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Der Millennium-Trip

Prolog

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von Sascha Reinking

Für viele Menschen ist es wohl ein Traum einmal in die Stadt der Städte zu reisen: NEW YORK!!! Für uns wurde dieser Traum im Dezember 1999 Wirklichkeit.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und die Erlebnisse die wir vor, während und nach New York gesammelt haben, hier erzählen. Da unsere Reise mittlerweile schon fast ein Jahr zurückliegt, wird es bestimmt passieren, dass ich einige Erlebnisse nicht mehr ganz auf die Reihe bekomme, einigen Dingen vielleicht nicht mehr genau die Tage zuordnen kann, oder Sachen erzähle, die meine Mitreisenden vielleicht ganz anders gesehen oder erlebt haben als ich. Es steht natürlich jedem meiner Freunde frei, sofern sie anderer Meinung sind als ich, die Reise aus ihrer Sicht zu erzählen. :-)

Als kleine "Info" stelle ich Ihnen die vier "Reisenden" mal kurz vor (von links nach rechts):

Die Akteure


1. Sascha
das bin ich, 26 Jahre und studiere Architektur. Ellen und ich sind seit 9 Jahren zusammen.

2. Torsten
ist 26 Jahre und arbeitet als Monteur im Bereich "Heizung und Sanitär". Torsten ist mein (Saschas) Cousin und bester Freund.

3. Yvonne
ist 26 Jahre, gelernte technische Zeichnerin und arbeitet bei WURLITZER. (Die die berühmten Jukeboxen herstellen.) Yvonne und Torsten sind jetzt mittlerweile seit 11 Jahren zusammen.

4. Ellen
ist 26 Jahre und arbeitet als Tierarzthelferin in einer Tierarztpraxis.


Dezember 1998:

Sie werden sich sicher fragen, warum ich so weit zurück gehe mit meiner Geschichte. Aber genau hier beginnt sie – im Dezember 1998.

Mit unserer Bowlingtruppe waren wir unterwegs zum Weihnachtsmarkt nach Bielefeld, um unsere Einnahmen – wie jedes Jahr – auf den Kopf zu hauen. Im Zug fragte ich dann, ob jemand schon weiß, was er nächstes Jahr Silvester (2000) macht. Keine Antwort. Ich weiß nicht mehr was mich damals geritten hat, aber spontan fragte ich, ob nicht jemand Lust hat, das Millennium in New York zu feiern. Das war das erste Mal, dass der BIG APPLE ins Gespräch kam. Eigentlich war es total verrückt, aber am selben Tag kauften wir uns noch im Bielefelder Hauptbahnhof unseren ersten Reiseführer über New York. Und damit war die Sache perfekt. Wir hatten beschlossen, Silvester 2000 in New York zu verbringen. Nicht ahnend, dass es noch einige Hindernisse zu überwinden gab.

Sofort am nächsten Tag nahm ich die Sache in die Hand. Ich rief bei mindestens 6 Reisebüros an, doch die Resonanz war niederschmetternd. Die Reaktionen waren ziemlich einheitlich. Auch wenn sie jedesmal anders "verpackt" wurden. "Da hätten sie schon vor 2 Jahren buchen müssen" war zu hören oder "Wie??? Jetzt noch für New York buchen?? Ist doch wohl nicht ihr Ernst, oder?!?!?!". Das vorletzte Reisebüro war in der Reaktion noch am "besten". Als ich dem älteren Herren vorsichtig meinen Wunsch, Silvester 2000 in New York zu verbringen, vortrug, kriegte der sich kaum mehr ein vor Lachen. Er war anscheinend so amüsiert, dass er gleich zwei Kollegen dazu rief, denen er die Geschichte erzählte, worauf auch diese beiden in Lachen ausbrachen.

Ich war schon ziemlich down. Ich hatte mir schon gedacht, dass es schwierig werden würde, aber soooo schwierig? Jedenfalls standen wir vier nun auf einigen Wartelisten verschiedener Reisebüros, bis ich meinen letzten Versuch startete. Ich ging zum Reisebüro ganz in unserer Nähe. Dort bediente mich Frau Thiel (bei der ich mich noch mal bedanke, denn sie hat es dann doch noch möglich gemacht). Frau Thiel vertröstete mich nicht mit Wartelisten, sondern packte die Sache an!!!! Sie faxte direkt zu einigen Hotels in Manhattan und fragte nach freien Zimmern. Es verging nicht mal ein Tag, als Frau Thiel mich anrief und mit freudig erregter Stimme verkündete, dass sie noch ein paar Zimmer aufgetrieben hätte. Ich wäre auf der Arbeit fast vom Stuhl gefallen, so sehr hatte ich mich gefreut.

Das einzige "Problem", dass wir nun hatten war, dass sie sofort eine Entscheidung brauchte, weil man uns die Zimmer nicht reservieren konnte. Und ein weiteres Problem war, dass man einen Flug erst 364 Tage vor Abreise buchen konnte. Das hieß für uns, dass wir uns für ein Hotel entscheiden mußten, und noch überhaupt nicht feststand, dass wir auch einen Flug nach New York bekommen würden. Ich bat Frau Thiel um 15 Minuten Bedenkzeit. Sofort rief ich Yvonne an und schilderte ihr die Sache. Yvonnes Reaktion war: "No risk, no fun!!!" und damit war die Sache klar. Wir buchten 2 Doppelzimmer in der Hoffnung, dass wir auch einen Flug bekommen würden. Frau Thiel notierte sich ganz dick in ihrem Kalender, wann sie die Flüge buchen konnte. Und bis dahin war es echt eine Zitterpartie. :-)

Torsten, Yvonne, Ellen und ich freuten uns total, auch wenn zwischendurch mal Sprüche kamen wie: "Und wenn wir keinen Flug bekommen??" - "Egal, dann schwimmen wir eben!!!". Am "Stichtag" fing Frau Thiel dann extra 1 Stunde früher an zu arbeiten, um sofort ihren Computer nach Flügen zu befragen. Und sobald die Flüge buchbar waren, "krallte" sich Frau Thiel die ersten 4 Plätze nach New York, die sie bekommen konnte und das war auch gut so!!! Denn eine Stunde später gab es keinen einzigen Platz mehr nach New York. Als bei mir auf der Arbeit das Telefon klingelte, fing mein Herz wie wild an zu schlagen. Ich meldete mich mit meinem Namen und Frau Thiel rief nur in den Hörer: "ICH HABE SIE!!!!!"


Januar 1999:

In den Januar muß ich kurz noch mal springen weil es einen besonderen Tag gab. Unsere Bowlingtruppe war zusammen nach Dänemark gefahren. Wer übrigens mal an seine Grenzen gehen möchte oder sich fühlen will wie ein Einsiedler, der sollte ruhig mal im Winter mit mehreren nach Dänemark fahren. Aber das ist eine andere Geschichte. Also jedenfalls gab es einen Abend, an dem Torsten und ich eine Wette abschlossen. Wahrscheinlich hatte ich etwas zu viel Feuerzangenbowle getrunken, ansonsten hätte ich mich wahrscheinlich niemals auf diese Wette eingelassen. Da ich zu dieser Zeit noch – naja, wie soll ich sagen – ziemlich "füllig" war (und das ist noch ziemlich untertrieben!!!) schlug Torsten mir folgende Wette vor. Wenn ich es schaffen würde, bis Abflugtag nach New York unter 100 Kilo zu wiegen, dann würde Torsten einen Abend in New York alle Getränke bezahlen. Nicht schwierig denken Sie??? Dazu muß ich sagen, dass ich zu der Zeit 150 Kilo auf die Waage brachte und ich also nun knapp 1 Jahr Zeit hatte um 50 Kilo abzunehmen. Wie gesagt, ich nahm die Wette an...


Mitte Dezember 1999:

Es war der Tag des "GROSSEN WIEGENS". Ellen und ich fuhren mit unserer Waage zu Torsten und Yvonne. Um es kurz zu machen, ich entkleidete mich bis auf die Unterhose, stellte mich auf die Waage, Yvonne knipste ein paar Fotos vom Ergebnis und ich rief: "Yvonne, MACH' MIR BITTE WAS ZU ESSEN!!!". :-)

Ach so, Sie wollen wissen, wer die Wette gewonnen hat? Nun, die Waage zeigte aufs Gramm genau 99,9 Kilogramm.
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© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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