New York Reiseführer - NYC-Guide.de | Timing ist alles | Freitag, 10.06.2005

Timing ist alles

Freitag, 10.06.2005

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von Marion und Thomas Reichwein

Endlich mal ein New York-Flug ohne mitten in der Nacht am Flughafen zu sein. Also erschienen wir gut gelaunt am Flughafen Düsseldorf. Es hätte ein so schöner Tag werden können, da wir uns extra den Sparbrötchen-Langzeit-Parkplatz P23 ausgesucht hatten.

Tja, wir fanden den Parkplatz P23 schließlich auch - das Problem war nur, dass trotz vorheriger Ankündigung durch das Verkehrsleitsystem der Parkplatz mit dem dezenten Hinweis "Besetzt" partout die Schranke nicht öffnen wollte. Also musste es der angrenzende P25 sein - ein Acker, den Thomas grummelnd mit den immer wiederkehrenden Worten "60 Euro? Ich glaube, die spinnen!" verließ.

Beim Terminal angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Check-In. Zuerst mussten wir an einer Frau vorbei und uns Fragen zu unserem Gepäck stellte, während sie unsere Pässe und Flugtickets kontrollierte.

Nachdem wir diese Hürde geschafft hatten, dachten wir schon "Hey, that was easy!", bis uns ein Angestellter abfing, der uns bat, doch einmal mit ihm zu kommen. Die Reise ging nicht sehr weit und endete in einem kleinen, durch spanische Wände abgetrennten Bereich, in dem wir unsere Koffer öffnen durften. Dabei stellte sich doch glatt heraus, dass man seit April 2005 nicht nur keine Feuerzeuge mehr im Handgepäck befördern darf, sondern auch keine Sprühflaschen mit Deo, Haarspray oder ähnlichem, was man als Flammenwerfer missbrauchen könnte.

Gott sei Dank war dies ein netter Mensch, der uns nach seinem Vortrag noch die Chance gab, die Sachen in den Koffer umzupacken. Nach dem - durch die vorherige Sitzreservierung - unproblematischen CheckIn machten wir uns auf dem Weg zu diversen Zeitschriften-/Buchläden und natürlich zum Duty Free-Shop.

Wir beschlossen, ausnahmsweise einmal früher zur Waiting Area zu pilgern und durchliefen zwei Handgepäck- und eine weitere Passkontrolle. Die Wartezeit für das Boarding verlängerte sich um ca. 30 Minuten. In der Maschine angekommen kam dann der nächste kleine Schock. Der Airbus A300-333 war zwar relativ neu, die Sitzreihen aber sehr eng. Durch den Gang kam der Getränkewagen nur so gerade eben und selbst Menschen wie Thomas in Al Pacino-Größe (1,71 - 1,73 je nach Wetter) stießen mit den Knien an den Sitz des Vordermanns.

Das Entertainment-System bestand aus Gemeinschaftsbildschirmen, die über den Sitzen des Mittelbereiches herunterklappten. Kopfhörer sollten 2,50 Euro pro Person extra kosten, was uns aber nicht juckte, da wir den iPod dabei hatten, dessen Kopfhörer ideal in die Buchse passten.

Der Flug startete unmittelbar nach dem Boarding und das Flugzeug war extrem leise, was man von diversen sehr schlecht gelaunten Kleinkindern nicht sagen konnte. Das Personal war ausgesprochen nett und das Essen recht lecker! Unser Purser hatte sein eigenen Humor und servierte uns "Puffbrause mit Schnittchen" (ein Sandwich mit einer kleinen Flasche Prosecco kurz vor der Landung) und zum Ausfüllen der Formulare für die Immigration lief ein gut gemachter Film (3-mal), was die Leute aber nicht davon abhielt, doch wieder alles falsch auszufüllen. Während des gesamten Fluges war das Personal sehr aufmerksam und es gab auch gratis ein schickes Reiseset mit Kamm, Zahnbürste, Zahnpasta, Socken und Ohropax, was sich mit der Preispolitik der Kopfhörer genau so wenig deckt, wie der Prosecco...

Nach der pünktlichen Landung auf dem JFK Airport mussten wir wie immer durch die Immigration. Leider war die Halle trotz der geöffneten 50 Schalter brechend voll und nur der fleißigen Arbeit der Dispatcher war es zu verdanken, dass alle wieselflink abgearbeitet wurden. Die Wartezeit wurde auch subjektiv dadurch verkürzt, dass man immer in Bewegung war und keine Zeit hatte, das Handgepäck abzustellen.

Nach der Zuweisung der "richtigen" Schlange durch den Dispatcher traten wir nach dem obligatorischen "Next"-Schrei vor den Immigrationsbeamten. Dieser stellte die üblichen Fragen zu unserem Aufenthalt (warum wir in New York sind und wie lange wir bleiben) und sah sich dann schweigend unsere Formulare an. Er schwieg und blätterte... schwieg und blätterte weiter... schwieg und blätterte immer noch... Die Spannung war unerträglich... Und dann kam der Moment, an dem wir dachten, "it's running down like oil". Er sagte plötzlich, "Finally someone who knows how to fill out the form!".

Das Eis war gebrochen und es entwickelte sich ein kleiner Chit-Chat, in dessen Verlauf er uns sein Leid über falsch ausgefüllte Formulare klagte... Nach der netten Unterhaltung machten wir uns beschwingt auf und suchten unser Gepäck am Luggage Claim.

Das alles so problemlos lief und wir unser Gepäck direkt in den Händen hielten, verloren wir unsere Demut und jeder, der uns kennt weiß - das kann nicht lange gut gehen. Die Strafe folgte in Form einer unglaublich langen Schlange vor den Zollbeamten, die sich gar nicht reduzieren wollte. Als wir dann endlich dran waren, war der Beamte tierisch genervt. Was man aber verstehen kann, wenn man solche Massen an Touristen abfertigen muss...

Weiter ging es dann zum AirTrain, denn wir hatten uns diesmal bei der Anreise ins Hotel für die Sparbrötchen-Variante entschieden. Was sich in der Theorie immer relativ kompliziert anhörte, war in der Realität dann doch ganz simpel. Zwischen den einzelnen Terminals ist die Benutzung kostenlos, wir fuhren aber weiter bis zur Subway Station Jamaica. Die $ 5 Gebühr haben wir dann mit "Pay per Ride"-MetroCards bezahlt, die man vor Ort kaufen kann und ohne die man aus dem AirTrain-Bereich gar nicht herauskäme.

PATH-Station Mit der Subway E machten wir uns dann auf Richtung World Trade Center, wo wir eine knappe Stunde später dann auch ankamen. Wir fahren ja gern Subway, aber nach dem langen Flug zog sich die ganze Angelegenheit dann doch etwas kaugummiartig hin. Aber was tut man nicht alles, um im NYC-Guide qualifiziert mitreden zu können... Anschließend mussten wir nur noch den Hudson River mittels PATH-Train überwinden, was sich auch als überraschend einfach herausstellte. Neuerdings kann man die Gebühr für den PATH-Train auch mit der (in vorauseilender Weisheit ausreichend aufgefüllten) "Pay per Ride"-Metrocard entrichten. Der Fahrpreis in Höhe $ 1.50 wird einfach vom Guthaben abgezogen.

Das Hotelzimmer Die PATH-Station in Jersey City ist wirklich nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt und so standen wir auch direkt vor dem Hyatt. Die Angestellten waren durchweg alle unglaublich freundlich und der Check-In war eine Sache von Minuten. Unsere günstige Priceline Rate von $ 55 wurde mit keiner Silbe erwähnt und man hätte nicht netter sein können.

Das uns zugewiesene Nichtraucherzimmer Nr. 742 mit King Size Bed stellte sich als sehr schön, jedoch ohne den von Marion herbeigesehnte "Midtown view" heraus. Um es kurz zu machen - es gelang ihr, uns ein Zimmer mit "killer view" zu beschaffen (Nr. 743). Wie gesagt, diese Hyatt-Angestellten waren einfach unglaublich! "We are happy to offer you the best available Room with Midtown view." Nach dem Auspacken rief dann noch Erica von der Rezeption an, um zu fragen, ob alles nach unseren Wünschen sei. Wir waren baff!

Der Killer-View aus dem Hyatt

Übrigens verfügt das Haus über vier große Aufzüge. Drückt man den Knopf, um den Aufzug zu holen, dauert es keine 10 Sekunden und eine der vier Türen öffnet sich.

Thomas im Greeley Square Park Entsprechend unserer bewährten Strategie, den Jetlag zu bekämpfen, machten wir uns dann noch einmal auf den Weg nach Manhattan, um in alter Tradition eine Burger Combo bei American Burger zu besorgen und im Greeley Square Park zu vertilgen. Nach ein paar Einkäufen machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel, wo wir noch eine Weile die fantastische Aussicht bei Nacht genossen.

Zurück im Hotel kümmerte sich Thomas darum, das Internet ans Rennen zu bekommen - einen sehr langen Tag und eine warme Dusche später fielen wir in unserem super-komfortablen Zimmer in einen wunderbaren Schlaf.
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© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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