New York Reiseführer - NYC-Guide.de | 1 Vater, 2 Kids

1 Vater, 2 Kids

Die Story

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von Rolf Hartmann

Reisedatum: 22.02.01 - 27.02.01 (über Fastnacht)

Teilnehmer: Vater 49, Tochter 16, Sohn 12.

Nachdem wir zu dieser Reise viele Tipps aus dem Web gesaugt haben, geben wir auch gerne unsere Erfahrungen weiter. Weiterführende Fragen bitte per eMail an: pianohartmann@gmx.de

Hotel: Ramada Plaza New Yorker

Vom Flugzeug zum Hotel
Ankunft in New York, JFK Airport, Lufthansa, Zentral-Ankunftsgebäude. Bei einem Abflug in Frankfurt am Vormittag, Ankunft in New York Ortszeit 13.20 Uhr. Je nach Andrang 1/4 bis 1/2 Stunde Warteschlange an der Einreisekontrolle. An etwa 15 Schaltern die nicht alle besetzt sind, werden durch einen Einweiser die "Abzufertigenden" an die freien Schalter geschickt. Das ganze geht recht zügig. Auch der Zoll ist kein Hindernis, da i. d. R. genauso untätig wie in Frankfurt.

Dann geht es los mit der Fahrt nach Manhattan. Keinesfalls von den Dutzenden von Aufreißern zu irgendwelchen privaten Taxis schleppen lassen. Mit Blick auf die Ausgang-Fensterreihe sind ganz rechts am Hallenrand die Toiletten. In Ruhe alle Geschäfte regeln und den Überblick gewinnen.

Etwa in der Mitte des Gebäudes ist ein Ausgang, der auf einen Fußgängerüberweg führt. Direkt dort eine kleine Werbetafel des "New York Airportservice" in rot/weis/blau gehalten. Ein netter Afroamerikaner bietet Fahrkarten an. 13 $ bis Grand Central Station oder 15 $ bis zum Hotel. Auf jeden Fall zum Hotel lösen, es sei denn, man schläft im Bahnhof. Der Stress ist schon genug, bis zum Hotel gefahren zu werden entspannt.

Nach "special price" fragen. Unser Bernd mit 12 (ohne eigenen Koffer) erhielt dadurch "fare zero" also "0", nichts bezahlen. Einen Bon mit 0 $ in die Hand gedrückt, wichtig zum Nachweis beim Durchzählen der gelösten Fahrscheine. Der Bus umkurvt dann alle restlichen Terminals, um alle einzuladen. Die Fahrt nach Manhattan dauert zwischen 1/2 und 1 Stunde, je nach Staulage. Wenn links und rechts ein riesiger Friedhof ins Blickfeld kommt, ist am Horizont auch schon die Skyline zu sehen. Der Bus lädt an der Grand Central Station vor dem Firmenbüro alle aus. Man wird nach dem Hotel gefragt und dann auf kleine Busse verteilt. Wir haben etwa 20 Minuten bei Minus 5 Grad Celsius auf dem Bürgersteig gewartet. Warme Wartehalle gibt's nicht!

Hotel
Das Ramada Inn & Plaza - New Yorker würde ich als typisches Touristenhotel bezeichnen. Bisher immer im Millford-Plaza gewohnt, ist das New Yorker ziemlich gleichartig. Das Millford liegt näher beim Times Square, das New Yorker etwa 1 km zum Empire State Buidling, 500 Meter zu Macy's Kaufhaus. Die 34. Street gehört zum Textilzentrum von New York. Dort kann man morgens Reihen von mexikanischen Lohnsklaven beim Verladen von einem Menschenvermieter zum nächsten sehen. Eine interessante Lehrstunde für jeden Wohlstandsdeutschen. Souvenirs wie Baseball-Kappen, Mützen etc. kann man dort preiswert kaufen. Achtung, jedes Stück auf Qualität prüfen. Preise vergleichen, kräftig bei Stückzahlen feilschen.

Wenn ich noch mal die Wahl hätte, würde ich das New Yorker vorziehen, da noch etwas verkehrgünstiger gelegen.

Hotel-Checkin
Im Hotel New Yorker gibt uns der Manager on duty ein Doppelzimmer für drei. Trotz Protest besteht er darauf, dass es jeweils zwei Doppelbetten sind, also in einem zwei schlafen müssen. Das Märchen lässt sich kein Ami erzählen, aber bei Touristen wird's versucht. Nach Protest bei der Manager in chief und Androhung die Kontaktnummer des Reisebüros anzurufen (ein Glück, dass es das gibt, Zettel mit Reisefirmaaufdruck in der Hand gut sichtbar drohend schwenken). Dann gab's auf einmal ein größeres Zimmer, indem auch ein Rollercasterbed, also Klappbett zusätzlich aufgestellt wurde. Wie es Familien mit insgesamt vier Personen ergeht? Keine Ahnung.

Das kleine Zimmer war eine Absteige, das größere war dann in Ordnung mit gutem Bad. Um 16.15 Uhr Ortszeit waren wir fertig zum ersten Landgang!

Frühstück
In der Hotelhalle ein Stand, wo Gebäck wie Croissants etc., Getränke, Kaffee usw. verkauft wird. Sehr gut, wenn man wie wir auf dem Zimmer frühstücken will. Am ersten Morgen sind wir - damit die Kinder das mal kennenlernen - in das Restaurant durch die Lobby gegangen. Orangensaft, smashed Potatos, ham, two eggs, coffee for daddy, machte insgesamt mit Tip und Tax 32$ aus. Also bei einem Umrechnungskurs von DM 2,25 etwa DM 70,00 nur für Frühstück. Wer sich das leisten kann, bitte, alle anderen der Verkaufsstand in der Halle.

Alternative
Gegenüber dem Hotel ist McDonalds - wer schon morgens Hamburger mag - ansonsten steht rechts um die Ecke einer dieser kleinen fahrbaren Verkaufsstände. Was bei uns in Deutschland vielleicht etwas schief angesehen wird, ist in New York eine lebenswichtige Einrichtung. Dort stehen die Leute je nach Auswurf aus dem direkt an der Hotelwand befindlichen U-Bahn-Ausgang, Schlange für Kaffee und Gebäckteile jeglicher Art. Sehr zu empfehlen, auch optisch. Aber zack-zack. Der Verkäufer ist schnell und kurz, denn die Schlange wird bei jedem Penner sofort länger. Und Ausländer mit Sprachschwierigkeiten genießen in Manhattan, jedenfalls morgens zur Rush-hour, keine Rücksichtnahme. Also flott und das Geld in der Hand.

Essen kaufen
Es gibt massenweise Delis und kleine Geschäfte, die zumindest einen Einblick in Ami-Leben geben. Richtige Supermärkte sind jedoch in Manhattan kaum zu finden, jedenfalls nicht da, wo die Hotels sind. Wohngebiete sind eher an der Eastside und ab etwa Houston Street nach Süden. Die Mittelschicht wohnt weit draußen und kommt jeden Morgen zur Arbeit. Der nicht abreißende Strom von Menschen, der aus den breiten Treppen der Penn Station ans Tageslicht quillt, ist schon ein Naturschauspiel.

Das Kranenwasser im Hotelzimmer ist so stark gechlort, dass die Toilette wie ein Schwimmbad riecht. Gutes Trinkwasser in jedem Markt, Drugstore, Deli etc. in handlichen Flaschen preiswert zu haben. Umgehend kaufen, damit was Trinkbares zur Hand ist.

Zwei gute Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel haben wir gefunden:

1. The Food Emporium, Ecke 8. Avenue/49. Street
Oben ist ein Feinschmeckerladen mit Wurst, Fleisch, Salatbar, Backwaren, Schlemmerparadies. Im Keller dann ein richtig schöner Supermarkt. Zu empfehlen: Frischer Orangensaft in großen Pappkanistern, etwa 2,5 Liter, ein herrlicher Durstlöscher für etwa 4 $. Achtung: Joghurt etwa 1,5 bis 2 $ der Becher. Der Becher ist ungefähr deutsches Format. Joghurt für DM 4,00 haben wir uns verkniffen!

2. Gran Central Station Terminal
Aus Richtung UNO-Sitz/44. Street kommend, stößt man auf ein der Grand Central Station vorgelagertes Gebäude, das mehrere Passagen zum Bahnhof hat. In einer dieser Passagen ist auf etwa 50 Meter Länge ein unglaublicher Lebensmittelmarkt links und rechts aufgebaut. Der Metzger "Koglin German Royal Hams" ist samt Frau Deutscher. Überall erkannten wir Deutsche die wohl in New York leben und sich hier versorgten. Es gibt ein Leben nach McDonalds!

Fortbewegen in Manhattan
Aus alter Erfahrung am ersten Tag gleich zur Einstimmung zu Fuß zum Times Square. Etwa 30 Minuten, da es aber viel zu sehen gibt, auch länger. Mit Blick auf die rote "Virgin"-Reklame liegt wenige Eingänge links nach Norden das "New York Tourist Center". Unbedingt reingehen. Direkt rechts in der Halle einige Yahoo-PC-Terminals für die erste eMail nach Hause. Sie haben doch wohl alle eMail-Adressen mitgebracht?!

Dann Metro-Tages-Karten für 4 $ kaufen. Die Leute erklären einem genau, wie es geht. Wichtig ist, dass man eine Kartenhülle zum Einschieben der Karten verwahrt. Der Magnetstreifen ist sehr empfindlich. New Yorker haben alle so eine Scheckkartenhülle dabei. Obwohl man erzählt, dass die Karte ab erster Benutzung 24 Stunden gilt, haben wir am anderen Morgen gleich eine neue nehmen müssen. Also überlegen, ob es sich lohnt, für den Rest des Tages noch eine Karte zu entwerten.

Die Karte gilt für Bus und Metro. Pläne gleich mehrfach mitnehmen. Sind auch als Souvenir brauchbar. Busfahren ist für Touristen das, ich wiederhole, das Fortbewegungsmittel in Manhattan. Am letzten Tag sind wir etwa 6 Stunden von einem Bus in den anderen umgestiegen, haben Manhattan bis Mitte Central Park abgefahren, die Leute im Bus und draußen beguckt. Billiger kommt man nicht zu einem Eindruck von Land und Leute.

Ziele
Sonntags sind außer ein paar kleinen Läden die meisten Geschäfte zu. Entsprechend ist auf den Straßen nichts los. Ausnahme Times Square, da ist immer was los. Auch bei Regenwetter wird Sightseeing mühsam. Die Geschäfte und Gebäude 5. Avenue ab etwa Central Park/Waldorf Astoria sind nicht nur für Millionäre offen. Bei Cartier gibt's einen schönen Kugelschreiber mit dicker Firmenaufschrift. Recht preiswert unter 100 $. Einige Foyers scheinen Vorbild für arabische Paläste gewesen zu sein. Besonders auffallend: Trump Tower in Rosenquarz, 5 Stock hoher Wasserfall, und jede Menge Vergoldung. Purer Luxus, sehr beeindruckend.

Zu empfehlen: American Museum of Natural History. Unser Bernd war von den Dinos nicht wegzukriegen. Das Planetarium ist die reine Show, Völkerkunde mit vielen Dioramen. Ein Zoo an ausgestopften Tieren. Für einen kompletten Regentag Vollbeschäftigung.

Auch interessant: die Cafeteria, Gegenstand des Interesses: Ami-Familien zu viert, die es mit wenig Aufwand schaffen, vier Tabletts mit haushochgestapeltem Müll zu produzieren. Wenn ich bedenke, dass wir das in Deutschland auch mal so gemacht haben? Ohne die Grünen zu mögen, es hat sich doch was verändert in Deutschland!

Am Hudson River liegt ein Flugzeugträger, Zerstörer und U-Boot, mit jede Menge ausgestellter Flugzeuge. Für alle einschlägig Interessierten ein absolutes Muss. Aber Vorsicht, Öffnungszeiten erfragen. Montags ist z. B. geschlossen. Merkt man immer erst, wenn man vor der Tür steht. Übrigens auch das mit dem Bus. Linie 50 hält direkt vorm Eingang. Mit etwas Übung wird man zum richtigen Bus-Hopper.

Die Metro sollte man zum Abhaken natürlich auch mal genommen haben. Zur Südspitze ist die Metro am schnellsten.

Auch die Staten-Island-Fähre sei erwähnt. Der ehemalige Geheimtipp ist inzwischen Standard. Die Schiffsleute finden ständig wohlwollendes Interesse von sie umstehenden Touristen. Die Freiheitsstatue ist bei der Fahrt so gut zu sehen, dass wir einen Besuch der selben gestrichen haben. Lediglich um sie von innen zu besteigen, hätte das noch Sinn gemacht. Aber bei einer Außentemperatur von etwa 2 Grad Celsius ist es darin sehr, sehr kalt. Nein Danke!

Kirchgang
Wir sind Christen, Abteilung römisch-katholisch. Für alle Gleichgesinnten der Tipp zum Sonntag: Church of Saint Francis of Assisi, 135 West 31. Street. Vom Hotel etwa 10 Minuten zu Fuß. Vom Empire State Building ist das Hotel New Yorker Richtung Hudson sehr gut zu sehen. Der Kirchturm ragt auf halber Strecke links vom Empire in die Höhe.

Gottesdienste: Sonntag 7.00 Uhr, 8.00 Uhr, 10.00 Uhr, 11.00 Uhr, 12.30 Uhr, 17.15 Uhr, 18.15 Uhr. Also für jeden was dabei.

Vom Hotel zum Flughafen
Die o. a. Airport-Buslinie hat einen Anfahrtspunkt in Penn Station. Etwa 5 Minuten vom Hotel New Yorker zu Fuß. Über die Ampel die 8. Avenue Richtung Hudson runter. Hinter dem Block gegenüber der Tempelanlage rechts (US Post Office) links in die 33. Street. Auf der anderen Straßenseite liegt zwischen den Gebäuden eine Anfahrtsstraße für Taxis etc. zur Penn Station. Unten in Höhe des Bürgersteigs wieder ein Schild mit "Airport Service". Alle halbe Stunde kommt ein Bus und sammelt ein. Dasselbe Verfahren rückwärts. Gezahlt wird aber erst an der Grand Central Station. Dort, schlau wie man ist, nicht einfach Geld in den Automaten geworfen, sondern erst im Schalter nach Discount for Children gefragt. Für die dritte Person darauf hin wieder anstandslos 0-Tarif erhalten. Und das hat seinen Grund und eine Vorgeschichte.

Im Hotel muss das Zimmer bis 12.00 Uhr geräumt sein. Da wir aber erst um 21.20 Uhr fliegen, haben wir Bummelzeit bis mindestens 18.00 Uhr. An der Rezeption fragen. Links in der Ecke werden die Koffer gegen 2 x 1 $ verwahrt. Abreisende sind so den Hotelangestellten zu erkennen und damit frei zum Abkassieren. Alle fragen einen, wie man den wohl zum Flughafen kommt. Man hätte da einen ganz heißen Tipp. Draußen wartet ein Bekannter mit einem Privat-Pkw und bringt einen für lumpige 40 $ direkt nach JFK. Auf Nachfrage + Tunnel-Gebühren + Tip + Zuschlag bei Stau. Wer einmal im Wagen sitzt, hat schon verloren. Wer das Abenteuer liebt, bitte, hier letzte Gelegenheit! Das wissen natürlich auch die Busunternehmen und lassen lieber drei für den Preis von zwei fahren, ist sowieso nicht häufig. Also, wer nicht fragt, hat schon verloren.

Wir haben unsere Rollkoffer brav zur Penn Station geschoben. Dort habe ich einem Ami aus der Provinz erklärt, wie man mit diesem Bus zum Flughafen kommt. Er war mir richtig dankbar, na ja so sind wir eben, wir New Yorker.
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© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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