New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Oi, joi, joi oder wie viele Füchschen sind ein Dollo? | Mittwoch, 16.05.2007
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Oi, joi, joi oder wie viele Füchschen sind ein Dollo?

Mittwoch, 16.05.2007


von Ingrid und (in den Mund gelegt von) Thomas Reichwein

Liebes Tagebuch, da es nur bis 09.00 Uhr Frühstück gab, saß ich schon seit Stunden abmarschbereit mit Lätzchen und Besteck auf dem Bett und wollte essen und wer war nicht fit? Richtig die Blagen! Ich musste bis 8:40 Uhr warten, bis wir endlich im Frühstücksraum waren. Ich hatte mich gerade an den Geschmack von Fensterkitt auf Hefebrösel - oder wie die Kinderchen es nannten, Bagel mit Creamcheese - gewöhnt, da wurde um Punkt 09.00 Uhr alles wieder abgeräumt. Boah, ich war total angepisst und das habe ich die beiden auch spüren lassen, in dem ich sie bei der Nahrungsaufnahme keines Blickes würdigte. War da nicht eben noch eine zweite Serviette? Hab ich die etwa mitge... egal, da sind ja keinen tierischen Fette drin.

Nun hieß es, New York City wir kommen! Mit dem Bus Nr. 320 sind es 2 Stationen nach Manhattan. So wollten die beiden mir das verkaufen. In der Praxis führte die Route aber durch den Lincoln Tunnel bis zum Port Authority Bus Terminal und das dauerte mal locker eine halbe Stunde. Im Bus Terminal angekommen, durfte ich erst einmal wieder Geld zücken und den Beiden Busfahrkarten bis zum Jahr 2010 kaufen. Wehe ich kriege raus, dass die Karten später bei eBay auftauchen. Du denken wohl ich bekomme das nicht mit, aber ich habe einen messerscharfen Verstand und bin im State of total Awareness... Wo habe ich denn jetzt das Portemonnaie hingetan?

Woody Allan at Madamme TussaudsMarion hatte ein Programm zusammengestellt und es wurde demokratisch abgestimmt, dass wir zuerst den New York Pass ausnutzen - komisch, wo war ich eigentlich bei der Abstimmung? So besuchten wir heute Morgen das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds. Es war sehr voll, weil eine Menge Schulklassen unterwegs waren. Es artete richtig in Stress aus, sich mit den zahlreichen berühmten Persönlichkeiten zu unterhalten, während die ganzen Pänz um uns herum doch erstaunlich laut und beweglich waren, dafür dass sie eigentlich aus Wachs waren. Gelohnt hat sich der Besuch in Madame Tussauds trotzdem! Mit Woody Allan habe ich mich toll unterhalten und Shakira bestand darauf, dass ich ihre G-Star Jeans bekomme.

Erholung von dem Trubel fanden wir danach im Bryant Park. Endlich konnte ich sitzen. Dieses Lauftempo war ja blanke Folter - da hätte ich ja auch auf meinem Amt bleiben können...

Grand Central TerminalWeiter ging's entlang der 42nd St. zum Grand Central Terminal, wo Thomas mir den Food Market zeigen wollte, während Marion sich mal kurz verabschieden musste. Natürlich hatte mein dusseliger Sohn vergessen, dass ich den Food Market schon kannte - ich konnte ihn sogar zielgenau zu der deutschen Metzgerei mit den Leberwürsten führen! Ja, wenn es um Nahrung geht, macht mir keiner was vor!

UNOZu Fuß gingen wir weiter Richtung UN. Nach einer weiteren Pause im kleinen lauschigen Park von Tudor City machten wir mit dem New York Pass die UN Tour und warfen einen Blick in den Saal der Vollversammlung und das Ratszimmer. Hm, über die Originalität der aus aller Welt gestellten Kunstwerke lässt sich streiten - Deutschland hat einen Teil der Berliner Mauer ausgestellt. Typisch Sparbrötchen, da wird einfach kostengünstig so ein wenig DDR-Schutt entsorgt...

Inzwischen hatte sich ein Unwetter eingestellt. Zwar hatten wir Regenschirme, die aber nicht viel nutzten, denn der Regen kam aus allen Himmelsrichtungen wie aus Eimern. Wie wir später aus den Nachrichten erfuhren, handelte es sich bei diesem Unwetter um Ausläufer eines Tornados namens "Ingrid" ;-) Na wenn ich da mal keinen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

Beim Market Cafe im Citigroup Building stärkten wir uns mit der leckersten Pizza der Welt - so ein Tornado kann einen ja auch schon mal ein wenig Kraft kosten... Anschließend tropften wir bei Barnes & Noble ein wenig die Bücher voll und versuchten - nachdem wir trocken waren - in der angrenzenden Subway Station MetroCards zu ziehen. Es lief für mich wie aus dem Lehrbuch. Lässig überließ ich meinem Sohn die Kreditkarte, in dem Wissen, dass man sie nur zweimal unmittelbar hintereinander für den Kartenkauf am Automaten benutzen kann... Mann, das Gesicht von ihm, wie er verzweifelt versuchte, noch eine Karte zu bekommen und wie sich seine Gesichtsfarbe änderte, als er nach Erklärungen suchte... Hätte er doch nur mal in seinen eigenen Guide gesehen, aber so musste er die Karte doch glatt mit seiner Kreditkarte bezahlen...

Bei einem anschließenden Besuch in einem 99Cent Store war der Tag für mich gerettet. Lauter Tinneff für weniger als 1 Dollar! Genial, hier kann ich allen später für Deutschland ein paar blitzsaubere Geschenke besorgen, die ich dann als hochwertige Präsente verkaufe - merken die sowieso nicht. Habe ich das jetzt laut gesagt? Ich musste noch einer älteren Dame einige schwierige Fragen zur Sexualität von Ernie und Bert aus der Sesamstraße beantworten. Vom Port Authority kehrten wir mit Bus 320 heim nach Secaucus. Wieso bekomme ich immer Hunger, wenn ich diesen Namen lese...? Es musste was zu Essen her. Da ich wußte, dass Thomas noch angeschlagen war von dem Kreditkarten-Erlebnis in der Subway, suchte ich mir als Location den Subways aus. Marion blieb im Hotel und ich stellte mich total unwissend. Mann, war das ein Spaß mich permanent in das Gestammel meines Sohnes einzuschalten, in dem ich abwechselnd "Nooooooo!" schrie, oder nach dem Namen aller möglichen Zutaten fragte, die in der Auslage auf den Verzehr warteten. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, ich hatte mein Veggie Delight Sandwich, während für die Kinderchen zwei undefinierbare Sandwiches bekamen, auf denen alles zu finden war, was Thomas nicht schnell genug unterbinden konnte...

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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