New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Zwei Höxteraner im Big Apple | Tag 2
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Zwei Höxteraner im Big Apple

Samstag, 6. September 2003


von Markus Finger

Vor dem Einschlafen haben Torsten und ich uns über den so gefürchteten Jetlag unterhalten, und uns die Frage gestellt, ob wir Probleme damit bekommen würden. Nachdem wir jedoch mehr als 24 Stunden auf den Beinen waren, waren wir fest davon überzeugt, dass wir aufgrund unserer Müdigkeit wohl bis mindestens 9.00 am durchschlafen würden. Weit gefehlt! Wir wurden beide gegen 4.00 am wach und wunderten uns, warum wir um diese Zeit so topfit waren. Nachdem wir noch ein bißchen dösten, lag unser erster richtiger Tag vor uns. Gegen 8.00 am verließ ich die Hotellobby um meinem Laster, dem Rauchen nachzugehen. Da es seit spätesten 1. Mai in New York konsequent verboten ist, in öffentlichen Gebäuden und Bars/Restaurants zu rauchen, musste ich mich jedes Mal auf die Straße begeben, um eine durchzuziehen. Da ich schon wusste, dass die Schachtel Kippen in den USA an die 8 $ kostet, habe ich im Duty Free noch einmal zugeschlagen und mich mit einer Stange Winston eingedeckt.

StreetlifeAn diesem Morgen war jedoch etwas Seltsames auf der Straße vor unserem Hotel zu beobachten. Anstelle der wild hupenden Taxis und Autos des Vortages, konnte man bunt geschmückte Wagen und Leute mit einheitlichen T-Shirts und Plakaten beobachten, die sich auf irgendetwas vorbereiteten. Was war los? Auf Nachfrage bei einem freundlichen Passanten erfuhr ich, dass am heutigen Tage die Labor Day-Parade durch die Straßen Manhattans ziehen würde. Den Labor Day kann man in den USA mit unserem 1. Mai (Tag der Arbeit) vergleichen.

Und wie es in New York nun mal so ist, wird jeder besondere Tag mit einer Parade gefeiert. Bevor wir uns der Parade widmeten, gingen wir die 45. Straße Richtung East River entlang, um dem Gebäude der UN einen Besuch abzustatten. Es ist schon beeindruckend an dem Ort zu stehen, wo die Vertreter aller Länder zusammenkommen, um für ein friedliches Miteinander diplomatisch zu kämpfen. Leider wurde an diesem Tag keine deutschsprachige Führung angeboten und unser Vorhaben, dieses in den nächsten Tagen nachzuholen, konnten wir vor lauter anderen Aktivitäten nicht mehr nachkommen.

Nach einem viel zu heißen Kaffee (ist anscheinend normal) bei Starbucks gingen wir zurück zum Hotel. Gegen 11.00 am tauchte dann auch Denise von ihrem Party-Abend wieder auf. Sie hatte bis 6.00 durchgetanzt und dann bei Barriet geschlafen. Vor der St. Patrick's Cathedral haben wir uns dann eine zeitlang die Labor Day Parade angesehen. Berufsgruppen jeglicher Art und Nationalität ziehen in einer Art Demonstration durch die Straßen und feiern ihren Tag der Arbeit.

Times Square Während dieser Parade konnte man merken, dass der amerikanische Patriotismus gerade in solchen Paraden sehr stark zum Ausdruck kommt. Wir beschlossen an diesem Tag mit Denise eine grobe Tour durch Manhattan zu unternehmen, um einen Überblick für die nächsten Tage zu bekommen. Nachdem wir eine Metrocard (7 Tage für 21 $) kauften, fuhren wir nach dem Besuch des Rockefeller Centers und des Times Square (ohne Worte- einfach nur faszinierend) Richtung Lower Manhattan zum Ground Zero. Da standen wir also, an dem Ort, der die Welt verändert hat und für so viele Menschen Trauer und Verzweiflung bedeutet (mehr dazu im Bericht vom 11.09). Irgendwie blieben wir auf unserer weiteren Tour auf einer Grünfläche in der Nähe des North Cove Yacht Harbour hängen. Das war, wie ich meine, nicht verwunderlich.

Das Wetter war, wie auch in den kommenden Tagen, einfach nur b-e-a-utiful. Mit Blick auf den Hudson River genossen wir die Sonne, beobachteten die Menschen beim Basketballspielen oder Picknicken und unterhielten uns mit Denise über das leben in den Staaten. Gegen 6.00 hieß es dann aber, zurück zum Hotel und fertig machen für den ersten Abend im Big Apple. Um den Abend kostengünstig zu gestalten, entschlossen wir uns einige Dosen Budweiser aus dem Deli nebenan zu holen und uns im Hotelzimmer in Stimmung zu bringen. Im Verlauf des Abends kam dann auch Lexi aus Kanada hinzu. Lexi ist eine Freundin von Denise, die ebenfalls als Au-Pair in White Plain arbeitet. Gerade 21 geworden darf sie nun endlich auch die Bars und Discos von New York unsicher machen. Um eine halbwegs gescheite Konversation zu betreiben, mussten wir nun unsere spärlichen Englisch Kenntnisse auspacken. Und ich muss sagen, die Theorie, je mehr Alkohol, um so besser die Sprachkenntnisse, trifft wirklich zu. Ab ca. 11.00 konnte man uns für waschechte Amerikaner halten (glaube ich zumindest).

Nach einigen interessanten Unterhaltungen über Kanada, deren Trinkkultur und sonstigen Themen, ging's mit der Metro ab nach Greenwich Village. In den letzten Jahren hat sich das Village zu einer Hochburg der Studenten und Jugendlichen der Stadt entwickelt. Dazu gehören natürlich auch eine Anzahl von Bars, Restaurants, Jazz-Clubs und Discotheken. Erste Anlaufstation war das "Off the Wagon", 109 MacDougal Street. Eine typisch Amerikanische Kneipe mit riesigen Monitoren auf denen man Baseball und Football sehen konnte, hohen Räumen auf zwei Ebenen und guter Rockmusik. Nachdem wir uns dem Türsteher ausgewiesen hatten, (die schauen wirklich genau aufs Geburtsdatum) betraten wir den Laden zu den Klängen von "Sweet Home Alabama". Wahnsinn!!

Im Verlauf des Abends war ich vom Barkeeper der Lokalität super begeistert. Der Kerl hat's geschafft, alleine eine Theke von ca. 7 Meter mit Getränken zu versorgen. Das alles suuuuper schnell! Irgendwie kam ich mir vor wie im Coyote Ugly Club! Nachdem ich mich noch auf einem T-Shirt eines Junggesellinnenabschieds verewigt hatte, verließen wir das Lokal um noch einen Abstecher in die "Black Fat Pussycat Bar" zu machen. Wer jetzt glaubt, wir wären in einem einschlägigen Etablissement gelandet, der irrt. Die Bar war zwar nicht so nach meinem Geschmack, jedoch gab's einen großen Raum der - mit alten Möbeln ausgestattet - ein besonderes Flair hatte. Gegen 4.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und fielen mit dem Gedanken eines etwaigen morgigen Katers ins Bett.

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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