New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Timing ist alles | Sonntag, 12.06.2005

Timing ist alles

Sonntag, 12.06.2005


von Marion und Thomas Reichwein

World Trade Center 7 Was könnte "hazy, hot and humid" wohl heißen? Nun, am besten stellt man sich das so vor: Man zieht sich einen Skianzug an (Helm ist optional), begibt sich damit in eine finnische Sauna und startet einen Wäschetrockner, der mit Umluft arbeitet. Genau ein solcher Tag war heute (eigentlich gestern auch...).

Wir beschlossen als erstes einen Stopp zum Frühstücken einzulegen. Da uns Saschas Empfehlung (das Andrews) sehr gut gefallen hatte, sollte dies unser erster Halt an diesem Morgen sein. Der PATH-Train brachte uns zum World Trade Center, von wo aus wir in den Financial District abbogen (vorher noch eben schnell World Trade Center 7 bewundert) und in der 116 John Street vor dortigen Andrews-Filiale stoppten.

Frühstück bei Andrews Ein unglaubliche Frühstück später machten wir uns zu Fuß auf und gingen zum South Street Seaport (nein, keinen Chicken-Teriyaki-Nachschlag). An einem Sonntagmorgen ist die Gegend um die Fulton-Street sehr wenig frequentiert, so dass man in Ruhe schlendern und das eine oder andere Foto schießen kann.

Mit dem M15-Bus ging es dann nach Norden bis zur 57th Street, von wir dann Crosstown gingen und die Puerto Rican Day Parade auf der 5th Avenue bewunderten. Es war schier unglaublich, was da los war. Weit über 100.000 Menschen feierten ausgelassen und waren in Bombenstimmung und das geht sogar ohne Alkohol!

In der unglaublichen Hitze hielten wir nur ca. eine halbe Stunde durch und flüchteten in den Trump Tower, wo uns wieder ein tolles Eis erwartete...

Tudor City Anschließend ging es wieder Crosstown (diesmal mit dem klimatisierten Bus) und anschließend entlang der 2nd Avenue nach Tudor City. Hier ließen wir erst einmal zu Eistee und Diet Pepsi die Füße baumeln und beobachten ein uraltes Pärchen beim turteln. Sie hatte ungelogen ein pinkfarbenes T-Shirt an mit dem Aufdruck: "I don't need your atitude, I got my own!". Marion saß auf einer Parkbank, während Thomas noch ein paar Motive suchte. Plötzlich kam ein Mann mit einer Pocketausgabe eines winzigkleinen Hundes vorbei. Dieser dachte, dass er Marion um etwas zu fressen anbetteln könne und ihr Besitzer stellte klar: "She likes ice cream, just for the next time."

Deutsche Ausstellung in der Grand Central Der nächste Abstecher hieß Grand Central Station. Hier fand eine Ausstellung über Deutschland statt. Wir machten uns auf das Schlimmste (Frauen im Dirndl und Männer in Lederhosen beim Sauerkrautwettessen) gefasst und wurden sehr angenehm überrascht. Wir trafen auf eine sehr gut gemachte, multimediale Ausstellung, die von extrem gut deutsch sprechenden Hosts (aus dem guten alten Goethe-Institut) begleitet wurde. Ein Film dokumentierte die deutschen Fähigkeiten und Tugenden (Porsche bauen, Wein anbauen, Forschung betreiben etc.) und wurde mit unserer Lieblings-Denglish-Comedian Gayle Tufts aufgewertet.

Chelsea Piers Von der Grand Central fuhren wir mit der Subway und anschließend mit dem M23 zu den Chelsea Piers, wo wir gerade noch das Ende von "Music at the piers" mitbekamen. Wir nutzten die Gelegenheit, ein wenig die Sportanlage des Piers zu inspizieren und verknüpften das Ganze mit einer kleinen Chelsea Walking Tour zwischen der 10th und 9th Avenue bzw. der 23rd und der 20th Straße.

Der M23-Bus brachte uns anschließend zum Madison Square Park, wo es ein gigantisches Musikfestival mit kostenlosem BBQ gab. Der Park war brechend voll mit Menschen und die Musik wirklich sensationell. Künstler, die so genial R&B spielten, dass selbst B. B. King, John Lee Hooker und Tina Turner blass geworden wären... Unglaublich, wirklich unglaublich!

Das Empire State Building Irgendwann rissen wir uns los und gingen die 5th Avenue mit Blick auf das Empire State Building entlang und bogen bei der 32nd Street ab und kamen direkt am Greeley Square heraus. In der Manhattan Mall gab es ein kleines Abendessen beim hiesigen Japaner und in Jack's 99 Cent-Store fielen uns dann noch ein paar Kleinigkeiten in die Einkaufstasche. Marion brauchte noch die Sunday Times (die leider heute nicht Bestandteil des morgendlichen Hotelservices war) und einen kleinen Snack von Dunkin' Donuts.

Der PATH-Train am Greeley Square sollte uns eigentlich relativ schnell nach Jersey City bringen, aber es kam anders. Zuerst waren die Züge unglaublich voll, da die Puerto Rican Day Parade zeitgleich mit unserem Rückreisevorhaben zu Ende ging. An der Station 14th Street ging dann plötzlich nichts mehr. Mit offenen Türen und mit reduzierter Klimaanlagenleistung warteten wir auf die Weiterfahrt und es grassierten die wildesten Theorien für den Grund des Stillstands. Nach ca. 20 Minuten in der kuscheligen Atmosphäre glaubten wir alle den Grund gefunden zu haben. Police Officers hatten offensichtlich jemanden gesucht und wohl auch gefunden.

Nach dieser unplanmäßigen Verzögerung kamen wir in der Grove Street in Jersey City an und mussten noch eine Station "zurückfahren", da es keine Direktverbindung zwischen der 33rd Street von Manhattan und der Station Exchange Place gibt. Nach 10 Minuten des Wartens auf der Platform kam dann auch der richtige Zug Richtung WTC, so dass wir gegen 20:45 endlich geschafft im Hotelzimmer ankamen.

Eine Dusche, anderthalb Donuts und eine Sunday Times später ging es uns wieder etwas besser...

© 2000-2012 by Marion & Thomas Reichwein
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