New York Reiseführer - NYC-Guide.de | Nur 28 Dollar | Samstag, 20.01.2001

Nur 28 Dollar

Samstag, 20.01.2001


von Frank Bauer

Denkmal an der Christopher StreetStehe heute früh um 7.30 Uhr auf. Nachts hat irgendwer das Fenster aufgemacht. Es war saukalt ! Die Duschen sind noch leer, so kann ich mich gemütlich fertig machen. Die JH ist mit allem ausgestattet, Waschküche, Internetanschlüsse gibt es, Fernsehraum, neben einer Selbstversorgerküche auch eine Art Frühstückskantine im Keller, einen Imbiss und einen Souvenirshop im Erdgeschoss. Das recht teure Frühstück nehme ich vor dem Fernseher ein, will die  Wettervorhersage sehen. Trübe heute, weil 1. nieselt es, 2. wird Bush jun. heute als Präsi vereidigt. Morgen soll es aber besser werden - mit dem Wetter.

Bis 10.00 Uhr habe ich noch Zeit, schreibe noch ein paar Postkarten.

Mein BIG APPLE GREETER Fidelino Lim erwartet mich dann wie vereinbart um 10.00 Uhr in der Lobby der JH.

BIG APPLE GREETER ist eine gemeinnützige Organisation, deren Zielsetzung die Verbesserung des weltweiten Ansehens von New York ist. Sie bietet kostenlose Stadtführungen mit ortskundigen Einheimischen an. Alle "Greeter" arbeiten ehrenamtlich und es werden Führungen in nahezu alle Sprachen angeboten. Diese Führungen sind fast noch ein Geheimtipp, denn die Guides lieben ihre Stadt und kennen Läden, Restaurants und Plätze, die ein Fremder nie finden würde.

Big Apple Greeter, 1 Center Street, Room 2035, New York, NY 10007,
Tel.: 001 – 212 – 669 – 8270, eMail: information@bigapplegreeter.org

Feuerleitern in SoHo Wir fahren mit der Linie 9 runter bis zur Christopher Street und starten unseren Rundgang dann auch in GREENWICH VILLAGE – verwinkelte Gässchen, efeubewachsene kleine Reihenhäuser, Hinterhöfchen – auch das gibt's in Manhattan. Hier gibt es auch eine verhältnismäßig große Dichte an Pubs und Cafés. Weiter geht es über den Washington Square Park durch SoHo ("South of Houston Street", hat nichts mit gleichnamigem in London zu tun), ein überschaubares Viertel, keines, in dem man von einem touristischen Muss zum nächsten eilt. In SoHo bummeln wir durch Strassen, an denen alte Lagerhäuser mit unzähligen Feuerleitern zu Galerien umfunktioniert wurden – SoHo ist Zentrum der Kunst.

The New York Earth Room 1.000 Schubkarren Dreck im 3. Stock!Fidel zeigt mir einige Galerien und wirklich sehenswerte Kunstwerke wie "The New York Earth Room" (141 Wooster Street) und "The Broken Kilometer" (393 West Broadway). Die Gegend westlich des Broadway zwischen West Houston Street und Canal Street ist als "SoHo Cast Iron Historic District" unter Denkmalschutz gestellt, wegen der gusseisernen Fassaden aus dem 19. Jahrhundert.

Wir gehen Richtung Little Italy, besuchen auf dem Weg noch einen dieser üppigen Feinkost Supermärkte von Dean & Deluca, prall gefüllt mit Obst, Gemüse, frischen Fleisch und Fischdelikatessen, muss man auch gesehen haben. Little Italy besteht eigentlich nur noch aus einer Straße, der Mulberry Street. Die Asiaten in Chinatown haben die Italiener bis auf diese eine Strasse zurückgedrängt. In Chinatown sollte man sich auch einen der asiatischen Supermärkte anschauen und diese Vielfalt und das Chaos auf sich wirken lassen! Essen tun wir auf der Mottstreet in einem großen Restaurant à là "DIM SUM" – man setzt sich an einen Tisch und die verschiedensten asiatischen Speisen werden auf Wagen vorbeigeschoben und man nimmt das, worauf man Lust hat.

New Year's Day in Chinatown Supermarket in ChinatownFidel zeigt mir am Nachmittag noch die City Hall, das Woolworth-Building gleich gegenüber, die Trinity Church und die Wall Street. Vor dem World Trade Center - es ist jetzt 16.00 Uhr - geht unsere gemeinsame Tour zu Ende. War gut, sich am ersten Tag begleiten zu lassen, so hat man schon einen guten Eindruck von New York bekommen und läuft nicht planlos durch die Stadt. Vom WTC aus gehe ich noch eine Runde durch den Battery Park an der Südspitze Manhattans, dann mache ich mich auf den Weg zurück zur JH.

Ich steige aber zunächst an der 72nd Street am Broadway aus der Bahn, um gleich hier bei "GRAY'S PAPAYA" noch 2 Hotdogs zu essen. Vielfach ausgezeichnet, unter anderem von den "New York Times", sollen diese die besten Hotdogs in ganz New York sein – und zudem mit 75 ¢ auch die günstigsten. In diesem kleinen Imbiss waren übrigens Meg Ryan und Tom Hanks in "E-mail für dich" zu Gast.

Wall StreetZurück in der JH haben Philipp und Samir schon Pläne für den Abend geschmiedet. Zusammen mit Miguel sowie Ingrid aus Perth, Aline aus Rio und Raul aus Novo Hamburgo (Bras.) gehen wir in einen Pub am Broadway, Ecke 108th Street. Pitcher Miller GD mit 7 $ recht günstig. Interessant, dass Aline schon 2 Wochen in der JH wohnt und hier eine billige Wohnung sucht, sie studiert Filmwissenschaften und hat ein Stipendium in NY bekommen. Samir ist in Paris Amateursänger und Model und versucht hier entsprechende Kontakte zu knüpfen. Gegen 23 Uhr fängt es heftigst an zu schneien und Ingrid ist ganz aus dem Häuschen – sie sieht zum ersten Mal Schnee! Gegen 2.00 Uhr waten wir durch den Schnee zur JH.

Tipp: Nachts sollte spätestens an der 110th Street Schluss sein mit spazierengehen. Es habe sich zwar sehr gebessert in Harlem, jedoch kann die reine Anwesenheit hier nachts schon als Provokation angesehen werden!

© 2000-2018 by Marion Reichwein & Thomas Reichwein
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