New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Austrian girls in New York | Samstag, 5.1.2002
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Austrian girls in New York

Samstag, 5.1.2002


von Heidi Fast

Schon um 6.30 Uhr war ich (normalerweise Langschläferin) putzmunter, ging mich mal restaurieren, ehe ich die Kids weckte. Das Frühstück war ordentlich, dem komisch bzw. chemisch schmeckenden Orangensaft entsagte ich bei den nächsten Morgenmahlzeiten (wir bunkerten besseren Saft und Wasser im großen Kühlschrank ein), die wir uns dann immer aufs Zimmer holten (wo wir selbst Kaffee kochten, den wir mit dem Instant-Kaffee, den es beim Frühstück gab, etwas aufpeppten).

Eigentlich wollten wir noch von der Billig-Telefonzelle vor der Tür des Hotels (wirklich nur $ 1 für 3 Minuten weltweit) zuhause anrufen, doch Jeanne von den Big Apples Greeters wartete schon in der Hotelhalle auf uns. Sie entpuppte sich als rüstige pensionierte Lehrerin um die 70, überreichte uns gleich mal gratis drei Tagestickets für Busse und Subway (Kosten sonst $ 4), einen Stadtplan und erzählte uns anhand des Planes etwas über die Entwicklung von Manhattan. Dann ging es los und ich muss sagen, es war sehr informativ und auch unterhaltsam, weil uns Jeanne auch viel vom Leben in dieser Stadt erzähle. Natürlich erzählte sie uns auch, wie sie den 11. September erlebt hat und das berührte uns sehr.

Wir sahen typische Sehenswürdigkeiten wie das Rockefeller Center, das Trump Building, die Metropolitan Opera, gingen auch in die Public Library (am Nachmittag gingen wir dann nochmal alleine hin und schrieben von dort aus – man kann sich nämlich für einen Internet-Platz anmelden, den man dann gratis nutzen kann – eMails an die daheim gebliebenen), besuchten aber auch mit ihr z. B. einen 99 Cent-Shop oder Tiffany's.

Beim Abschied freute sich Jeanne sehr über die österreichischen Süßigkeiten, die ich vorsorglich mitgenommen hatte und zeigte uns noch einen Imbiss, in dem man recht gut und günstig lunchen konnte, was wir dann auch taten. Beim Bestellen hatte ich so meine Probleme (= Sprachschwierigkeiten) und wusste schlussendlich eigentlich nicht so recht, was ich nun bekommen würde, es war aber spannend und schmeckte auch sehr gut.

Rockefeller Center So langsam gewöhnte ich mich auch an die Sprache, die mit meinem Schulenglisch ziemlich wenig gemein hat (im Flugzeug hatte ich so meine Probleme bei den amerikanischen Filmen, beim Rückflug ging es schon viel besser).

Auf eigene Faust ging es dann weiter, durch den Central Park, wo die Mädchen eigentlich eine Runde Eis laufen wollten, die Schlange an der Kasse war aber mehrere hundert Meter lang und so blieb es beim Zuschauen (schonte Mutters Reisekasse!). In der "Tavern on the green" wollten wir zwar gemäß eures Tipps den besten Cheese-Cake der Stadt probieren, das elegante Ambiente stand aber in krassem Gegensatz zu unserer legeren Kleidung und zugegebenermaßen auch zu unserer Reisekasse und so blieb es bei einem Besuch des schönen "Restrooms", wo eine nette Dame uns gegen entsprechendes Trinkgeld die Flüssigseife in die Hand goss.

Tja, das Trinkgeld ist auch so eine Sache. Eigentlich sollte man die Manteltaschen voller Dollarscheine und Quarters (doch die sind fürs Trinkgeld sowieso zu wenig, die braucht man eher zum Telefonieren) haben, denn dauernd ist ein "tip" fällig, beim Hotelboy, dem Zimmermädchen, dem Taxifahrer und im Restaurant sowieso. Lisa ging es bei ihrem ersten NY-Besuch sogar so, dass ihr die Kellnerin auf die Straße nachlief, weil sie kein Trinkgeld bekommen hatte. Lisa wusste damals noch nicht, dass die Kellner vom Trinkgeld leben.

Danach ein Sprung ins Plaza Hotel, das wir ja schon aus "Kevin allein in NY" kannten, nochmal (siehe oben) in die Public Library, in den "Niketown" und einige andere tolle Geschäfte, wo wir feststellten, dass eigentlich alles doppelt so teuer ist, wie bei uns in Österreich und dass die Ausverkaufspreise so in etwa unseren Normalpreisen entsprechen (das Preisgefälle zwischen Österreich und USA ist noch ein bisschen krasser als das zwischen BRD und USA, denke ich).

Im Hotel angekommen legten wir erst mal die Füße hoch und konsumierten einen alten Marilyn Monroe–Film, ehe wir erneut aufbrachen, um vom Empire State Building aus Manhattan bei Nacht zu sehen. Trotz Wind und bitterer Kälte ein tolles Erlebnis!

Danach ging es per Subway Richtung Chinatown, wo wir eigentlich essen wollten. Inzwischen war es schon beinahe 10.00 Uhr abends und in Chinatown waren alle Läden dicht, in freundlich wirkende Straßen kamen wir nicht, also wechselten wir kurzentschlossen nach Little Italy, wo das italienische Leben pulsierte, alle Läden geöffnet waren und uns vor jedem Restaurant jemand "auflauerte", der uns von den Vorteilen seines Lokales überzeugen wollte.

In einem dieser Restaurants aßen wir dann sehr italienisch und besonders Lisa genoss die Atmosphäre nach längerer Italien-Abstinez. Spaghetti, Karaffe Hauswein, Tiramisu für die Mädels und Espresso für mich kosteten dann allerdings stolze $ 74 , ein hoher Preis für unsere Verhältnisse, in NY wahrscheinlich eher günstig für Essen im Restaurant.

Dann gingen wir ein Stück zu Fuß, wobei uns die grün-rote Spitze des Empire State Buildings die Richtung wies, den Rest absolvierten wir dann mit der Sub.

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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