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3 Ladies on Tour

Über Ostern nach New York...

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von Hannemie Peter

... wo fängst du an, wenn deine Gedanken Purzelbäume schlagen? Am besten am Anfang.

..."mein Mann ist über Ostern nicht da, wir könnten nach Amerika fliegen. OK, wenn wir zusammen Urlaub kriegen. Es muss aber in den Ferien sein, Kerstin (meine Lieblingsnichte) muss mit...." - damit fing alles an.

Da liest sich sehr langweilig, war aber nicht so einfach. Meine Kollegin Roswitha und ich haben den gleichen Arbeitgeber, 2 Leute an einer Stelle abzuziehen, ist bei uns nicht üblich. Wir hatten Glück, die anderen Kollegen und unser Chef spielten mit. Dafür nochmals DANKESCHÖN, wir hatten einen supertollen Urlaub. Geplant haben wir den größten Teil im Internet.

Es war ein glücklicher Zufall, dass wir das Flugzeug von Köln nach London erreichten. Ich hatte gedrängelt, früh am Flughafen Köln/Bonn zu sein, vor lauter Angst man könnte uns nicht mitnehmen. Immerhin ist dieser Flughafen fast 25 Minuten von uns entfernt. Da wir mehr als 2 Stunden zu früh waren, war es nicht weiter schlimm, als meinem Schwager auffiel: "da steht der Abflug wäre um 11.30h". Das kann nicht unser Flug sein, wir fliegen 13.30h. Stimmte auch, allerdings von London nach NY. Wie gesagt wir bekamen den Flieger noch. 3 Ladies on Tour.

Wir betraten den Abflugraum in London und blieben abrupt stehen: BA NEW YORK Cancelled: Ab sofort war Roswitha in ihrem Element. Wir stürmen BA. Gesagt getan, welch ein "Glück" in einer halben Stunde sollte ein Flieger nach NY gehen und wir dürfen mit. Die Dame am BA Schalter bemühte sich redlich, uns und unser Gepäck umzubuchen. Bei uns gelang das locker. Toll, wir wären also noch 2 Stunden früher in NY. Letztendlich flogen wir auch los - um die gleiche Zeit, die uns eigentlich sowie zugewiesen war. Trotz allem waren wir wohl die glücklichsten Passagiere in diesem Flugzeug. ...es geht halt nichts über Lebenserhaltenden Stress.

...landen in JFK. Wahnsinn, endlich waren wir in der Stadt auf die wir uns 4 Monate vorbereitet hatten. Trotzdem hatten wir jetzt ein Problem, wir waren auch nach einer so langen Planungszeit nicht ernsthaft darauf vorbereitet ohne Koffer in NY zu stehen... - stürmten wir halt wieder den BA-Schalter. Aber bei der nächsten Frage sah ich doch sehr alt aus: "geben sie uns bitte die Hotelgutscheine!" Klar, gerne, aber wie, die waren immerhin in der Seitentasche meines Koffers. Bekanntlich wird man aus Schaden ja klug, ich auch. Die nächste Frage konnten wir gut beantworten. Wie heißt ihr Hotel: Milford Plaza. - "Davon gibt es 2, bitte die genaue Anschrift". Sie dürfen mir glauben, diese Adresse werde ich nie wieder vergessen. Telefonisch wurde dann das richtige Hotel über unser Eintreffen ohne Koffer informiert. Wir bekamen ein Täschchen mit Duschgel, Kamm, Zahnbürste usw. und wurden ins nächste Taxi verfrachtet. Dank Roswithas perfektem Englisch kamen wir recht gut über alle Klippen.

Auch der erste Taxifahrer hatte seine helle Freude. Freundlich, wie Roswitha ist, beantwortete sie ihm alle nur möglichen Fragen. Er schüttete ihr dafür seine russische Seele aus. Aber wir hatten Glück, dieser erste Fahrer war eine russische Seele von Mensch. Wir waren gegen 18:00 Uhr in NY gelandet, gegen 20:00 Uhr sassen wir im Taxi zu unserem Hotel. Angekommen im Milford Plaza konnte man sich leider an keinen Anruf vom Flughafen erinnern. Pieter, nein keine Reservierung. Neues Taxi, keine russische Seele, aber ernsthaft bemüht, uns los zu werden. Falsche Strasse, falsche Hausnr. ...

Nach 3 weiteren Hotels und einem weiteren Taxifahrer, abzüglich eines sehr schönen schwarzen Pashimaschals (von Anette), fuhren wir wieder zum ersten Hotel. SCHICHTWECHSEL. Was glaubt man wohl, was das ausmacht. Pieter hatten sie immer noch nicht, aber PETER. Das heißt, wir bekamen endlich ein Bett, immerhin war es schon gegen 1:00 Uhr nachts. Bis dahin hatten wir 3 Taxifahrer und 5 Portiers kennen gelernt (darunter außerdem Taxifahrer mit sehr, sehr falscher Seele). Auch wollte man uns sofort wecken, wenn unsere Koffer kommen. Also musste einer halbwegs angezogen in "Habacht" Stellung sein, was nach so einem Tag nicht ganz einfach war. Telefon: Madame Ihr Koffer ist da! Wir waren 3 Madame, ein Koffer reichte uns nicht. In rasender Geschwindigkeit waren wir alle 3 am Empfang, gespannt darauf wer die Glückliche mit Koffer war. Leider umsonst, der Koffer gehörte keinem von uns. Man muss uns angesehen haben, dass wir nicht so gut drauf waren. Der Portier bot uns an, erst mal zu schlafen, MORGEN IST EIN NEUER TAG. Gott sei Dank. Nichts und niemand hätte uns diese Stadt vergraulen können. Nachdem wir gut geschlafen hatten, erreichte uns auch schon ein Anruf der Rezeption: "wir bringen sofort ihre Koffer hoch".

An diesem Tag zeigte sich NY einfach von seiner schönsten Seite, aber das hatten wir ja wohl verdient! Wenn 2 gestandene Damen mit einer 17-jährigen "on Tour" gehen, kann man was erleben. Laufschuhe, Wanderschuhe, nein nicht einmal Turnschuhe einer Edelmarke waren gut genug für diese Stadt. -

Dann sieht ja jeder sofort, dass ich ein Touri bin. Diese Einstellung änderte sich schlagartig, als wir bei Macy's alle 9 Stockwerke besichtigt hatten. Immerhin ist dieses Kaufhaus berühmt für seine großartigen Dekorationen, besonders mit Blumen und Pflanzen. Man kann wirklich nur staunen über die Ideen, die dort verwirklicht werden. Diese Besichtigungstour lohnt sich auch, wenn man nichts kauft. Kerstin hat festgestellt: unser komplettes Dorf lässt sich locker bei Macy's einbürgern. Ich kann nicht mehr sagen ob wir etwas gekauft haben oder nicht, aber ich weis genau dass wir RIESENHUNGER hatten.

Durch Zufall entdeckten wir eine ganz kleine Pizzeria (für 17 Jahre immer optimal), nix wie hin. An unserem ersten Tag hat NY uns verwöhnt, wir haben selten eine größere und bessere Pizza gegessen. Wie gesagt, diese Pizzeria ist schräg gegenüber hinter einem kleinen Park. (Die Bezeichnung Park ist übertrieben). Nun ja, man war ja auch in NY zum Kaufen, die Füße tun weh, (auch mit 17) also brauchst du neue Schuhe. Solche Argumente sind die besten Ausreden, wenn 2 Leute gerne einkaufen und der Dritte möglichst wenig von Geschäften sehen will. Kerstin meinte gegen Mittag: "wir haben das New Yorker Leben schon voll drauf" - niemand geht bei grün über die Strasse und du darfst dir von niemandem etwas gefallen lassen.

Wir kauften Turnschuhe und liefen weiter, weiter, weiter. Wann wir wieder im Hotel waren (man kannte uns schon) weiß ich nicht mehr, wir waren allerdings kurz davor, ins Koma zu fallen. Fräulein Nichte zuerst. Roswitha und ich machten so unsere Witze, von wegen: in dem Alter braucht man 10 Stunden Schlaf. Da hatte die Krabbe sich innerhalb von 2 Stunden schlafen erholt und fragte: "was machen wir jetzt." In unserem Alter 47/53 gibt man sich ja fit. "Wir gehen ins Kino". Kerstin hat uns am nächsten Tag die schönsten Stellen von Erin Brockovich erzählt. Julia Roberts wird mir hoffentlich verzeihen, ich sehe mir den Film noch mal in deutsch auf Video an, gemütlich auf meinem heimischen Sofa. Leider spreche ich noch kein englisch (bin aber jetzt in der VHS) aber daran lag es nicht, dass ich von dem Film nichts mehr mitbekommen habe.

New York hat uns leider nur am ersten und am letzten Tag verwöhnt, jedenfalls was das Wetter angeht. Ab dem 2. Tag geriet unsere tolle Planung ins Trudeln. Wir hatten vorgesehen: bei Regen MUSEUM. Laut Plan hätten wir uns dann 6 oder 7 Tage im Museum aufhalten müssen. Damit wäre Kerstin 100%ig nicht einverstanden gewesen. Roswitha und ich hätten das recht gut geschafft. An den Warteschlangen am Eingang konnte man erkennen, dass halb Manhattan die gleiche Planung hatte. Ich kenne kein deutsches Museum, das so hervorragend ausgestattet und organisiert ist, wie fast jedes New Yorker. Im Naturhistorischen Museum könnte ich mich locker einige Tage aufhalten, obwohl ich kein "Museumsgänger" bin. Dort ist alles so naturgetreu und liebevoll erhalten oder nachgebaut, man weiß am Ende nicht, ob es ein Original ist oder nicht. Wenn man in den Eingangsbereich kommt und die Gruppe der Elefanten sieht, fallen einem alle Spielfilme ein, die man jemals in oder über NY gesehen hat. Die Elefantengruppe ist für mich einer der schönsten Dinge, die ich kenne. OK, es war mein 2. Besuch in NY, als ich die Viecher gesehen habe, fühlte ich mich Zuhause. Wer mich kennt, kann das nicht glauben.

Im Naturhistorischen Museum befindet sich auch das Hayden Planetarium, wo die Entstehung der Erde und der Sternenhimmel gezeigt werden. YOUR PASSPORT TO THE UNIVERSE. Das hört sich blöd an, man kann es auch nicht so recht erklären. Seit dem 19. Februar 2000 wird dort mit neuester Zeisstechnik der Sternenhimmel aufgezeigt. Diese Vorführung zeigt eine 99 % Nachbildung der realen Sterne. Genauer geht es nur noch im Original. Also: Hingehen und GUCKEN.

Bei soviel Regen waren wir natürlich auch im Museum "City of New York", davon waren wir allerdings etwas enttäuscht. Das Gebäude selbst ist sehr schön, die Ausstellung ist allerdings nicht besonders interessant. Wir hatten nicht bedacht, dass NY ja eigentlich eine recht junge Stadt ist. Zwischendurch gab es natürlich immer wieder mal "Trockenzeiten", die von uns sofort ausgenutzt wurden. Kleidungsmäßig waren wir etwas benachteiligt, Roswitha hatte uns aufgeklärt: New York liegt auf dem Breitengrad von Neapel = warm. Ha, ha, ha. Trotzdem hatten wir vorsichtshalber etwas Warmes dabei, - nichts gegen Roswithas Geografiekenntnisse. Unser Hotel lag nur ca. 10 Minuten (gemütlich natürlich) vom Rockefeller Center entfernt. Es war ein tolles Gefühl dort anzukommen, die Fahnen, die Leute, die Musik, die EISBAHN. Das ist auch etwas was ich nicht verstehen kann, in allen Reiseberichten heißt es: die Eisbahn ist sehr klein, aber schön. Sie müssen die Bahn mal mit Schlittschuhen erobern, dann merkt man erst, wie toll die ist. Roswitha und Kerstin haben sich auf der Eisbahn ausgetobt, über 2 Stunden. Roswitha mit blauen Flecken, Kerstin ohne. Ich hatte Glück, ich durfte Filmen. Allerdings wurde auf Video festgehalten: "sollte Hannemie wieder nach NY kommen, muss sie hier Eislaufen - und das mache ich." Es versteht sich von selbst, dass wir an diesem Abend alle gut geschlafen haben.

Selbstverständlich haben wir auch alle offiziellen Sehenswürdigkeiten besucht. Auf dem Empire State Building hatten wir Schneeregen, im World Trade Center haben wir in Turm 1 gegessen, mitten in den dicksten Wolken. Es war trotzdem herrlich. (auch herrlich teuer). Unser Essen im WTC hatten wir schon von Deutschland aus vorbereitet. Wir sollten diesen Termin dann aus NY bestätigen, haben wir schlicht vergessen. Irgendwann klingelte unser Telefon, es wurde nachgefragt, ob wir bei diesem Termin bleiben: NATÜRLICH. Und es hat sich gelohnt.

Zum Standardprogramm gehört sicherlich auch die Stadtrundfahrt und die Tour mit der Circle Line: wurde durchgeführt, muss einfach sein und ist auch sehr schön.

Zu unserer Planung gehörte auch Grand Central Station. Wir sind bestimmt 2 Stunden in diesem "Bahnhof" rumgelaufen, staunend wie kleine Kinder. Grand Central ist mit nichts in Deutschland zu vergleichen, man sollte es sich einfach ansehen und genießen. Eigentlich waren auch die UNO und die Börse noch vorgesehen, aber leider nicht mehr geschafft. Bei unseren Wanderungen hatten wir noch Zeit, um im Hard Rock Cafe einzukehren. Dort hatten wir Gelegenheit, den besten "Burger" in NY zu kriegen, aber wirklich. Ich kann nicht sagen warum dieses Cafe in vielen Reiseführern nur für die Jugend angepriesen wird. Roswitha und ich fühlten uns dort recht wohl, Kerstin hatte natürlich ein Heimspiel.

Fräulein Nichte musste natürlich auch in die Disco. Tante Hannemie hatte den Eltern versprochen: wir gehen überall alle zusammen hin, wo einer hingeht, wollen alle hin. Demzufolge wollten Tante Hannemie und Roswitha jetzt in die Disco. Trotz aller Argumente, Hindernissen, Stolpersteinen: die Disco war ein Muss. Roswitha und ich wurden aufgeklärt: in die Disco geht man erst ab 24:00 Uhr. Nun ist dies eine Zeit, die ich normalerweise nicht außerhalb meiner 4 Wände verbringe. Versprochen ist versprochen. Die Disco heißt "Exit" und lag am anderen Ende der Stadt. Hinterhältig bestand ich darauf, kein Taxi zu nehmen, nein alles zu Fuß.

Keine Chance, wir standen vor der Disco in einer Schlange deren Ende wir nicht mehr sehen konnten. Roswitha und mir wäre vermutlich der Eintritt verweigert worden oder man hätte nach unserer Polizeimarke gefragt. Nicht so mit Fräulein Nichte Sie wurde erblickt, samt Anhang aus der Schlange gewunken, und sofort eingelassen. Kerstin fand das einfach besonders nett. In Deutschland wurde gesagt: unter 21 bekommst du keinen Alkohol und darfst in keine Disco. Das war für Kerstin schon Ansporn genug. Und Roswitha und ich ... nun, wir kamen jedenfalls ohne Bodycheck durch die Kontrolle. Die Herren mussten sich bis auf die Socken und die Unterwäsche ausziehen. Vor diesem Besuch hatte ich schon kein Discofieber, der Eintrittspreis von 25,- Euro hätte mich aber normalerweise sofort in die Flucht geschlagen. Auf jeden Fall war dies mein erster und letzter Besuch einer amerikanischen Techno-Disco, was aber weniger mit den Preisen zu tun hat. Getränke gab es auch, allerdings waren die, außer für die Jugend, unbezahlbar und undefinierbar.

Man erholt sich von allem, auch von der Disco. Roswitha und ich geben heute kräftig damit an, dort gewesen zu sein. Trump Tower und Tiffany, MTV, Bloomingdale, Chrysler Building, alles gesehen und für gut befunden. Kerstins Lieblingsplatz war der Times Square, dort hätten wir sie abgeben können, wie Roswitha und mich im Museum. Es gibt dort ein Gästezentrum von dem man Mails schicken kann, selbstverständlich mit Foto. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Kerstin geschickt hat. Wir sind mindestens 8 großes Avenues rauf oder runter gegangen, Taxis haben wir nur bei zu starkem Regen oder sehr schmerzhaften Füßen genommen. Dank Roswitha, sie hatte uns vor Beginn der Reise mit "Murmelfett" eingedeckt. Keine Reise mehr ohne Murmelfett kann ich nur sagen. Bis zu dieser Reise kannte ich auch kein Murmelfett, also: Hirschtalg, als Roller, hilft wirklich bei brennenden Füßen.

Jetzt hätte ich fast den Central Park vergessen. Dort muss man nicht mehr an die Hektik der Stadt und den Lärm denken. Es ist wunderschön, dort zu gehen, alte Bäume, Eichhörnchen, Kinder, Erwachsene, Kutschen, die kleinen Brücken. Unter einer Brücke lag noch ein Schlafsack, den hätten wir aber wohl nur am ersten Abend in NY geklaut.

Aber nicht alles in NY ist schön. Selbstverständlich wollten wir auch wissen wo die Kennedys ihre Messen besucht haben. Saint Patrick Cathedrale! Wer Königswinter kennt, kann sich in etwa den Rummel vorstellen, der dort herrscht. Dieses Haus erinnert einen an alles, aber nicht an eine Kirche. Die New Yorker scheinen übrigens ein etwas gestörtes Verhältnis zu Kirchen zu haben. Wir haben versucht in mindestens 5-6 Kirchen zu kommen, alle waren abgeschlossen.

An unserem letzten Tag fielen uns Polizisten ohne Ende auf, wir dachten zuerst, es gäbe ein Mafiatreffen. Kannten aber keinen deutschen Politiker, der zurzeit in NY war. Also haben wir einfach mal gefragt, was los ist. Von der Polizei bekamen wir die Auskunft: Der Präsident kommt. Die Freundlichkeit, mit der die Cops in NY die Leute/Touristen behandeln, wenn sie wohl nicht gerade mit Pistolen rumlaufen, sollte auch in Deutschland Mode werden.

Eigentlich hatten wir einen Tagestrip nach Washington geplant, leider müssen wir den auf die nächste oder übernächste Reise nach NY verschieben. Aber Mr. Präsident muss ja wohl von uns gehört haben, er kam an unserem letzen Tag nach NY. Wir warteten auch ca. 3 - 4 Stunden. Normalerweise warten wir solange auf keinen Mann. Einen Teil der Wartezeit verkürzten wir uns mit Kaffee, mit dem teuersten Kaffee, den ich je getrunken habe. Die müssen gedacht haben. Wir wären mit Clintons verwandt. Ca. 30 Dollar für 3 Kaffee und 2 Teilchen. Mit anderen Worten, als Touri sollte man manchmal besser aufpassen. Dann kam der Knaller, wir haben außer den Motorrädern und den Autos leider nichts gesehen. Trotzdem hat die Warterei Spaß gemacht. Wir waren nicht die Einzigen, die am Sheraton standen. In diesen Momenten scheint sogar der New Yorker Berufshektiker Zeit zu haben.

Da am letzten Tag wieder die Sonne schien, wollten wir auch noch einmal auf den Aussichtsturm des WTC, weil nur mit Nebel war uns doch etwas wenig. Also Taxi und ab ans andere Ende von NY.

Nach zehn Tagen NY hast du die Nase voll, von Lärm, der im 19 Stock genauso gut zu hören ist, wie auf der Strasse, von dem Gestank, von dem Gewühl, von den Geschäften, eigentlich von allem. Es kann einfach nichts Schöneres geben, als das eigene Bett.

Du bist Zuhause, hast gut in Deinem Bett geschlafen, gegessen, alle Mitbringsel verteilt (Tiffany ist immer sehr beliebt), dann packt Dich die Neugier und du klickst im Internet auf die Bilder der Live Cam am Times Square. Vermutlich muss ich im November 2001 noch mal hin, mit Roswitha, leider ohne Fräulein Nichte.

Nachtrag: Nun, aus dem November 2001 ist nichts geworden. Aber für November/Dezember 2002 ist unser Appartement fest gebucht.... endlich mal Leben wie echte New Yorker!
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© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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