New York Reiseführer - NYC-Guide.de | Wanna hanba? | Freitag, 21.12.2007

Wanna hanba?

Freitag, 21.12.2007

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von Marion und Thomas Reichwein

Der Morgen fing schon gut an. Thomas schlief den Schlaf des Gerechten, als Marion plötzlich und aus heiterem Himmel zudringlich wurde. Erst 3 Minuten später merkte Thomas, dass er den Wecker im Schlaf ausgestellt hatte und es nur darum ging, aufzustehen, da wir ja auf nach New York wollten.

Nach einer kleinen Orgie des Eiskratzens fuhren wir Richtung Bahnhof (oder was Erftstadt dafür hält) oder wir wollten es zumindest. Eine Umleitung hieß nichts Gutes. Noch weniger gut war, dass die Umleitungsschilder alle im Kreis führten und das für eine Strecke, die eigentlich in 5 Minuten hätte zurückgelegt werden können. Also entschloss sich Thomas einfach eine Strecke zu fahren, die nicht auf der Umleitungsstrecke stand und Voila wir waren da und hatten sogar noch 1 Minute Zeit, um vom Parkplatz zum Gleis zu kommen. Den Parkplatz haben wir aber auch nur deshalb bekommen, weil die anderen noch den Umleitungsschildern nachgefahren sind...

Pünktlich brachte uns der Eifel-Express zum Kölner Hauptbahnhof und von dort fuhr die S13 direkt in den Flughafen. Dort angekommen erklärte uns der nette Herr von Continental nicht nur, dass so wenig los sei, da wir mit die letzten Gäste wären, sondern auch, dass wir gar nicht auf der Liste für den Rückflug von Amsterdam nach Köln stehen würden. Naja, das verspricht dann ja Spiel, Spaß und Spannung auf dem Rückflug...

Wir waren dann relativ pünktlich am Gate D30, wer nicht pünktlich war, war die CO111-Maschine. Bis wir endlich auf der Startbahn waren, war es inzwischen 11:00 Uhr (statt der 10:25 Uhr, die uns versprochen wurde). In der Luft wurde es zunächst allerdings nicht besser. Hinter uns ein paar randalierende Deutsche, von denen ein Besserwisser die ganze Zeit über seine Lebensweisheiten vom Stapel gelassen hat, die keiner wissen wollte (unter anderem, dass die Stewardess die erste Person wäre, die aus dem Flugzeug gerissen würde, wenn ein Loch in der Außenhaut wäre). Vor uns eine deutsch-amerikanische Patchworkfamilie, die sich tierisch langweilte, weil das Entertainmentsystem bei einem Teil der Sitze ausgefallen war (die 757 hatte Screens in den Rückenlehnen) und ratet mal, bei wem... Richtig, rund um uns herum...

Uns machte das nicht so viel aus, weil wir unsere Apple iPod Videos dabei hatten, so dass wir unser eigenes Programm machen konnten. Irgendwie machte das die anderen nur noch genervter... Auch nach einem Neustart funktionierte das Entertainmentsystem nicht überall - wußtet ihr, dass die bei Continental ein Red Hat-Linux nutzen und der Server nur 256MB RAM hat? Auf den Screens konnte man den kompletten Boot-Vorgang beobachten samt Tux...

Pünktlich um 13:15 Uhr landeten wir auf Newark International und stürmten wie gewohnt die Immigrationshalle. Diese war mal wieder sehr lehr, so dass sich die Schlangen sehr übersichtlich hielten. Grinsen mussten wir, als uns der Dispatcher an die kürzeste Schlange beorderte. Naja, wie man ja inzwischen weiß, konnte dies kein gutes Zeichen sein und so kam es wie es kommen musste: wir warteten noch, als die Halle und damit die restlichen Schlangen leer waren...

Wenigstens haben wir gerade just in time das Gepäckband erreicht, um unsere Koffer herausfallen zu sehen, so dass wir dort nicht mehr warten mussten. Auch der Transfer vom Flughafen zum Grand Central Terminal klappte nach dem Tausch der Voucher mit Hilfe des Liberty Airport Express problemlos. Wir sind die letzten Kilometer die gleiche Strecke gefahren wie im Mai und hatten einen tollen Ausblick auf die Skyline bevor wir in den Lincoln Tunnel eintauchten.

Grand Central TerminalLediglich das Umsteigen in ein Taxi am Grand Central Terminal war ein kleines Problem. Es waren rund ein halbes Dutzend Leute vor uns und die ersten in der Schlange wollten nur bis zur Penn Station und das mit Gepäck, so dass die Fahrer einfach weiter gefahren sind, was besonders witzig war, weil auch die weiteren Gäste in der Schlange nicht auf die Idee kamen, das Taxi dann eben für sich zu nutzen. So mussten wir warten, bis die Problemfälle ein Taxi hatten, bevor wir an der Reihe waren.

Durch den quälenden Berufsverkehr mit einem sehr netten Taxifahrer aus Ghana kamen wir gegen 16:00 Uhr im Hotel an, wo uns ein Ernesto die Tür aufriss und mit unserem Gepäck verschwand - nicht ohne uns vorher einen Abschnitt in die Hand zu drücken. Der Mann sah exakt so aus wie Borat und er sprach auch so. Wir haben uns weggeschmissen vor Lachen...

Beim Checkin im Holiday Inn Downtown bei Angelo hat Marion dann neben der Kreditkarte einen kleinen Geldschein herübergereicht, mit der Bitte um ein schönes Zimmer und siehe da, aus der Aussage “All our rooms are nice” (Thomas dachte nur: “Sure they are”) wurde plötzlich “I booked you on the top floor.”. Und da das Zimmer noch nicht fertig war, bekamen wir zwei Gutscheine für die Bar, wo wir bei zwei großartigen kalifornischen Merlots auf unser Zimmer warteten. So muss ein Urlaub anfangen!

Little ItalyDas Zimmer selber ist für New Yorker Verhältnisse wirklich groß und bis auf die Suite auf unsere Etage auch das größte Zimmer - für europäische oder New Jersey Verhältnisse gleicht es eher einer Garage für einen Smart mit einer Nasszelle. Wir machten uns anschließend sofort auf, um die Gegend zu erkunden. Chinatown und Little Italy waren sehr weihnachtlich geschmückt und wirkten sehr romantisch. Wir schlenderten durch die mit Lichtermeeren versehenen Straßen und pfiffen uns noch einen sauleckeren Tripple Pounder mit Pilzen, Käse und Bacon rein. Gegen 19:00 Uhr waren wir dann zurück im Hotelzimmer, genossen die Aussicht auf das Empire State Building in grün, weiß, rot und machten es uns mit New Yorker Zeitungen und Magazinen und HBO gemütlich...
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