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Stefan allein in New York | Das East Village

Das East Village


von Krampe

Meine Unterkunft hatte ich, wie kann's anders sein, aus den Hotelkritiken im NYC-Guide. Carmen schrieb dort vor einiger Zeit eine tolle Kritik über das "East Village Bed and Breakfast" von Carlos. Da Carlos noch ein zweites Hotel mit einer besseren Anbindung an die Subway hat, entschied ich mich für dieses. Das "Second Home" in der 2nd Avenue war mit seinen 7 Zimmern genau das, was ich gesucht hatte. Durch die Gemeinschaftsküche und das Bad auf dem Gang kam man schnell mit anderen Bewohnern ins Gespräch.

Das East VillageDas Zimmer war nicht sonderlich groß, aber auf Sauberkeit wurde großen Wert gelegt. Ich denke für $70/Tag kann man das "Second Home" ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

Tagsüber macht das East Village seinem Namen alle Ehre. Bis auf den chaotischen Verkehr geht es doch eher ruhig zu. Einige Klamottenläden öffnen erst um 4:00 pm.

Doch der Schein trügt. Das Village ist im Moment das "In"-Viertel Manhattans. Noch vor ein paar Jahren standen Besuchern bei dem Wort Alphabetcity noch der Angstschweiß auf der Stirn. Kaum einer wollte abends freiwillig dahin. Doch seit Studenten diese Gegend für sich entdeckt haben, ging es steil bergauf. Kurioserweise nahm die Zahl der Drogendelikte rapide ab.

In den Clubs und Bars rund um die First Avenue (unterhalb der 14th St.) kann man heutzutage ganz gepflegt abstürzen. Vom Punkkonzert bis zum Candlelight-Dinner - hier findet jeder etwas.

Das günstige Essen und die moderaten Getränkepreise haben in den 12 Tagen dazu geführt, dass ich oft erst "sehr früh" in meinem Bett versank.

Ein Highlight ist der Samstag Abend im Village East Cinema (198 2nd Ave. ). Seit Jahren wird hier die "Rocky Horror Picture Show" aufgeführt. Für ca. $10 bekommt man hier das etwas andere Kinoerlebnis. Wenn es eine Steigerung von total abgefahren gibt, trifft es darauf zu. Bei der Auswahl der Kleidung für diese Vorstellung, sollte man sich irgendwo am Ende der Wahnsinnigkeitsskala bewegen.

Meine besondere Empfehlung gilt aber dem McSorley's Old Alehouse (7th St., Nähe Astor Place). Hier herrschte eine tolle Stimmung; ein Flair wie vor 100 Jahren und irgendwie fand sich immer ein passender Gesprächspartner. Auch das selbstgebraute Hopfengetränk, das der freundliche Wirt in ziemlich regelmäßigen Abständen an den Tisch brachte, darf nicht unerwähnt bleiben. Wenn man 2 Gläser bestellt, hat man eine Ersparnis von 50 Cent. Jeder Gast war also den ganzen Abend damit beschäftigt, soviel wie möglich zu sparen.

© 2000-2012 by Marion & Thomas Reichwein
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