New York Reiseführer - NYC-Guide.de | 2 Samurais | Mittwoch, 22.09.2004

2 Samurais

Mittwoch, 22.09.2004

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von Marion und Thomas Reichwein

Flughafen Köln/Bonn, 6:30 Uhr, die Figur sitzt - dank Rahmsößchen made by Ehefrau! Es ist mal wieder soweit: Dank einer großzügigen Finanzspritze durch Hobby-Chauffeurin (Mum) fliehen wir vor dem Alltag in Deutschland in die USA. Die ersten Hürden an diesem Tag waren keine vergessenen Flugtickets, Reisepässe oder überhörte Wecker, nein die erste Hürde nannte sich eTicket. Als Verfechter jeglicher elektronischer Gimmicks in noch so unpassenden Lebenslagen, freute sich Thomas auf den fachgerechten Einsatz des eTickets beim so genannten Quick-CheckIn. Aber es stellte sich doch sehr schnell heraus, dass Marions Skepsis Oberwasser behielt, da sich der Automat schlichtweg weigerte, zwei Tickets auf die Kreditkarte zu akzeptieren, mit der die Tickets auch gekauft wurden. Da wir eh zum "richtigen" CheckIn mussten, um die Koffer abzugeben und wir keine Lust hatten, durch den Einsatz einer geforderten zweiten Kreditkarte eventuell zweimal zu bezahlen, zogen wir erhobenen Hauptes zurück zur Schlange, aus der uns zuvor eine übereifrige British Airways-Mitarbeiterin gelockt hatte.

Entgegen der Einschätzung von Thomas waren die beiden Koffer doch nicht 160, sondern nur 16 Kilo schwer, so dass es keine weiteren Störungen geben sollte. Nach Passieren der beiden Sicherheitskontrollen inkl. Schuh-Scannens, saßen wir auch schon im Flieger Richtung London. Ich weiß, was ihr jetzt denkt: London? Das ist doch der Flughafen, auf dem man wegen Überfüllung nicht landen kann und aus dem gleichen Grund auch nicht wieder pünktlich wegkommt. Stimmt, aber diesmal war es ganz anders. Wir waren überpünktlich in London, wurden diesmal auch nicht von einem Stoßtrupp panischer British Airways-Mitarbeiter aus der Maschine gerissen, um ja noch pünktlich zu einem 2-stündigen Pre-Abflug-SitIn-Ritual in der Maschine zu kommen und hatten somit ein Problem: How the bloody hell should we know what's next? Wir wurden doch bisher immer gekidnappt und nun das. Wir sahen uns fragend an und befürchteten schon, als Statisten im Film "Terminal" zu enden, als wir eine Hinweistafel fanden, die uns den Weg nach Terminal 4 wies. Endlich konnten wir uns den Flughafen einmal in Ruhe ansehen und stellten fest, es gibt ja gar nichts zu sehen...

Die nächste positive Überraschung fanden wir in der Maschine vor. Wir hatten eine 3-er-Fensterreihe ganz für uns alleine! Thomas hatte diesmal die Ehre, am Fenster zu sitzen und Marion hatte im Gegenzug dazu zwei Plätze. Der Flieger hob zur nächsten Überraschung pünktlich ab und wir nahmen mit großer Freude zur Kenntnis, dass der Flug nur 6,5 Stunden dauern wird. Das Essen an Bord war für ein Flugzeugessen fast schon sensationell. Es gab Chicken, das mit richtig schönem Gummikäse cross überbacken war und sich den Platz in der Plastikschüssel mit diversen fast knackigen Brokkoli teilte. Als Nachtisch gab es einen wirklich guten American Cheesecake und eine Stunde Dauerturbulenzen. Nach einem kurzen Nickerchen und "Raising Helen" gepaart mit einer Episode der letzten Friends-Staffel, tauchte auch schon die Skyline von New York mitten im strahlend blauen Himmel über Manhattan auf. Unsere Plätze (linke Seite) garantierten einen einzigartigen Blick auf Midtown und Downtown mit dem Empire State Building zum Greifen nah und das während der gesamten Landung auf Newark! Beim Ausrollen wurde der Blick nur von einem riesigen pinken Privatjet der Hooters getrübt, wobei wir uns immer noch nicht ganz einig sind, ob die Kette oder die Musikgruppe gemeint war... Thomas überlegte kurz, ob er die Worte des Piloten, "Welcome to New York" korrigieren sollte, aber er entschied sich dagegen, man weiß ja nie wie sich der Captain rächt... Wahrscheinlich wollte er nur die Touristen beruhigen, die bei "New Jersey" die Panik bekommen hätten...

Spätestens hier hätte uns eines auffallen müssen: es ging alles viel zu glatt! Wenig später sollte sich das Bild wieder wenden. Wir passierten die Immigration mit grandioser Aussicht auf die Skyline entlang der riesigen Fensterfront und beobachteten neugierig das Prozedere der Passfotos und Fingerabdrücke bei den Visa-Inhabern. Da wir noch vor dem 30.09.2004 einreisten, betraf es uns ja noch nicht. Das Ganze dauerte keine 5 Sekunden - zweimal kurz den Zeigefinger ablegen und währenddessen wird ein nettes Bild gemacht...

Das Blatt wendete sich prompt, als wir nach der Gepäckausgabe zielstrebig zu unserer Bushaltestelle pilgerten. Immer im Dienste unserer Website-Besucher unterwegs hatten wir beschlossen, dieses Mal nicht in ein Taxi zu plumpsen, sondern mal wieder die Anfahrt mit einem der Busse zu probieren. Nicht, das die Bushalte nicht mehr da gewesen wäre, es mangelte allerdings an den Bussen, die uns zur Penn Station bringen sollten. Nach ca. 5 Minuten des Wartens in der prallen Sonne ohne irgendeinen Kontakt zu einer anderen auf Kohlenstoff basierenden Bioform oder zu einem Diesel- oder Ottomotor, beschlossen wir, zurück zum Terminalgebäude zu watscheln. Dabei entdeckten wir den neuen Hinweis zu den Bussen, die jetzt (einige Jahre nach der letzten Busfahrt von Newark aus) fast vor der "Haustür" fahren. Leider tat sich auch hier nichts Wesentliches, außer dass es noch einige weitere wartende Humanoiden gab. Thomas versuchte nach einer halben Stunde in der Sonne, im Terminal Tickets für den Super Shuttle zu bekommen, der in regelmäßigen Abständen neben der Busspur Passagiere aufgelesen hatte. Die nette Dame hinter dem Schalter erklärte ihm, dass der Transfer zurzeit ein wenig schwierig sei, da Bush und Kerry gerade die Stadt verlassen würden und die UN eine Sondersitzung hätte. Weiterhin versicherte sie ihm durchaus glaubhaft, dass man nur Tickets für den Bus oder den Path-Train bekommen könnte. Kleinlaut kam Thomas mit zwei ordinären Bustickets wieder, was von Marion mit einem entsprechenden Blick gewürdigt wurde. Seinen Kopf rettete lediglich die Tatsache, dass endlich zeitgleich der zugehörige Bus kam.

Nach etwas mehr als 30 Minuten hatten wir die Penn Station erreicht und dackelten am Madison Square Garden vorbei die zwei Blocks zum La Quinta Inn.

Empire State BuildingNach dem freundlichen CheckIn im Hotel und der Fahrt mit dem einzigen noch funktionierenden Aufzug ("Der andere wird am Freitag repariert", so die offizielle Aussage, die seit Anfang des Jahres jeder zu hören bekam) in den 11. Stock kamen wir in unser Zimmer. Klein, funktionell (Kaffeemaschine + Kaffee, wireless LAN, Bügeleisen + -brett) und ein großer Fernseher mit 40 Kanälen und TV-Guide ausgestattet (inkl. Pay-TV -> Showtime, kein HBO!) erwartete uns unser Zimmer. Am Fenster angekommen (also drei Schritte weiter) starrten wir direkt auf das gigantische Empire State Building - das war doch mal ein Empfang!

Nach dem Kofferauspacken ging es natürlich direkt zur Manhattan Mall, in der sich nach dem Auszug von Sterns und dem damit verbundenen Niedergang inzwischen wieder spürbar mehr Geschäfte ansiedeln und in der sogar ein kompletter Food Court Platz gefunden hat - von Sbarros bis hin zu Nathan's ist alles vertreten, was Rang und Namen in der Fastfood-Industrie besitzt... Anschließend ging es natürlich in den gegenüber gelegenen Jack's 99 Cent-Store...

Jack's 99 Cent-Store Es gab hier ein grausiges Bild von marodierenden Hausfrauen, die alle um diverse Artikel kämpften, als würde es bei Aldi lebensechte, anatomisch korrekte Sex-Puppen von Bratt Pitt geben. Ein paar blaue Flecke später gelangten wir zum Times Square. von wo aus wir zum "Tourist Information Center" aufbrachen. Vorbei an "Bubba Gump Shrimp Co" und dem gigantischen Riesenrad in der Eingangshalle von "Toys 'r' us" ging es zum angesprochenen "Tourist Information Center", in dem wir zwischen zahlreichen free Yahoo-Mail-Terminals jede Menge lebensnotwendige Prospekte und Veranstaltungshinweise aufsammelten.

Überall in der Stadt verteilt befanden sich zurzeit die von Künstlern gestalteten Äpfel des Big Apple Fest.

Big Apple FestAuch in Richtung Rockefeller Center, unserem nächstes Ziel, waren interessante Skulpturen aufgestellt. Zurück Richtung Greeley Square Park gab es zum Abendessen fast schon traditionell einen echten Cheeseburger von American Burger & Co. Thomas hatte schon das erste paar Schuhe samt Socken ruiniert (die komplette Spitze war nur noch ein Loch - sowohl von den Socken, als auch von den Schuhen) und Marion war bestens ausgestattet mit Lesestoff, so dass es zurück ins Hotel ging, wo wir nach einer kurzen Fernsehsession mit Kate Hudsons "How to Lose a Guy in 10 Days" tief und fest einschlummerten...

Irgendwie war der Mittwoch anscheinend Kate Hudson-Day... ;-)
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