennoch weiterzulesen, versprochen! Heute war im (inzwischen schon legendären, stets präzise funktionierenden) Plan der erste Besuch des One World Observatory vorgesehen. Das macht man natürlich am besten bei gutem Wetter, blauem Himmel und klarer Sicht. Wir kamen dort auch fast ganz ohne Umwege an. Man stolpere einfach mal blindlings in eine gerade fast abfahrende Subway, deren seitliche Schilder inhaltsleer sind, um dann festzustellen, dass man gar nicht mal die richtige Subway genommen hat. Ja, wie konnte das einer alten Häsin passieren?

Wir stiegen Broadway/Lafayette aus und Gottseidank kann ich nicht nur Anfängerfehler, ich kann auch Profi. :mrgreen: An der nächsten Ecke einfach mal orientiert und HA! da ist das Municipal Building. In die Richtung mussten wir, also nichts wie los. Das Wetter war so schön, dass der kleine Spaziergang richtig nett war. Mit unseren Vouchern konnten wir an der Schlange vor den Kassen vorbei (hach, ich liebe sowas), die aber erstaunlicherweise nicht sonderlich lang war. Für die Inhaber von Pässen, Vouchers etc. gab es eine separate Kasse, so dass wir eine Minute später unsere Tickets in der Hand hielten.

Dateianhang:
Dateikommentar: Das Municipal Building, mein ganz persönlicher Wegweiser :-)
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Dateianhang:
Dateikommentar: So sieht das One World Trade Center bei blauem Himmel aus...
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Von der Uhrzeit her passte es auch, wir konnten direkt hoch. Wie geschnitten Brot, ich sachet euch! Ich möchte eigentlich gar nicht so detailliert erzählen, was dort alles geboten wurde. Man kann es auf vielen Seiten nachlesen und ich finde das ein bisschen schade, denn es nimmt den Zauber, wenn einem alles schon so "vorgekaut" wird, am besten mitsamt dem, wie man das zu finden und was man zu fühlen hat.

Dateianhang:
Dateikommentar: Glückliche kleine Frau mit Ticket :-)
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Anyway, ein bisschen erzähle ich, hoffentlich ohne zuviel zu "spoilern". Der Zugang bis zu den Aufzügen ist sehr interessant gestaltet, aber mich zog es sehr vehement nach oben, ich war so aufgeregt! :D Die Aufzugsfahrt an sich war SPEKTAKULÄR! Das ging nur leider sehr blitzartig, man hatte kaum Zeit, alles auch nur annähernd zu erfassen, was da passierte.

Dateianhang:
Dateikommentar: Dem Himmel so nah...
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Dateianhang:
Dateikommentar: Noch ein Panorama
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Oben angekommen, gab es nochmal eine kleine Show, über die ich - dem Himmel sei Dank - nichts wusste. Wie könnte ich es beschreiben, es war eine Achterbahn der Gefühle, der Kloß im Hals wurde immer dicker und die Tränchen liefen schon wieder. Herrje, ich bin aber auch weinerlich in diesem Urlaub!!! Die äußeren Bilder vermischten sich mit denen in meinem Kopf. Was da ablief, war bedeutungsvoll für mich, all die Zeit, all die Jahre... Der Soundtrack, der in diesem Moment in meinem Innersten lief und der für immer untrennbar verbunden sein wird, mit meinen ersten Schritten, meinen ersten Minuten, ganz oben, dem Himmel so nah im neuen World Trade Center, ist dieser:



Oh my love
It's a long way we've come
From the freckled hills
To the steel and glass canyons

From the stony fields
To hanging steel from skies
From digging in our pockets
For a reason not to say goodbye


Ja, es war ein langer Weg, so viele Erinnerungen, Momente, das Schöne, das Schreckliche, unvergessliche Stunden, prägende Erlebnisse, "the time of our lives", Liebe, Begegnungen, Freundschaften. In vieler Hinsicht hat New York mein Leben verändert, beeinflusst. Für mich war die Stadt nie einfach nur ein Reiseziel. Sie hat sich verändert, ich hab mich verändert, aber da ist etwas, das immer bleiben wird. Je älter ich werde, je näher die Einschläge kommen, je bewusster bin ich mir darüber, dass am Ende nicht das volle Konto oder die Vernunft zählen werden. Die schönen Momente sind die, die ich für immer behalten werde und das war alles wert.

Es gibt ein schönes Zitat von Cicely Saunders: "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben."

Dateianhang:
Dateikommentar: Die Brooklyn Bridge ganz klein.
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Dateianhang:
Dateikommentar: Den Mann kennt ihr ja schon ;-)
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Die Aussicht war natürlich gigantisch und atemberaubend. Meines Erachtens stellt das OWO eine wunderbare Ergänzung zu den anderen Aussichtsplattformen dar, jede hat ihre eigenen Vorzüge und ihren eigenen Charme. Von der Perspektive her war es genauso, wie ich es vom alten WTC in Erinnerung hatte. Man ist so weit oben, dass alles drumherum wie eine Miniaturlandschaft wirkt. Durch die Glasscheiben ist allerdings das Fotografieren erschwert und selbst an einem klaren Tag wie diesem, hatte alles so einen kleinen Grauschleier.

Da das Wetter so schön war, zog es uns danach zu einem Outdoor-Event und wir entschieden uns, den Brooklyn Flea Market in DUMBO zu besuchen. Im Brooklyn Bridge Park blieben wir aber erst mal bei einem "Doggy Training" hängen. Das war so eine Art "Martin Rütter" auf amerikanisch und interessant anzusehen. Der trainierte Hund war zuckersüß und sehr brav und folgsam - beim Hundetrainer. Frauchen allerdings, nahm er erkennbar nicht ganz so ernst und kaum übernahm sie ihn wieder, machte er eigentlich nur noch, was er wollte und nicht, was er sollte. :mrgreen:

Dateianhang:
Dateikommentar: Hach, wie schön ist es hier.
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Dateianhang:
Dateikommentar: Der Brooklyn Bridge Park ist immer einen Ausflug wert.
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Dateianhang:
Dateikommentar: An der Manhattan Bridge mag ich das Filigrane und die außergewöhnliche Farbe
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Der Flohmarkt gefiel uns sehr gut. Erstmal sind die Kulisse und die Location ganz wunderbar und das Angebot war auch klasse, denn es gab sehr viel echtes Vintage Zeug. Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt, denn der New Yorker an sich isst ja gerne (ok, wer nicht?).

Dateianhang:
Dateikommentar: Das ist doch mal ein toller Flohmarkt!
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Da der Tag ja ein echtes Träumchen war, hatte ich wieder mal eine meiner grandiosen, wohl durchdachten Ideen und schlug vor, dass wir doch mit der Fähre wieder rüber nach Manhattan fahren könnten. Gut, dass darauf sonst keiner gekommen war. Außer den geschätzten 250 Leuten in der Schlange, was wir leider erst gemerkt haben, nachdem wir 2 Tickets schnell per App gekauft hatten. Die Technologie hat ja nicht immer nur Vorteile und nachdem wir das erste Schiff fahren lassen mussten (wir wären FAST mit drauf gekommen, aber leider nur fast), fehlte uns die Motivation, weitere 30 Minuten zu warten.

Dateianhang:
Dateikommentar: Ja und DAS wäre IHR Boot gewesen ;-)
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Am Abend gingen wir zum Lincoln Park Grill. Ich hatte recht günstig einen Groupon Gutschein erstanden und Burger & Co. gehen doch fast immer. Der Laden war unfassbar laut. Ich würde sagen, es ist eher eine Sportsbar als ein Restaurant und das Essen war nicht unbedingt wiederholenswert (um ein Bierchen zu trinken, fand ich ihn aber nicht schlecht). Dort passierte im Laufe des Abends tatsächlich ein NY Moment, aber einer der ganz anderen Art...

Am Tisch gegenüber saß ein junges Paar. Wie gesagt, es war recht laut in dem Laden, trotzdem bekamen wir mit, dass der Typ seine Freundin anschrie. Er wurde immer lauter, sie immer kleiner. Da war etwas an dieser Situation, was mir überhaupt nicht gefiel. Dann schlug er mehrmals aggressiv auf den Tisch, so hart, dass ich mich regelrecht erschreckte. Der Mann (also der meine) drehte sich um und warf ihm einen langen, strafenden Blick zu. Das hielt den Jüngling aber nicht davon ab, sich weiterhin schlecht zu benehmen.

Plötzlich stand die junge Frau auf und ging zur Toilette. Wie an unsichtbaren Fäden gezogen, erhoben sich parallel drei weitere Frauen (unter anderem ich) von ihren Sitzen. Wir folgten ihr und reihten uns vor dem Waschbecken auf. Was dann folgte, war weiblicher Zusammenhalt im allerbestem Sinne. Drei Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Hautfarbe führten ein Gespräch mit einem jungen Mädchen, das vielleicht zu jung war, die Signale zu spüren, die wir drei sahen. Die rote Ampel, eine Linie, die überschritten worden war.

Dateianhang:
Dateikommentar: Bild ist selbsterklärend
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Zwischendurch kam eine weitere Frau dazu, die wir nur mit Mühe davon abhalten konnten, dem Typen da draußen eine auf die Muppe zu geben :lol: und auch die Kellnerin erkundigte sich, ob alles in Ordnung wäre. Es stellte sich heraus, dass das Mädchen mit diesem Typen verlobt war und ihn bald heiraten wollte. Sie hatte extra ihren Job aufgegeben und war von Florida nach New York gekommen und arbeitete nun in seiner Firma.

Die Einzelheiten des Gesprächs, das wir mit ihr führten, wären zu lang. Aber so unterschiedlich wir waren, so einig waren wir uns darüber, dass so ein Verhalten niemals akzeptabel oder tolerierbar ist. Man kann in Beziehungen unterschiedlicher Meinung sein, aber was wir gesehen hatten, war die Vorstufe zur Eskalation. Wer sich so verhält, wird irgendwann zuschlagen. Wenn ein Mann es nötig hat, seine "Macht" auf diese Weise zu demonstrieren ist das immer ein Zeichen dafür, dass man als Frau die Beine in die Hand nehmen und laufen muss, so schnell man kann.

Sie verließ unsere kleine Zusammenkunft sichtlich gestärkt, versorgt mit den Handy-Nummern der beiden Amerikanerinnen und einem alternativen Job-Angebot, denn eine der anderen Damen war tatsächlich Unternehmerin im exakten Tätigkeitsbereich der jungen Frau. Natürlich weiß ich nicht, wie das alles ausging, aber ich hoffe, wir konnten in ihr etwas bewegen. Keine Frau sollte sich so behandeln lassen. Hinterher fragte ich mich, ob die gleiche Situation in Deutschland auch so gelaufen wäre. In punkto Sistahood können wir uns von den Amerikanerinnen vielleicht eine Scheibe abschneiden.

Da wir sowieso schon in der Nähe waren - har har har :mrgreen: gab es danach noch einen Absacker bei Rudy's. Wundersamer Weise war auch an diesem Abend ein Plätzchen für uns frei. Das war doch bestimmt so ein Karma-Dingens, oder?



For this message the author Marion has received thanks: 4 Federleicht (02.06.2017, 20:51), gila (02.06.2017, 19:58), Hannemie (02.06.2017, 20:18), ratemal (02.06.2017, 19:48)
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BeitragVerfasst: 02.06.2017, 20:20 
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:lol: und jetzt, jetzt sitze ich hier und heule :lol:

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Liebe Grüsse Hannemie :)



For this message the author Hannemie has received thanks: Marion (03.06.2017, 00:32)
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OMG ist das unglaublich wunderbar mit der Frau bzw den Frauen im Restaurant, wie in einem Film!
Nein, ich glaube das wäre in Deutschland eher nciht passiert, vermutlich hätte man eher weg gesehen.
Ganz großes Kino!

Der Ausblick ist in der Tat interessant aber Glas ist natürlich immer so eine Sache. Wenn sich vieles zu stark spiegelt, kann man die Fotos im nachhinein (fast) vergessen.


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BeitragVerfasst: 03.06.2017, 00:43 
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Ach, Hannemie! Nicht weinen, sonst muss ich auch schon wieder :D und ich habe für meine Verhältnisse dieses Jahr schon genug geheult ;)

Die Situation mit uns drei Frauen war tatsächlich ein bisschen wie im Film. Wir sind alle im exakt gleichen Moment mit der selben Idee aufgestanden. Wir haben die Bedrohung regelrecht gefühlt.

"Monsieur le Großkotz" wartete übrigens sehr kleinlaut vor der Toilette und wenn Blicke töten könnten, dann hätte er den Abend nicht heil überstanden. Das stabile Mädel, das ihn verkloppen wollte, hatte ihn wohl zwischendurch auch schon in der Mangel. :mrgreen: War kein leichter Abend für ihn.


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