New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Christmas time | 2. Teil
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Christmas time

2. Teil


von Stefan Röper

Santa ClausAls nächstes stand der Transfer nach Manhattan auf dem Programm. Also erst einmal schauen, ob irgendwo "Olympia-Trail" einen Schalter hat. Kaum wieder im Flughafengebäude, lief ich schon direkt darauf zu. Die Angestellte verstand auch meinen einstudierten Satz, nannte mir den Preis und reichte mir ein Ticket. Ich verstand auch die Wegbeschreibung zum Abfahrtsort. Dort dauerte es nicht lange und ein Bus fuhr vor. Der Fahrer fragte nach meinem Ticket und riss mir dann die Koffer aus den Händen, um sie im Gepäckraum des Busses unterzubringen.

Flags Auf der Fahrt hatte ich noch einmal einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Manhattan und den Fotoapparat, natürlich im Rucksack. Dann endlich in Manhattan, erschrak ich vor dem Chaos auf den Straßen. Irgendwie hat es der Bus aber geschafft sich bis zur Grand Central Station durchzumogeln. So wie geht es weiter? Ein Blick auf den Stadtplan, der mir am Flughafen von der netten Mitarbeiterin der Olympia Trail ausgehändigt wurde, zeigte, acht Straßen nach Norden und drei Straßen in Richtung Osten muss mein Hotel liegen. Das ist doch bestimmt auch zu Fuß zu schaffen. Mal schauen wie groß so ein Block wirklich ist. An der nächsten Kreuzung verriet mir das Straßenschild das ich in die richtige Richtung unterwegs bin. Von Street zu Street ist es also nicht so weit. Jetzt zur Abwechslung mal in die andere Richtung. Oh, von Avenue zu Avenue ist es, erst recht mit einem Koffer an der Hand, schon etwas weiter. Das Zurechtfinden in Manhattan ist aber recht einfach. Es erinnerte mich an Schiffeversenken; das Schiff, das ich jetzt treffen wollte, war das Pickwick Arms Hotel. Dies traf ich dann ein paar Minuten später auch. Jetzt hieß es wieder Englisch sprechen. Schnell noch ein paar wichtige Vokabeln aus dem Gedächtnis geholt und los ging es. Erstaunlich, auch hier wurde ich verstanden. Ich bin halt doch ein Mann von Welt.

Als Zimmerschlüssel gab es eine Karte mit Magnetstreifen. So, jetzt erst einmal zum Zimmer. Wow, die Fahrstühle machen wirklich "Ping", wenn sie ankommen. Mit Weihnachtsfahrstuhlmusik ging es in den neunten Stock. Das Zimmer war doch kleiner als ich erwartet habe, aber es war alles da, was man so braucht. Alles? Nein, stellen Sie sich vor, Sie können endlich vom Bett aus fernsehen, haben fünfzig Programme zur Auswahl und ... keine Fernbedienung. Was soll's, ich war schließlich nicht zum Fernsehen in New York.

Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ging es sofort wieder los. Mal schauen was es in der Nähe alles zu sehen gibt. Ehe ich mich versah, stand ich an der St. Patricks Cathedral an der 5th Avenue. Wahnsinn, solch ein Gebäude inmitten dieser Wolkenkratzer.

Window Da es langsam anfing dunkel zu werden, fiel mir ein Gebäude mit mächtig bunter Weihnachtsdekoration auf. Dort musste ich erst mal hin. Schließlich war ich auch wegen der Weihnachtsstimmung hier. Das Gebäude war das Kaufhaus Saks. Auch die Schaufenster hielten, was die Außendekorationen versprachen: Geschmückte Weihnachtsbäume, aufgebaut Landschaften im Schnee und viele bunte Lampen. Dazu gab es aus den Lautsprechern Weihnachtslieder. Was war denn da hinter mir, auf der anderen Straßenseite los? So viele Leute und Blitzlichter. Ich ging natürlich erst einmal nachsehen.

Rockefeller Center Dann sah ich ihn. Für mich das Wahrzeichen amerikanischer Weihnachten. Riesig groß stand er dort: Der Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center. Ich war gerade das erste Mal geflogen, hatte mich zum ersten Mal auf englisch verständigt, war gerade mal ein paar Stunden in New York und stand jetzt den Atem anhaltend vor dem großen, unglaublich beeindruckenden Weihnachtsbaum des Rockefeller Center. Wahnsinn, in diesem Augenblick wurde alles gut. Das zu Ende gehende Jahr, die stressigen letzten Wochen in der Firma und selbst der langweilige Flug wurden in diesem Moment zu Wegstationen, die mich nur zu einem Ziel führen sollten: Dieser Anblick des Baumes. Zugegeben, es war nur ein Baum, noch nicht einmal beleuchtet, aber in diesen Minuten, inmitten dieser Stadt war es für mich das unmissverständliche Zeichen, dass ich auf der anderen Seite der Welt war. Sie müssen wissen, dass ich mich nie, auch heute noch nicht, sonderlich für Amerika interessiert habe. Mein Traum war es noch nie durch Amerika zu reisen, aber New York hat für mich eine andere Bedeutung. Vielleicht habe ich ein verklärtes Bild dieser Stadt, durch viele Filme und Serien geschürtes, romantisches Bild.

Mickey Mouse Ich habe die europäische Stadt der Romantik, Paris, kennen gelernt und sie gefiel mir gar nicht. Ich wollte lieber wie Tom Hanks meine mir unbekannte Seelenverwandte Meg Ryan auf dem Empire State Building treffen, wollte mich wie George Clooney mit einer Michelle Pfeiffer streiten und mich mit meinen "Friends" in einem kleinen Cafe treffen. All dies habe ich, zugegeben, nicht erlebt, aber so war und ist mein Bild von New York. Denn ich hätte all dies erleben können, denn die Kulissen und die Menschen dort sind wirklich so wie die Filme es wiederspiegeln.

Die offizielle "Lighting Ceremony", das Einschalten der Beleuchtung des Baumes, sollte am nächsten Abend sein. Dann wollte ich wieder dort sein.

Ich ging dann noch ein Stück die 5th Avenue herunter. Erstaunlich wie viele Geschäfte hier "going out of business" sind. Auf mich machten sie aber sofort den Eindruck von Touristenfallen. Hier kauft doch kein Mensch. Andererseits mussten sie ja wohl die Miete, immerhin für ein Geschäft auf der 5th Avenue, einnehmen.

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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