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Manhattan Helicopter Flight

Prolog

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von Dr. Reinhard Hennig


Logo Berlin, im Januar. Ku'damm. Sauwetter. "Hi Bernd. Schön, Dich mal wieder zu treffen. Geh'n wir auf'n Gläschen Gerstenbrause"? Bernd willigt willig ein. Nasskalt gegen warm und trocken zu tauschen, ist schließlich eine angenehme Option. Zeit, mal wieder über Gott und die Welt zu reden. Und über Reisegelüste insbesondere. Meine, genauer gesagt. Gesagt, getan! Die Gerstenbrause kommt und Bernd wird eingeweiht. "Weißt Du, mich hat's mal wieder erwischt! Nix wie raus!" Bernd versteht grinsend. "Ach so, Du willst dich also schon wieder mal in die Staaten absetzen"? "YEPP”! Bernd muss schmunzeln. "Na, Du alter Cowboy? Südstaaten, wie immer? Die Konföderierten heimsuchen"? Bernd kennt ja meine Leidenschaft für Western & Country. "Nöö, diesmal trifft's die Union. Will nach New York City. Muss man schließlich auch mal gesehen haben. Von Tennessee bis Louisiana, Arkansas bis zu den beiden Carolinas hab' ich ja schon alles durch. Aber ich werd's wohl wie immer machen. 'Easy going'! Buch' mir nur'n Flug, nehm' mir'n Mietwagen - und dann ab durch die Mitte. Manhattan, ich komme. So siehste was von Land und Leuten, bist unabhängig und flexibel. Und'n Motel findste immer irgendwo".

Bernd kratzt sich am Kopf. Wen's juckt, der soll sich eben... Oder meint der etwa mich?? Bernd MEINT mich! "Nee, mein Lieber, das schmink' Dir mal besser gleich ab! Vergiss es! Nicht in Manhattan! Nimm Dir'n schönes gemütliches Hotel und schwing die Füße...". Bernd kennt Manhattan. Ich (noch) nicht. Ich hake nach: "Ja, aber wieso denn? Meinst wohl, ich verirre mich im Großstadtdschungel? Na, da hab' mal keine Sorge"! Ich drehe jetzt groß auf. Schließlich habe ich genügend USA-Erfahrung gesammelt. Was ist denn schon dabei? Country-Music-Festival in Nashville, Tennessee? Kein Direktflug mehr zu kriegen? Na und? Dann war da immer noch was flugmäßiges nach Atlanta, Georgia, frei. Und am Flughafen gibt's Mietwagen. Sind doch nur'n paar hundert Miles von GA bis TN. Motels an den Highways ohne Ende. Großstadtverkehr? Pah! Wer in der Hauptstadt von Georgia lässig im Strassenverkehr mitschwimmen konnte, der wird ja wohl auch in Manhattan zurechtkommen!

"Vergiss es"! Bernd schaltet sich wieder ein. "Hääh"? Fragend schaue ich ihn an. Was hat der Kerl bloß? "VERGISS es"!!! Jetzt will ich's aber mal genauer wissen.

Nach zwei weiteren Gerstenbrausen und einem Intensiv-Crashkurs in New Yorker Mentalität hat er es geschafft. Ich bin inzwischen total verunsichert. Das ist dann wohl so wie mit dem Unterschied zwischen Stadt und Land? Yellow Cabs beherrschen die Straßen, jeder New Yorker rennt über'n Damm, egal ob da "Walk" oder "Don't Walk" an der Ampel angezeigt wird? "Du meinst also, ich würde entweder die halbe Manhattaner Population ausrotten, wenn ich mich an die StVO halte, Karambolagen mit vielen gelben Autos riskieren oder zumindest wegen horrender Parkgebühren später in Deutschland zum Sozialfall werden"? "JAAAA! Nun vergiss es doch endlich"!!!

Wir schließen ein Agreement. OK, OK, ich nehme eine feste Unterkunft! Irrt sich Bernd, zahlt er mir die Hotelkosten (natürlich gegen Beweisfotos). Hat er recht, ist 'ne Kiste Sekt fällig. Bernd muss sehr großes Vertrauen in seine Touri-Erfahrungen haben. Na, dem werd' ich's zeigen. Preisgünstiger Deal, oder...


Ebenfalls bei uns erschienen:
Visit Of The Old Lady | The Thrill is back...
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