New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Hochzeit in Manhattan | 3. Teil

Hochzeit in Manhattan

3. Teil

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von Dirk Beckers

Dienstag früh, Abfahrt vom Hotel zur City Hall. Unterwegs Treffen mit der Fotografin, die mit ihrem Assistenten kam. Nun hatten wir also gleich 2 Fotografen und 2 Trauzeugen. Der Metalldetektor war mittlerweile repariert oder ganz kaputt - diesmal war ich jedenfalls nicht Opfer seines Alarms. Abgeben der Money-Order für die "Ceremony" und im Wartezimmer Platz nehmen. Heute früh war wenigstens nicht so ein Andrang.

Die Trauungszeremonie war kurz, aber schön und schmerzlos. Verstanden haben wir beide nichts von dem, wozu wir "Yes" gesagt haben: die Standesbeamtin (oder war's 'ne Friedensrichterin?) sprach mit extremen Spanisch-Akzent! Wenigstens hat sie uns im entscheidenden Augenblick leicht zugenickt, so konnte also kaum was schiefgehen.

Anschließend begann die Fotosession: vor der City Hall und auf Brooklyn Bridge. Man hat ja sowieso einen der besten Views von der Brücke, aber als Hintergrund für Hochzeitsfotos ist es schlicht traumhaft! An den seltsamen Blicken der Passanten darf man sich nicht stören, die glauben angesichts der "Verkleidung" wahrscheinlich, dass es sich um Aufnahmen für ein Modemagazin handelt...

Mit drei vollen Filmrollen ging's dann zurück ins Hotel. Schräg gegenüber wollte ich die Fotos schnell entwickeln lassen und das beste Foto scannen und per eMail nach Deutschland zur Beglückung der Familie schicken. Leider bin ich am simplen Vorgang des Scannens gescheitert: das System war kaputt. Mitten in Manhattan und Scannen nicht möglich! Naja.

Um 13 Uhr holte uns der Fahrer mit der weißen Stretch-Limousine vor dem Hotel ab. Das hatten wir uns immer gewünscht: einmal in einer dieser irre-langen und protzigen Limos durch Manhattan! Es macht ziemlichen Spaß, der Service ist optimal (Gotham-Limosines) und mit Champagner an Bord so herrlich dekadent. Unser Fahrer bewies außerdem noch seine Fähigkeiten als Touristenführer und zeigte uns ein paar schöne Ecken in Spanish-Harlem und Brooklyn.

Für diejenigen, die jetzt Übles argwöhnen: nein, er hatte die Trennscheibe die ganze Zeit unten und uns berichtet! Vorgezogene "Hochzeitsnacht" in der Limo war also nicht drin...

Nach knapp 4 Stunden und einer Flasche Champagner ging's zum letzten Boxenstop wieder ins Hotel. Ein paar Telefonate mit der Heimat und ab mit der Limo zum Abschluss des Tages: Bootsfahrt um die Halbinsel mit Dinner.

Diese Tour ist für einen schönen Abend wirklich zu empfehlen! Das Essen ist, gemessen an amerikanischen Verhältnissen, sehr gut. Und die Aussicht an Deck nach Einbruch der Dunkelheit einfach genial! Ein schöner, roter Sonnenuntergang hinter der Freiheitsstatue und das Lichtermeer von Wallstreet. Leider mußte das Schiff kurz hinter der Brooklyn Bridge wieder umkehren, da Billy-Boy Clinton und die gesamte UNO in der Stadt weilten: der East River war weiträumig abgesperrt.

Nach Rückkehr und Verlassen des Schiffes wurde es nochmal ungemütlich: man befindet sich nachts um 22 Uhr in Abendgarderobe an den Kais der 10. Avenue und weit und breit kein Taxi! Etwas mulmig wird einem da schon, also wer's nachmachen will: Taxi oder Limo für 22 Uhr an den Pier bestellen, sonst kann's echt gefährlich werden!

Über den weiteren Verlauf des Abends im Hotel hüllt der Gentleman natürlich den Mantel des Schweigens mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen...

Zusammengefasst: chaotisch und anstrengend war sie, unsere Hochzeit in Manhattan. Aber sie ist auch ein einmaliges und unvergeßliches Ereignis! Wer's also ein bischen abseits der normalen Konventionen will: "traut" euch in New York City!

Zur Anerkennung der Urkunde in Deutschland gibt es folgende Neuerung: laut einem Rundschreiben dürfen die deutschen Standesbeamten amerikanische Heiratsurkunden auch OHNE Apostille anerkennen, wenn die Urkunde von einer offiziellen amerikanischen Behörde ausgestellt wurde. Da wir ganz offiziell im Rathaus geheiratet haben, war dies kein Problem. Wer sich also den "Run auf die Apostille" sparen will, sollte vorher bei seinem zuständigen Standesamt nachfragen. Allerdings wird's dann nichts mit der pinkfarbenen Wedding-Chapel in Las Vegas...

Aufgrund des derzeitigen Dollarkurses von 2,30 DM - der EG und ihrer Mißgeburt EURO sei Dank - ist ein Trip nach Manhattan derzeit leider unverschämt teuer! Da man z. B. rund 3-5 Dollar für eine Cola oder ein Bier bezahlt, habe ich viele 12-Marks-Biere getrunken... Auch der Einkauf von Computerteilen, Kameras oder Uhren ist uninteressant da nach Umrechnung viel zu teuer. Genug "Taschengeld" einplanen - es geht weg wie Schnee im Frühjahr.

Iris und Dirk Beckers aus Aachen
married on September 5th, 2000, New York City, NY


Wer noch Fragen hat oder Tipps braucht, kann mich gerne per Mail kontaktieren.
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