New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | It's only Rock 'n' Roll, but we like it | Freitag, 27.09.2002

It's only Rock 'n' Roll, but we like it

Freitag, 27.09.2002


von Marion und Thomas Reichwein

Marion @ Gremercy ParkNach dem Frühstück, das wieder von deutschen Szenarien dominiert wurde (same procedure as last day), machten wir uns auf, zu Fuß downtown Richtung Union Square zu machen. Dabei entdeckten wir mehr oder weniger per Zufall den "berühmten" Gramercy Park, den wohl einzigen privaten Park in New York. Die Anwohner und die Gäste des "Gramercy Park Hotels" haben einen Schlüssel für diesen sehr gepflegten und mit ein paar Statuen versehenen Park, der mitten durch die Lexington Avenue geht oder umgekehrt (jedenfalls lässt sich an der Stelle die Lexington Avenue nicht weiter durchfahren).

Im Union Square Park haben wir dann erst einmal wieder Rast gemacht und auf einer Parkbank die Leute beobachtet. Wir entdeckten eine Skulptur eines bemalten Hundes, der zu Ehren der Rettungshunde vom 11. September dort aufgestellt worden war (wie wir spätere gesehen haben, gibt es diese Hunde überall in Manhattan - Heidi Klum hat wohl den auf der 5th Avenue bemalt).

Da Marion unbedingt noch mal den K'Mart sehen wollte, um sich dort eine weitere Version ihrer Cubbie Cuddlers zu kaufen, hieß die neue Richtung Astor Place.

Rettungshund im Union Square Im K'Mart haben wir dann insgesamt doch ein paar Schuhe mehr als geplant abgestaubt (buy two and get the second pair 50 % off) und wurden prompt an der Kasse angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, den neuen Self Service beim Bezahlen auszuprobieren. Auch Thomas Rettungsversuch mit dem Hinweis auf ein Touristenvisum half nichts, wir waren fällig! Die freundliche Dame erklärte dann geduldig, wie einfach es war, die Produkte durch den Scanner zu ziehen und anschließend Bündel voll Dollarscheine in den Automaten zu schieben. Lediglich beim Verlassen des K'Mart klingelte dann zwar die Alarmanlage und ein Security-Mensch wollte alles sehen, was wir mit und rumschleppten, aber das Bezahlen war echt einfach...

Nach so viel Stress war erst einmal Erholung angesagt. Wir fanden an der Ecke "Virgin Megastore" und "Union Square" einen Cosi, bei dem man auch draußen sitzen konnte. Marion bestellte einen Kaffee und ein "Mocca Thing" für Thomas, der draußen als einziger den Tisch samt Stühlen bewachte. Das tat wirklich gut, sitzen, was Leckeres trinken und einfach wieder Leute beobachten.

Marion....... und Thomas @ Cosi


Fünf Busse später beschlossen wir, dem "Virgin Megastore" einen Besuch abzustatten, um Ausschau nach der neuen Stones CD zu halten. Dummerweise sollte die dann erst am nächsten Dienstag erscheinen, so dass wir wieder unverrichteter Dinge den Laden verließen - nein, so ganz stimmte das ja auch nicht. Wir lösten mal wieder Alarm aus (Danke K'Mart, Danke) und mussten mal wieder unser "Wir waren es aber gar nicht"-Gesicht aufsetzen...

Wir beschlossen, die Park Avenue (South) wieder zurück zu gehen und unterwegs etwas zu Essen. Noch in der direkten Nähe des Union Square fanden wir einen Sushi Take out, in dem Marion eine Palette wahnsinnig leckerer Beute fand. Im Hotel fielen wir dann auch erbarmungslos über die kleinen wehrlosen Snacks her... So gut gestärkt, machten wir uns um 17:00 Uhr auf zu Elke und Oliver und warfen einen kurzen Blick auf die Chat-Aktivitäten im NYC-Guide und verabredeten uns dann zum Abendessen mit den beiden für 19:00 Uhr. Die Zeit dazwischen war mit "Winter Garden"-Sightseeing verplant.

Ground ZeroAuf dem Weg zum Winter Garden kamen wir natürlich an Ground Zero vorbei, wo inzwischen Gedenktafeln mit den Namen der Opfer angebracht und einige Informationstafeln zum World Trade Center montiert waren. Nach wie vor zieht diese unglaubliche Baustelle Unmengen von Menschen an, die versuchen, zu verstehen, was da passiert ist. Allerdings gibt es auch eine Menge Leute, die das Ganze als Ausflug nach Disneyland interpretieren und sich prächtig amüsieren...

Das World Financial Center ist wirklich beeindruckend. "Tower 1" und "Tower 2" erstrahlen in dem mächtigen Marmorglanz, wie es einst auch das World Trade Center tat und es ist einfach toll, hier durch zu gehen. Vom "Tower 2" des "World Financial Centers" gelangt man jetzt in den "Winter Garden", den man vorher ja durch eine Brücke des World Trade Center-Komplexes erreicht hatte. Übrigens befindet sich an dieser Stelle jetzt eine riesige Glasfassade mit direktem Blick auf Ground Zero...

Der Winter Garden ist wieder in altem Glanz erstrahlt! Wüsste man nicht, was passiert ist, würde man den 50 Millionen Dollar teuren Wiederaufbau nur daran erkennen, dass die Palmen kleiner sind (die ursprünglichen Pflanzen waren nicht mehr zu retten), viele Geschäfte noch gar nicht wieder präsent sind ("Coming soon"-Schilder) und dass es überall ganz neu riecht. Richtig traurig wird es halt, wenn man auf einer der Bänke sitzt und durch die Glaskuppel das World Trade Center sucht...

Winter Garden Wir saßen noch eine Weile im bzw. später dann vor dem Winter Garden, als wir beschlossen, die Skulptur "The Sphere" zu suchen, die nach dem Einsturz des WTC beschädigt als temporäres Denkmal im Battery Park aufgestellt wurde. Wir gingen also am Wasser entlang Richtung Battery Park, als Thomas plötzlich zwei Gestalten im Jogginganzug auffielen, die auf dem Gelände saßen und Faxen in eine Fotokamera machten.

Erkan und StefanThomas erkannte die beiden sofort und sagte zu Marion: "Sieh mal, da sind Erkan und Stefan!". Marion musste zweimal hinsehen, weil die "Verkleidung" mit den Jogginganzügen, Goldketten, Mützen etc. in New York ja nicht so selten vorkommt. "Du hast Recht!", sagte Marion und schlug vor, dass Thomas doch so tun sollte, als ob er sie filme, um dann unauffällig an ihr vorbei das Duo einzufangen.

The Sphere @ Battery ParkThomas stellte sich offenbar ein wenig ungeschickt an, da er prompt ertappt wurde.
Es hallte ein freundliches "Respekt!" und schon waren wir mitten in einem kleinen Small Talk mit den ersten Stars, die wir in New York gesehen hatten (die Stones zählten ja nicht, da hatten wir ja auch Karten...). Marion meinte noch "Da ist man in New York und wen trifft man? Nur Deutsche!". Nach ein paar Minuten war das Ganze auch schon wieder vorbei, weil wir ja auch die Fotosession nicht weiter stören wollten... Ach und die Sphere haben wir dann natürlich auch noch gefunden.

Nach einem sehr leckeren Abendessen mit Elke und Oliver im Walkers und einem kleinen Absacker in einer echten New Yorker "Fire Department"-Bar, war auch für uns der Tag so langsam beendet und wir fuhren heim ins Hotel.

© 2000-2012 by Marion & Thomas Reichwein
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