New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Sound of Death | Freitag, 26.05.2006

Sound of Death

Freitag, 26.05.2006


von Marion und Thomas Reichwein

SunriseHeute hieß es schon ganz früh aufwachen, um den Sonnenaufgang über der Skyline nicht zu verpassen. Und Recht hatten wir - es war wirklich ein unbeschreibliches Bild, wie der orange Feuerball immer größer aufstieg.

Als Frühstücks-Location stand Au Bon Pain zur Auswahl, wo wir uns ein leckeres Bagel-/Apple Strudel-Gemisch zusammenstellten und draußen an den Tischen in der Sonne genossen.

Essen? Wo?Satt und gestärkt ging es mit dem PATH in Richtung Harrison, wo ein Bus Nr. 40 auf uns warten sollte. Wir waren da, die Bushaltestelle nicht, also beschlossen wir uns durchzufragen, was darin endete, dass uns eine nette Frau den Tipp gab, einfach bis Newark mit dem PATH weiterzufahren, da dort der 40er Bus direkt losfahren würde. So einfach, wie es sich anhörte, war es dann aber doch nicht. Zuerst fuhren wir peinlicherweise eine Station in die falsche Richtung und dann fanden wir die Bushaltestelle an der Newark Penn Station immer nur auf dem Plan und nie im richtigen Leben. Witzig auf der Fahrt war eine gigantische, total verschmutzte Industrieanlage am Wegesrand, auf deren großen, dreckigen Flüssigkeitstanks in großen Lettern die Worte "Don't Polute" aufgedruckt waren - so ähnlich wie im Sopranos-Vorspann das "Drive Safely "...

Ein freundlicher Herr von der Information führte uns auf den rechten Buspfad zurück und 10 Minuten später saßen wir in einem 40er-Bus mit einer sehr übellaunigen Busfahrerin, die ihren Gemütszustand an dem Getriebe und den Stoßdämpfern ausließ und mit einem satten Plop auch an dem Rückspiegel eines parkenden Fahrzeugs. Unendlich lange Zick-Zack-Schlangen und Schleifen rund um den Flughafen brachten uns dann irgendwann zum Jersey Gardens Outlet.

Jersey Gardens OutletNach über drei Stunden des erfolglosen Shoppingversuchs und einer erfolgreichen Nahrungsaufnahme traten wir die Heimreise zum Hotel an. Leider war der Busfahrer zurück zur Newark Penn Station noch übellauniger, als seine Vorgängerin. Nicht nur, dass sein Charakter von einem Dauerhupen geprägt war, er ließ auch einen wild winkenden und schreienden Gast an einer der Bushaltestellen einfach rechts liegen und zog mit Gelassenheit an dem armen Mann vorbei. Übrigens regnete es und das Intervall dieser Busse ist nicht allzu häufig, so dass der zurückgelassene Passagier mindestens noch einmal 30 Minuten im Regen stehen musst.

Yankee StadiumDer PATH brachte uns zurück ins Hotel, wo wir kurz auftankten, nur um anschließend wieder mit PATH und der Subwaylinie 4 zum Yankee Stadium aufzubrechen. Auf der Fahrt mit dem Expresstrain stellte sich heraus, dass durchaus 5.000 Menschen in einen Subwaywagen reingehen, wenn man nur ausgiebig genug quetscht. Rechtzeitig zum Bersten der Metallnieten war aber dann die 161. Straße erreicht, so dass wir die Freiheit genießen konnten. Schnell noch die Tickets am Will Call-Schalter abgeholt und schon ging es ganz nach oben in die letzte Reihe (X) des Stadions. Nicht nur, dass wir von da einen grandiosen Blick auf das Geschehen hatten, wir kamen auch just in time. 19:02 Uhr waren wir da und um 19:05 ging's los.

Tom's Heaven...Unglaublich diese Atmosphäre bei einem solchen Spiel. Einfach unbeschreiblich das Gemisch aus kurzen Hymnen der einzelnen Spieler, Mini-Quizen, Heiratsanträgen, Jubel- und Buhrufen, Publikumsausschnitten,  essenden und trinkenden Menschen, die im Sekundentakt aufstanden, Essen und Trinken holten, zwischendurch telefonierten und jubelten und buhten... Ach ja und gespielt wurde natürlich auch noch... Bei der Hälfte des zweiten Innings standen traditionell alle auf und sangen im Gedenken an die gefallenen Soldaten im Irak "God bless America" - bis auf Mum, die sich aufgrund der Höhe und des steilen Winkels bibbernd in den Sitz krallte.

...Mum's HellUnser Timing war diesmal großartig. Wir verließen das wirklich spannende Spiel beim Stand von 4:4 trotzdem etwas früher, um besser mit der Subway zurückzukommen und beim Flamingo noch etwas zwischen die Kiemen zu bekommen. Wir stiegen gerade in Jersey City aus dem PATH da fing es an zu schütten, was die Yankees mit einem Rain Break zelebrierten.

Das Flamingos hatte sich in den letzten fünf Monaten nicht verändert. Wie beim ersten Mal hatten wir diesmal die Besitzerin vor uns, bei der wir unsere Bestellung platzierten. Der Mann in der Küche formally known as Steve versuchte sich an der Erstellung von Sandwiches, mit demselben Erfolg wie seine Vorgänger. Er bekam nichts so richtig auf die Reihe und handelte sich einen Anschiss nach dem anderen ein. Die Klientel war die Übliche und erstreckte sich von Steve Martin in der Out-of-Prison-Version bis hin zu Jim Carrey-Cable Guy.

Mit unserer Beute unter dem Arm machten wir uns auf den Weg ins Hotel. Der Regen war wie weggeblasen und wurde durch Blitze über Manhattan abgelöst - ein tolles Szenario. Die Sandwiches zogen wir uns dann noch im Hotel rein und fielen todmüde ins Bett.

Ach ja - die Yankees haben gegen die Kansas Royals mit 7:6 verloren :-( Wenn man nicht alles selber macht...

© 2000-2012 by Marion & Thomas Reichwein
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