New York Reiseführer - NYC-Guide.de | Zu Besuch bei den Heroes | Donnerstag, 5. April 2001

Zu Besuch bei den Heroes

Donnerstag, 5. April 2001


von Karsten Grobbel

TwinsAm Morgen gegen 9:00 Uhr trinke ich mit meinem Vater den vorerst letzten Kaffee auf deutschem Boden, steige wenig später in die Maschine der Lufthansa und starte zu meiner kleinen Fortbildungsreise nach New York. Gegen 12.30 Uhr erreichen wir den Flughafen Newark.

Nachdem ich die Pass- und Zollkontrolle ziemlich schnell hinter mir gelassen habe, organisiere ich mir einen Shuttlebus, der mich in die Jugendherberge nach Manhattan bringt. Die Fahrt kostet mich $17. Es wäre sicher auch billiger gegangen, nach so einem langen Flug habe ich aber keine Lust noch hinter der Verkehrsanbindung herzulaufen. Schließlich möchte ich den Rest des Tages noch nutzen und die ersten Eindrücke dieser Stadt sammeln.

Auf dem Weg von Newark nach Manhattan sind schon von weitem die Türme des World Trade Centers zu sehen. Irgendwie kann ich noch nicht glauben das ich endlich da bin. Ich bin nicht der einzige in dem Shuttlebus, ein deutsches Ehepaar mit Kind und eine Amerikanerin mit ihrer Mutter sind mit an Bord und somit wird die Fahrt zur Jugendherberge schon zu einer kleinen Stadtrundfahrt, wobei ich das erste mal die Bekanntschaft von Harlem mache.

Ich werde direkt vor der Jugendherberge abgesetzt, der "Hostelling Int.", 891 Amsterdam Ave. Beim Einchecken sagt man mir schon, dass ich Samstag noch mal in ein anderes Zimmer umziehen muss. Ich beziehe meine Unterkunft für die nächsten Tage, ein 6-Bett-Zimmer, wobei bereits zwei Betten belegt sind und suche mir einfach eines der unbenutzten Betten aus, was sich aber später noch als problematisch gestalten wird. Danach kaufe ich mir im Shop der Jugendherberge ein Schloss für meinen Tresor. Es ist so ein Schloss, was man häufig im TV sieht, wo man 35 links, 18 rechts und wieder 3 links drehen muss, Ihr wisst, was ich meine. Die Bedienung dieses Schlosses ist mir bis heute ein Rätsel geblieben.

Anschließend unterziehe ich mich einer Katzenwäsche, rufe schnell meine Freundin an, kaufe mir eine MetroCard für $17, mit der ich 7 Tage unbegrenzt Metro fahren kann und stürze mich ins Getümmel. Erst fahre ich mit dem Bus zum Visitor Center, was sich aber eigentlich nicht gelohnt hat, da hier in meinen Augen nur Touriprospekte ausliegen, die es auch in der Jugendherberge gab und fahre weiter Richtung Südspritze. In Sichtweite der Twins steige ich aus und nehme mir vor, ein paar Blöcke zu Fuß zu gehen, da der Verkehr vor dem Holland Tunnel doch mehr steht als rollt. Ich muss feststellen, dass die Entfernung von "ein paar Blocks" doch wohl reichlich untertrieben war. Durch die Größe der Twins unterschätzt man die Entfernung doch ein wenig. Ich gehe bis zum Battery Park, die Füße qualmen und ich habe ziemlichen Hunger.

Direkt gegenüber der Twins an der Liberty Street esse ich mich erst mal ordentlich satt. Für $7 zwei Stücke Salami und eine große Cola. Mit schwerem Magen verlasse ich die Pizzeria und gehe die Straße runter Richtung Hudson River, vorbei an der Feuerwache von Engine und Ladder 10. Es stehen einige Kollegen vor der Wache, da ich aber weiß, dass die Wache auf Grund der Nähe zu den Twins eh ziemlich stark von Besuchern frequentiert wird und die Kollegen das wohl ziemlich nervt, gehe ich einfach dran vorbei, aber nicht ohne einen kurzen Blick hinein zu werfen.

Statt dessen entscheide ich mich, da wir strahlenden Sonnenschein haben, zur Aussichtsplattform des WTC. $13,50 ist wohl ziemlich happig, aber erstes lohnt es sich und zweitens ist man hier in New York, wo ein Besuch der Plattform auf jeden Fall dazugehört. Die Aussicht von den Twins ist einmalig.

Die Autos wirken wie Ameisen, die Sicht ist durch das gute Wetter traumhaft. Ich verweile eine ganze Zeit dort oben und genieße die herrlichen Ausblicke bei einem Kaffee. Als die Sonne verschwunden ist, fahre ich wieder runter und mache eine ganz neue Erfahrung. Ich fahre zum ersten mal mit der Subway. Ich arbeite mich durch den Streckenplan, nicht ohne von einer freundlichen Dame angesprochen zu werden mir der Frage, ob sie mir helfen könne und fahre zurück zur Jugendherberge. Es wäre jetzt trotz Müdigkeit ein Fehler, sich ins Bett zu legen und zu schlafen. Ich fahre noch mal zum Times Square, um mir bei Fridays ein Bier zu trinken. Aus dem einen werden allerdings drei, obwohl mit $6 nicht ganz billig. Da ich den ganzen Tag ziemlich wenig gegessen habe, bin ich nach diesen drei Bier auch ziemlich abgefüllt.

© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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