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Stefan allein in New York

Die Anreise


von Krampe

Am 14. Mai 2001 ging's los. Erst mit dem Zug nach Berlin, dann weiter mit dem Bus nach Tegel. Sehnsüchtig erwartete ich den Flughafen, denn mein Frühstück war heute früh etwas spärlich ausgefallen.

Bis zum Check-In waren es noch genau 10 Minuten. Man hatte mich belehrt, dass ich wenigstens bei meinem ersten Flug mal pünktlich sein soll, also musste das zweite Frühstück bis nach dem Einchecken warten. Nach 30 Minuten hatte ich ein fertig ausgefülltes Ticket und man bat mich sofort durch die Sicherheitskontrolle zu gehen. It's Boarding Time! Grrrrr...

Auf der anderen Seite gab's nur Getränke, und ich beschloss mich mit einen Blick auf unser Flugzeug abzulenken. Na toll, das Gate war genauso leer wie mein Magen. Der Flieger war noch zwischen Berlin und Frankfurt unterwegs. Irgendwann kam er dann, und mit reichlich Verspätung ging's ab in die Stadt am Main.

Eigentlich war in Frankfurt eine Stunde Aufenthalt geplant, aber das war wohl nix. Das Frühstück hatte ich längst abgeschrieben, den Flieger nach Newark noch nicht. Mir blieben noch 4 Minuten bis zum Abflug, also beeindruckte ich die Leute mit einer kleinen Sprinteinlage durch's Terminal. Und was soll ich sagen? Ich hätte mir auch Zeit lassen können, denn der Wind stand heute sehr günstig, da wird immer später abgeflogen.

Kurz nach dem Start gab's endlich was zu Essen - ein Beutel Erdnüsse. Mein Fensterplatz war Gold wert, denn es gab kaum eine Wolke am Himmel. Das änderte sich erst als wir an die Stelle kamen, an der Großbritannien vermutet wird. Rechts vom Flieger waren dicke schwarze Wolken. Kein Wunder bei dem Essen das die haben. Noch schnell 'ne KLM überholt (wenn die Lufthansa nicht gerade streikt, sind die wirklich schnell) und der Ozean begann.

Als wir Kanada erreichten, wurde ein Film eingespielt, indem erklärt wird, wie das Einreiseformular und die Zollerklärung ausgefüllt werden. Er war sehr informativ und in deutsch!! Ich ließ mir jeweils 2 Formulare geben, (Toller Tipp, Danke!) die ich auch benötigte.

Dann war es endlich soweit. Die 747 legte sich auf die Seite und die Landung begann. In ca. 500m Höhe tauchten wir aus einer der zahlreichen Wolken und was ich dann sah übertraf alle meine Erwartungen. Die Skyline von Downtown erstrahlte im Sonnenschein, während Uptown Manhattan im Schatten lag.

Futurama-Folge 1: Fry presst seine Nase an die Fensterscheibe, schaut auf New York im Jahr 3000 und sagt: "Oh my good it's the future". Genauso habe ich mich gefühlt, und so bescheuert hat's bestimmt auch ausgesehen.

Lange konnte ich mich aber nicht freuen, denn das meiner Meinung nach Schlimmste stand mir noch bevor: die Immigration - mit meinem mehr oder weniger tollem Englisch.

Ich stellte mich also in die Schlange mit der Visa-freien Einreise. Neben uns langweilte sich ein Beamter, der für die Abfertigung der US-Bürger zuständig war. Da weit und breit kein Ami zu sehen war winkte er mich zu sich, drehte meinen Zettel mehrmals um, gab mir einen Stempel und ich durfte gehen.

Wie das war alles. Keine einzige Frage? Yesssssssss! Nur noch das Gepäck holen und dann los. Pah... weit gefehlt. Eine Frau vom Landwirtschaftsministerium fing mich ab und hatte prima Fragen über "foot and mouth disease". Na suuuper. Als die Liste abgearbeitet war, durfte ich völlig erledigt gehen.

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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