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New York, die erste...

Die Story

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von Stefanie Jürss

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann oder wie wir auf die Idee kamen, aber plötzlich hatten wir eine Reise nach New York gebucht...

Mary und SteffiWir, das sind meine Freundin Mary und ich (Steffi). Wir sind zwei reiselustige Mädels und haben gemeinsam schon einige Reisen unternommen - z. B. waren wir zusammen auf Jamaica, in Houston, in Fort Lauderdale, in Ägypten... Marys auf dem ganzen Globus verstreuter Familie sei Dank – ich wusste irgendwann würde sich die jahrelange Freundschaft zu ihr auszahlen ;-) und nur als kleine Anmerkung: als nächstes wollen wir ihren Cousin besuchen der wohnt gerade auf den Seychellen! "Ach Mary, Du wirst immer meine beste Freundin bleiben!"


Da Mary aber dummerweise keine netten Verwandten in New York hat und ich ja schon mal gar nicht, hieß es für uns, günstige Angebote zu finden. Wir entschieden uns für ein "Travel Package", das wir im Internet buchten. In dem Preis dieses Pakets war das Hotel enthalten, sowie Essensgutscheine, Parkgutscheine (Ok, die brauchten wir nicht), eine Sightseeingtour nach Wahl sowie der Besuch einer Broadway-Show nach Wahl.

Wie wir später feststellten, hätten wir auch nicht mehr bezahlt, wenn wir all diese Dinge einzeln gebucht hätten, aber was soll's.

Unsere Vorfreude war natürlich riesengroß, wurde aber leider durch den drohenden Ausbruch des Irak-Kriegs gedämpft, aber wir ließen uns davon nicht abschrecken und stiegen am 03.03.03 in unsere Air France Maschine und starteten von Hamburg über Paris nach New York, JFK Airport. Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Nachdem wir gelandet waren, alle Barrieren passiert und unser Gepäck ergattert hatten, standen wir nun etwas verloren in der Ankunftshalle herum und wussten nicht so recht wo nun hin. Eigentlich war es geplant, mit der Subway nach Manhattan zu fahren, eigentlich...

Als wir da nun so standen sprach uns ein junger Mann an und fragte, ob wir ein Shuttle nach Manhattan bräuchten? Für 19$ pro Person würde er uns zu unserem Hotel fahren.

Skyline Nach allem was wir so gehört und gelesen hatten kam uns der Preis für ein Shuttle doch recht günstig vor und da der junge Mann witzigerweise auch Deutsch sprach, hatten wir sofort Vertrauen gefasst und willigten ein (ich weiß, ich weiß, gerade weil wir so viel gehört und gelesen hatten, hätten bei uns die Alarmglocken auf höchster Stufe klingeln sollen, aber irgendwie kam bei uns nichts an...).

Mit uns fuhren noch zwei weitere Paare nach Manhattan. Die Fahrt im Shuttle war angenehm und unsere Fahrer war sehr nett. Er freute sich mal ein paar Worte Deutsch zu sprechen und erzählte uns viel über New York.

Nachdem wir die beiden anderen Paare an ihren jeweiligen Hotels abgesetzt hatten fuhren wir zu unserem Hotel dem "Best Western Ambassador".

LettermanVorm Hotel angekommen wollten wir unseren "netten" Fahrer (ich habe seinen Namen vergessen – Verdrängung?) bezahlen, dieser verlangte aber nicht wie wir verstanden hatten "nineteen Dollars" sondern "ninety Dollars" plus Trinkgeld versteht sich!!!

Bis heute kann ich nicht glauben, dass Mary und ich uns so verhört haben, aber wir waren so platt und so übermüdet und so beeindruckt (nicht von dem Fahrer oder dem Preis, von NY natürlich!) und so eingeschüchtert und so aufgeregt und so blöd und egal "Shit happens". Ich möchte bitte nie mehr darüber sprechen...

Noch ziemlich geschockt starrten wir mit offenen Mündern unserem davon brausenden Fahrer hinterher und schleppten uns dann in unser Hotel. Beim Einchecken musste ich erst mal die Kreditkarte zücken und uns wurde der Preis für unseren Hotelaufenthalt berechnet. Eigentlich ja normal, aber wir hatten doch im voraus bezahlt, komisch...

Laut unserer Buchungsbestätigung sollten uns die Unterlagen unseres "Travel Package" bei unserer Ankunft an der Rezeption erwarten, aber leider war kein Paket für uns da, maybe tomorrow...

NYSEErstmal rauf aufs Zimmer und Auspacken dachten wir, doch der nächste Schock wartete schon hinter der Zimmertür auf uns. Wir waren innerlich auf kleine dunkle Zimmer eingestellt, aber der Anblick unseres "Verlies", wie wir es für die nächsten Tage liebevoll nannten, trug nicht gerade dazu bei, uns von dem Schock der Shuttlefahrt zu erholen, als wir dann auch noch feststellten, dass der Teppichboden total durchnässt war, war alles aus. Mit leicht panisch/hysterischer Stimme schrie ich Mary an: "Du gehst jetzt sofort runter und verlangst ein neues Zimmer !!!!!!!".

Mary und das FlatironWir bekamen natürlich ein neues trockenes Zimmer (Verlies) und begannen uns häuslich nieder zu lassen.

Später in der Nacht merkten wir übrigens, dass auch dieses Zimmer eine "Macke" hatte: die Heizung. In der  ersten Nacht ging sie gar nicht und wir froren so vor uns hin wie im Überlebenscamp auf dem Mount Everest.

In der zweiten Nacht lief die Heizung dann, fiel aber von der Wand ab - zack!

Ab der dritten Nacht pfiff unsere Heizung dann an die Wand gelehnt wie ein Heizkessel vor sich hin, so dass wir dachten, irgendwann fliegt sie uns um die Ohren.

Ich kann nur von Glück reden, dass irgendein Instinkt beim Koffer packen mir gesagt hat: "Pack vorsichtshalber deinen Schlafsack ein" und so konnte ich wenigstens gut schlafen, denn unsere tolle Bettdecke in unserem tollen Nichtraucher Zimmer hatte tolle Brandlöcher! Ich könnte noch mehr über unser Hotel schreiben z. B. über vermutete Einschusslöcher hinter der geflickten Tapete und so, aber dann würde dieser Bericht wohl eher in die Kategorie Hotelkritiken gehören. Nur noch soviel: Wäre dieses Hotel nicht an unser Paket gebunden, hätten wir uns sofort ein neues gesucht. Zur Verteidigung müssen wir noch erwähnen, dass das Personal an der Rezeption sehr nett und hilfsbereit war, der Fehler mit der Kreditkarte wurde natürlich korrigiert und unser Travel Package traf nach einigen Telefongesprächen per Over Night Express ein.

Steffi auf der SI Ferry Von da an lief alles planmäßig und wir erlebten einen tollen aufregenden Urlaub.

Central Park im NebelMeist zu Fuß erkundeten wir das Rockefeller Center, die 5th Ave. mit Ihren diversen Geschäften, den Trump Tower, die St. Paul Cathedral (wir waren übrigens an Aschermittwoch da, an dem Tag liefen ganz viele Menschen mit einem Kreuz aus Asche auf der Stirn rum - das kannte ich von hier nicht.

Wir haben uns auch schlau gemacht, warum das gemacht wird, ich habe es aber leider schon wieder vergessen  - soviel zum Thema Steffi und Kirche).

Times SquareWir erstürmten diverse Kaufhäuser und besuchten regelmäßig "Starbucks". Wir spazierten mal bei totalem Nebel, mal bei schönstem Sonnenschein durch den Central Park. Bei starkem Schneefall besuchten wir Ground Zero und flüchteten uns vor den weißen Flocken unter die Palmen im Wintergarden des World Financial Centers. Bei schönstem Frühlingswetter fuhren wir mit der Staten Island Ferry, sonnten uns im Battery Park, schlenderten über die Brooklyn Bridge und sahen uns die Wall Street an.

Empire State BuildingDie Abende verbrachten wir meistens rund um den Times Square. Einen Abend besuchten wir auch ein Kino, denn es lief der neue Bruce Willis Film an. "Tears of the sun", glaube ich hieß er und da Mary immer  so einen verklärten Blick bekommt, wenn sie an Bruce (die geile Sau!) denkt, konnte ich natürlich nicht nein sagen. Unsere Essensgutscheine lösten wir im Planet Hollywood ein (wo auch sonst, gehört ja schließlich zum Teil Bruce) – sehr lecker!!

Als Broadway-Show hatten wir uns "The Phantom of the opera" ausgesucht. Ich liebe dieses Musical einfach, es war bestimmt schon das 10. Mal, dass ich es gesehen habe. Und jedes Mal, wenn der Vorhang fällt, denke ich: bitte zurückspulen und noch mal von vorn!

Als Sightseeingtour suchten wir uns die sogenannte "Movie Tour" aus.  Wir wurden von unserem Fahrer Bryan (Name gemerkt!) an diverse Schauplätze gefahren an denen bekannte Filme gedreht wurden und sahen dazu dann den passenden Filmausschnitt. Allen voran natürlich die berühmte Szene mit King Kong auf dem Empire State Building.

Chrysler BuildingEines meiner Hobbys ist das Fotografieren, deshalb hatte ich einen schwarzweiß Film mit in den Koffer gepackt und wir beschlossen an unserem letzten Tag an all die Stellen zu gehen die uns am meisten beeindruckt hatten und wollte diese auf dem s/w Film festhalten.

Bei der Verwirklichung dieses Plans kam uns dann aber irgendwie die Abendkleider Abteilung von Macy's dazwischen.

ESB Was soll ich sagen, wir konnten nicht wiederstehen, mal ein paar von diesen tollen Kleidern anzuprobieren und als wir einen Blick auf das Preisschild wagten, waren wir extrem positiv überrascht. Für mein schwarzes Ballkleid a la Hollywood Oscar-Verleihung wollte Macy's nur 99$ haben. Für mich keine Frage - das Kleid kommt mit nach Deutschland. Auch Mary hatte schnell ein passendes Kleid gefunden, aber ohne die passenden Schuhe würden wir die "heiligen Hallen" natürlich nicht verlassen. Gesagt getan. Nun mussten wir aber dringend zu unserem Hotel die Koffer abholen und dann zum Airport, auf dem Weg noch schnell links und rechts mal die Kamera draufgehalten und dann ab mit Koffer, Handgepäck und coolen Macy's Tüten mit coolen Abendkleidern drin in die Subway Richtung JFK.

Wir konnten es gar nicht erwarten, zu Hause an zukommen, nicht weil wir allen unsere tollen New York Geschichten erzählen wollten – NEIN - wir wollten unsere tollen Kleider vorführen! Man kann sich vielleicht vorstellen wie die Bilder dieser Aktion aussehen: wunderschöne Kleider an unseren von Flug geschlauchten, seit einiger Zeit nicht mehr gewaschenen Körpern – Kein Kommentar!

Auf jeden Fall hatten wir eine tolle Zeit und werden bestimmt noch einmal gemeinsam New York besuchen.

NY – die zweite ist für mich jedenfalls schon gebucht, leider ohne Mary dafür aber mit meiner Mutter und meiner Schwester, da kann ich dann ganz cool die New York Kennerin raus hängen lassen !!!

New York wir kommen...
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© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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