New York Reiseführer - NYC-Guide.de | The Visit Of The Old Lady

The Visit Of The Old Lady

Der Besuch der alten Dame


von Dr. Reinhard Hennig


Prolog

Wer's noch nicht getan hat, der sollte es tun! Und zwar jetzt! Was, bitte? Na, sich zuerst einmal den Manhattan Helicopter Flight reinziehen. Soviel Werbung muss sein! ;-) Ich hatte es doch angekündigt.

Was sagte ich da doch gleich noch mal? "Was für ein Überblick! So hat man es uns schon an der Uni erklärt: verschafft Euch erst eine globale Sicht auf ein System, danach nähert euch den Details. OK, mache ich!"

Na, also dann! Nach dem "globalen Überblick" kommen wir der Sache doch schon näher...


Die Story

Die alte Dame...Nein, es hört sich nur so an mit dem Beitragstitel. Weder Friedrich Dürrenmatt mit seinem gleichnamigen Werk ist hier gemeint, noch gibt's gleich 'ne Story über meine Oma. Mit so "jungen Dingern" gebe ich mich doch gar nicht erst ab. No chance!

Nein, nein, die alte Dame, die ich meine, ist schließlich Jahrgang 1886. Und ausdauernd! Irgendwie "yoga-besessen". Seit sie damals ihren rechten Arm mit einer glühenden Fackel emporgereckt hat, will sie ihn partout nicht wieder herunternehmen.

Bekannt ist sie ja wie ein "bunter Hund". Millionen, so sagt sie, hat sie schon mit ihrer ausdauernden Übung seitdem ein Symbol der Hoffnung und des Willkommens gegeben.

Nun, ich glaube ihr das einfach mal! Für ihr Arm-Training hat sie sich eine kleine Insel in der Upper New York Bay ausgesucht, in Sichtweite der vielen Bürotürme Lower Manhattans. Ja, die alte Dame ist in New York zuhause.

Wie gesagt: ich werde mich den Details nähern.
In einer nullten Näherung beschließe ich, eine kleine Seereise zu unternehmen. Auf "Butterfahrt" über die New York Bay sozusagen.

Eine Seefahrt, die ist lustig... auch wenn die Bay nicht gerade Kap Hoorn ist. Seekrank wird man davon jedenfalls nicht, höchstens "sehkrank". Es hat schon was, die Skyline von Lower Manhattan mal vom Wasser aus zu genießen. Mein Ziel? Ich bin fest entschlossen, der alten Dame, Miss Liberty, zu Kopfe zu steigen! Rien ne va plus! Nun isses raus. Man kann aber auch gar nichts verheimlichen! Ja, ich habe mich aufgerafft, dem bekanntesten Wahrzeichen New Yorks, der Freiheitsstatue, einen Besuch abzustatten.

me & Skyline Erstes Abheuern auf Ellis Island. Wenn das mein Ur-Urgroßvater noch sehen könnte. Ur-Urenkelchen wandelt in den Gemäuern, wo er selbst damals als Auswanderer mal ankam und sich wahrscheinlich rigideren Prozeduren unterziehen musste, als nur im Flieger grüne und weiße Kärtchen auszufüllen. Doch er hat's geschafft - die von ihm gegründete Segeltuch-Manufaktur gibt es heute noch, inzwischen gewachsen zu einem veritablen Unternehmen in Alabama.

Doch ich schweife ab. Erst einmal wird nach dem obligatorischen Besuch der Stätten, wo seinerzeit die Einwanderer aus aller Herren Länder ankamen, um in der Neuen Welt ihr Glück zu finden, wieder "angeheuert". Jetzt geht's tatsächlich weiter nach Liberty Island, wo besagte alte Dame ihr unermüdliches Yoga-Training betreibt. Vom Anleger aus entlässt mich das Boot, tourists from all over the world aboard.

Miss Liberty's BackAnnäherung von hinten. Sie hat mich offenbar noch nicht entdeckt. Na ja, ist in dem Alter ja auch kein Wunder. Egal, packen wir's an! Erstens ist die Insel ja recht übersichtlich (was, Sie haben immer noch nicht die Aufnahmen des "Manhattan Helicopter Flights" auf dieser tollen Website zur Kenntnis genommen? Schaaaaade!). Und zweitens sollte man keine Angst vor Schlangen haben.

Was tut man also, wenn man eine Schlange sieht? Richtig! Man stellt sich hinten an! Der Joke ist zwar schon alt, wird aber immer wieder gern genommen ;-). Genauso alt, aber vielfach nicht so bekannt ist aber noch ein Detail: bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die gute Frau zersprungene Ketten an den Füßen trägt. Das ist das eigentliche Symbol der Freiheit! Und kaum einer hat's bemerkt! Man sollte also vielleicht doch nicht so lange herumfackeln...

Ein Fahrstuhl im Sockel des Monuments bringt mich dann bis zum Rockzipfel der Lady. Hier erwarten einen museale Räumlichkeiten (und natürlich wieder der obligate Souvenir-Shop), um vom Mantel der Geschichte (in diesem Fall der von Miss Liberty) umweht zu werden.

Doch mir steht der Sinn nach Höherem. Fahrstuhl bis nach oben? Fehlanzeige! Wer der Lady zu Kopfe steigen möchte, ist nun (ab Rocksaum) auf eine Wendeltreppe angewiesen.

me in the crown...Eine schmale Wendeltreppe! Wer zuviel Donuts zum Frühstück hatte, bleibt definitiv stecken! Kein Witz! Echt nicht!

Einige Minuten später und etwa sechsundvierzig Meter höher (der Sockel allein ist bereits fünfundvierzig Meter hoch) ist es dann soweit: Miss Liberty hat einen in der Krone - nämlich mich!

viewNeben vielen anderen, versteht sich. Lange kann ich diese Position nicht mehr halten. Der Druck der nachströmenden Massen zwingt mich, wieder abzusteigen.

Ein letzter Blick aus der "Krone", dann geht's wieder abwärts. Down. Downtown Manhattan. Das Boot wartet schon. Ablegen. Vom Battery Park geht's erst mal ab in den nächsten Deli. Bye, bye, Miss Liberty!


Epilog

Tschüss, alte Dame! Du warst einen Besuch wert. Doch Manhattan hat ja noch weitaus mehr zu bieten. Aber eins ist versprochen: wir seh'n uns wieder.

Langweilig wird's Dir inzwischen ja wohl nicht werden, auch, wenn ich Dich persönlich vielleicht erst später wieder einmal besuchen werde.

Schließlich: "in der Krone" hast Du ja immer einen...”.


Ebenfalls bei uns erschienen:
Manhattan Helicopter Flight | The Thrill is back...

© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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