New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Ulrikes Abenteuer | 7. Dezember 1999

Ulrikes Abenteuer

7. Dezember 1999


von Ulrike Witte

Heute war wieder strahlender Sonnenschein, als wir aufwachten. Also fuhren wir nach dem Frühstück mit der Metro nach Downtown. Inzwischen sind wir ja schon alte Hasen und können nur die Köpfe schütteln über Touris, die mitten im Weg ihre Stadtpläne diskutieren.

Ganz an der Südspitze stiegen wir aus um in die Fähre zu gelangen. Ich hatte es mir so wie eine Schiffsanlegestelle bei uns vorgestellt, z. B. Wannsee, aber das ist mal wieder eine Dimension daneben! Gleich neben der Metrostation war ein sehr großes Gebäude, wie eine Talstation einer riesigen Seilbahn. Dort fuhr man mit der Rolltreppe erstmal hoch. An einer Anzeige las ich: 0 minutes next ship.

Weil der Mann vor uns losrannte, rannten wir hinterher. Wir konnten gerade noch durch eine riesige Schiebetür schlüpfen, ehe sie schloß.... dann kam noch ein Gang.... und dann fanden wir uns plötzlich auf dem Schiff wieder: Uups, war das gigantisch. Da passen sicher die Menschen aus mehreren vollgestopften S-Bahnen drauf! Es war 2 Etagen hoch und unheimlich breit, ich hoffte, daß sie nicht gleich über den Atlantik damit wollten! Aber wir waren richtig, denn es ging sofort los nach Staten Island. Diese Fähre kostet nix, fährt aber dicht an der Freiheitsstatue und an Ellis Island vorbei. Wir hatten eine tolle Sicht, es war klare, kalte Luft. Wir gingen dann ganz ans Heck, nach draußen. Von dort war der Blick auf die kleiner werdenden Wolkenkratzer von Manhattan einfach wunderschön, dazu der frische kräftige Wind--- UUUURLAUB!!!!

Im Vorbeifahren bewunderten wir die Freiheitsstatue und schauten zu Ellis Island hinüber, wo früher die Auffangstation für die Einwanderer war (heute Museum). So euphorische Gefühle wie wir hatten sicher viele bei ihrer Ankunft, aber wenn man bedenkt, wie viele Schicksale sich dort entschieden haben, wie viele zurück mußten.... da kommt angesichts der heute so freundlich in der Sonne liegenden Gemäuer doch Beklemmung auf.

Später sahen wir noch ein paar richtig große Schiffe, die vom Atlantik reinkamen, und dann waren wir schon in Staten Island. Dort mußten wir vom Schiff. Da standen wir dann auf einem endlosen Parkdeck unter den Fußgängerbrücken und fühlten uns fehl am Platze. Aber nach 15 Minuten ging das nächste Schiff zurück. Es war sehr voll, da noch viel Berufverkehr von Staten Island nach Manhattan strömte.

Wieder in Manhattan wurde erstmal der obligatorische Morgenkaffee genossen (bei mir war es aber meist heiße Schokolade). Gestärkt schlenderten wir durch die Downtown, Hochhäuser mit spiegelnden Glasfassaden, Wall Street, die Börse (leider ging es erst 11.45 Uhr rein, so lange wollten wir nicht warten).

Weiter ging es dann den Broadway hoch, ein richtiger Weibereinkaufsbummel. Bei dem schönen Wetter machte es aber auch viel Spaß, überall herumzuschlendern, so spazierten wir durch Chinatown, Little Italy, den Broadway weiter. Am schönsten fand ich ja die alten Häuser mit ihren Feuerleitern, das sieht ja hier wirklich aus wie im Film! (Auch wenn es ja eigentlich umgekehrt ist, die meisten Filme sehen aus wie New York). Und es wimmelte von fliegenden Händlern und Spittelläden.

Auf dem Rückweg wollten wir am Times Square Musicalkarten kaufen, aber es war uns viel zu voll. In einem Buchladen entdeckte ich dafür eine tolle Auswahl an wissenschaftlicher Literatur! Aber dann war erstmal Regenerieren angesagt und wir fuhren ins Hotel.

Bei unserem zweiten Anlauf zum Times Square hatten sich die Schlangen schon aufgelöst und wir holten uns 2 Karten für Cats. Nach einem kurzen Imbiß ging ich dann also in mein erstes Musical!

Der Saal war gar nicht so groß, und es gab nicht mal Garderoben. Aber die Kulisse war verrückt, das ganze Theater voll Kulisse, oben am Rang, um die Logen - so was hatte ich noch nie gesehen. Als es losging, gab es eine grandiose Lichtshow. Das Musical hat mir sehr gefallen: Mungojerrie und Rumpelteazer, Macavity usw... Die Grisabella hatte eine Superstimme "Moonlight...", Kostüme und Masken waren einfach toll. Mach' mal aus 15 Leuten Katzen, ohne dass zwei gleich aussehen!!! Naja, und singen und tanzen konnten die sowieso klasse. Zwar war es auch manchmal amimäßig-schmalzig, aber dafür sind wir eben auch in Amiland! (Und es war ein ganz schöner Abend.)

© 2000-2012 by Marion & Thomas Reichwein
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