New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Austrian girls in New York | Sonntag, 6.1.2002

Austrian girls in New York

Sonntag, 6.1.2002


von Heidi Fast

Etwas länger schlafen stand heute eigentlich auf dem Programm, doch die innere Uhr machte nicht mit und so starteten wir nach einem Frühstück im bzw. am Bett in Richtung Manhattans Spitze.

Ticketkauf für Musical war angesagt, außerdem wollten wir mit der Staten-Island-Ferry die Freiheitsstatue von der Nähe aus sehen.

Naked Cowboy-SandwichTja, was soll ich sagen, den Ticket-Schalter am Bowling Green Park fanden wir zwar, doch leider ist der am Sonntag geschlossen (man sollte die Links hier vielleicht doch besser nützen und genauer lesen!), also nichts wie zurück zum Times Square, wo wir dann drei Karten für die Abendvorstellung von "Cabaret" zum halben Preis ergatterten.

Dort sahen wir auch den "Naked Cowboy", einen originellen Straßensänger, der nur mit Cowboystiefeln (in die man das Geld steckt), einer weißen Unterhose, die auf der Rückseite mit "naked cowboy" beschriftet ist und einen Cowboyhut bekleidet ist. Und das bei Temperaturen um die 0 Grad Celsius! Er gibt nur ein Lied zum Besten und das heißt natürlich "I'm the naked cowboy" und lässt sich gegen Trinkgeld bereitwillig fotografieren. Was meine Mädels natürlich taten und da meinte er "It's a naked cowboy-sandwich".

Nach diesem heiteren Intermezzo ging es per Subway wieder runter zur Anlegestelle der Fähre, wir fuhren rüber nach Staten Island und mit der selben Fähre gleich wieder zurück, die Fahrt war zwar kalt, aber toll, denn der Ausblick auf die Skyline und die Statue of Liberty ist traumhaft.

Wo das WTC gestanden hatte, konnten wir dabei nur ahnen, Gottlob sah man keinen Rauch mehr.

new skyline Durch das Finanzviertel vorbei am Bronzestier und der Wallstreet ging es dann zum Ground Zero, wovon wir zwar nichts sahen (und das ist ja das Schlimme), aber doch sehr viel spürten, die Trauer und Erschütterung lag buchstäblich in der Luft. Wir hatten das WTC ja nicht mehr erlebt, auch Lisa nicht (ihre erste Abreise Richtung NY fand ja ausgerechnet am 11.9. statt und nach einer Odyssee kam sie dann nach wenigen Tagen über Kanada wieder heim und startete erst Ende Oktober nochmals Richtung NY) und daher gab es für uns kein Vorher und Nachher.

Dennoch war die Trauer auch für uns spürbar. Kurz vor unserem Besuch in NY wurde ja eine Plattform eröffnet, von der aus man auf die Unglücksstelle hinunterschauen kann, die Leute standen dafür mehrere Blöcke lang in Zweierreihen an und daher ersparten wir uns das.

Bei der Rückfahrt landeten wir durch Zufall bei Bloomingdales, wo die Mädchen es sich nicht nehmen ließen, teure Ballkleider zu probieren, die wir zwar nicht kauften (die Preise lagen so ab $ 400), aber die Anprobe zumindest fotografierten. Den Revlon Employee Store, wo wir ein paar Mitbringsel erstehen wollten, suchten wir leider vergeblich, nicht mal ein Polizist konnte da helfen.

Essensmäßig war an diesem Tag Schmalhans bzw. Sparefroh angesagt, ein Snickers und ein Hot Dog auf der Ferry und abends ein paar dick belegte Bagels aus einem Bagel-Shop in der Nähe des Hotels, die wir dann im Zimmer (richtig amerikanisch beim Film "Kevin allein in NY") aßen.

Ins Studio 54, wo "Cabaret" gespielt wird, ging es dann wegen des strömenden Regens (ich hatte nicht nur den Lageplan für das Hotel, sondern auch die Schirme vergessen) per Yellow Cab, der Preis für die Taxifahrt überraschte mich angenehm, denn $ 5.30 kostet auch bei uns eine ähnlich weite Strecke. Dafür ging der Pausencocktail, zu dem ich mich durch die wirklich tolle Aufführung von "Cabaret" hinreissen ließ, ins Geld, $ 23 für einen "Metropolitan" und ein Mineralwasser ist ja nicht gerade wenig, auch wenn es den Spaß wert war.

© 2000-2012 by Marion & Thomas Reichwein
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