New York City Reiseführer - NYC-Guide.de | Shopping-Queen und ihr Lehrling | 1. Tag - Anreise
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Shopping-Queen und ihr Lehrling

28.05.06, 1. Tag - Anreise


von Beate Nau

Wir starteten unsere Reise gegen 6:30 Uhr von unseren Heimatflughäfen Stuttgart und Bremen und wollten uns dann in Amsterdam treffen. Mit ein wenig Verspätung traf Ariane dann auch ein - ich hatte bereits in dieser Zeit alle NYer-Mitbringsel-Aufträge im Duty-Free erfüllt. Es wurde Zeit zu unserem Terminal zu wandern, der in ca. 24 km Entfernung (es ist unglaublich, was dieser Flughafen an Quadratkilometern groß ist) mit einer mind. 50 km langen Schlange von Menschen erreicht wurde. Wir nahmen zunächst einmal Platz, um schon mal abzuchecken, wie viele Kinder mit genervten Eltern denn zusteigen würden ;-) Es hielt sich in Grenzen. Nach einer halben Stunde Wartezeit dann ab ins "Vorrundenspiel" und endlich nach einer dreiviertel Stunde in die Maschine.

Ariane ist ein kleiner Spielworkalholic. Das muss alles funzen. Film ist nicht sooo wichtig. Oh je, dachte ich, das hat auch schon mal nicht geklappt vor Jahren. Gott sei Dank, die Spielekonsole war einsatzbereit, der iPod im Ohr, es konnte losgehen. Wir hatten 24h vorher online eingecheckt, konnten uns über unsere Plätze nicht beklagen und Beinfreiheit ist bei jeweils 1,28 und 1,20 Beinlänge eh kaum möglich. Kinder hatten wir 3 in unserer näheren Umgebung. Wie immer waren eher die Eltern als die Kinder das Problem. Wir nahmen es gelassen, zumal wir bereits nach 4 Stunden Flug 2 Flaschen Rotwein im Kopp hatten. Ich war so angedüdelt, ich hatte arge Schwierigkeiten, die Einreisekarten auszufüllen. Ariane ist für mich 2 x neue holen gegangen ;-)

Nach gut 7 Stunden Flug, 11:30 Uhr Ankunft in Newark. Es waren 26°C draußen auf der Gangway - hatten wir den falschen Flieger erwischt? War das die Maschine nach Mallorca? Nein, alles war gut, die Anzeigetafel am Kofferband zeigt uns die richtige Ankunft. Unsere Koffer kamen, kaum das wir an das Band heran traten und dann ab zur Immigration. Auch hier schien es super schnell zu gehen, dachten wir, doch der "Reihenzuweiser" hatte nicht alles im Griff. Die Mittagspause der Officer war auch noch nicht ganz beendet, so dass wir nach einer halben Stunde Anstehen am Zuge waren, d. h. ich war am Zug...

Der wirklich freundliche, gutaussehende, junge Mann fragte die Standardfragen nach dem Grund meines Besuches und ob alleinreisend. Ich beantwortete sie mit Blick direkt in the eyes. Dann schweifte mein Blick sekundenkurz zu Ariane, ich war unaufmerksam und bekam die nächste Frage in etwa so mit (die Grammatik dabei bitte übersehen):

Officer: "Are you going to work here?"
Beate aus voller Brust: "NO! Naturally not!"

Officer: "Ah..., are you married?"
Beate vorsichtig: "No I'm not."

Officer starr mich anblickend: "Mmmmmh... And who is going to pay your bills?"
Beate: ... (Sekundenbruchteile, die sich wie Jahre anfühlten, versuchte ich mich an die Eingangsfrage zu erinnern)... "Ah, do you mean whether I work in Germany?"

Officer kühl: "Yes."
Beate: "Naturally I'm working in Germany... for an insurance company."

Officer: "Which kind?"
Beate: "???" Wozu war das wichtig? "A health insurance company."

Officer: "Is that a good job?"
Beate: "???" Sollte ich ihm nun sagen, wie viel ich verdiente? Wohl kaum... "Yes it's a very good job!", ihm starr in die Augen blickend.

Officer: "OK, then... put your finger on the scanner"
Beate dankbar und ehrerbietig: "Of course!"

Ich war fix und fertig und nach diesen mindestens 10 Minuten konnte ich auch nur ein paar Schritte tun, um auch noch gleich vom nächsten Officer streng gebeten zu werden, doch bitte hinter die Absperrung zu treten und dort zu warten...

Ariane war natürlich in 5 Minuten fertig und kam fragend auf mich zu, was denn gewesen wäre; ich erzählte ihr alles und so konnte sie dann auch verstehen, warum der Officer keinen Smalltalk mit ihr anfangen wollte, obwohl sie doch so freundlich und präzise alles beantworten konnte. Es war jedenfalls überstanden und die Einreise konnte nun wirklich beginnen ;-)

SkylineAb Terminal-Ausgang nun weiter zum Bus (ein Linienbus, der auch mit Gepäck gut für den Transfer geeignet ist) in Richtung Jersey City bis Penn Station Newark. Dort eine "20 Trip-Karte" für $24 für den Path-Train gekauft und direkt eingestiegen; 4 Stationen bis "Exchange-Place" und "voila" standen wir um 14:00 Uhr vorm Hyatt Regency. Was für ein Ausblick auf die Skyline von Manhattan!!! Diesig zwar, aber doch deutlich zu erkennen!

ViewEinchecken ging leider noch nicht, da dies erst ab 16:00 Uhr möglich ist. Zumindest konnten wir aber schon Mal die Modalitäten wie: 2 Betten und "nettem" Blick klären.

So ging es zunächst auf Umgebungserkundungstour. Es war Sonntag und das Hyatt liegt direkt in einer Geschäftshausgegend, so dass nicht viel zu erkunden war. Wir entschlossen uns, die "Ligthtrail" zu nehmen, eine echte Straßenbahn, die in unmittelbarer Nähe zum Hotel abfährt und um den 2. Grund unserer Reise zu verwirklichen. Ziel war die "Newport Center Mall", eine nette Einkaufspassage auf 2 Ebenen mit Essen und Klamottenläden. Ariane, Verfechterin des Taco Bells, weihte mich in die "mexikanische Küche" ein. Es war gar köstlich!! Nach dieser Pause starteten wir dann durch. Wir... nein, ICH kaufte vor der "Queen of clothes" ohne vorheriges Absprechen das erste textile Teil! Dies muss hervorgehoben werden, so war es nämlich nicht geplant, hatte ich doch dazuzulernen, wie man das in NY macht! Ariane ging leer aus. Sie lief sich erstmal warm.

ZimmerNach 2 Stunden nahmen wir dann also gestärkt gegen 16:00 Uhr die Bahn zurück zum Hotel. Nun war auch alles bestens, wir erhielten unsere Schlüssel, der Bellman die Order, in welches Zimmer und fuhren in den 1st floor. Zimmer war sehr schön, doch lag es direkt an der Promenade zum Pier-Ende des Hotels. Das hätte geheißen, die Gardinen wären immer geschlossen gewesen und mit dem "view" Essig. Also Ari und ich wieder runter an die Rezeption um zu tauschen. Wir riefen uns Marions 2 x erfolgreich getestete "Hyatt-Zimmer-Tausch-Aktion ins Gedächtnis, um dann freundlich, mit einer 5$ Note im Jackenärmel, die Aktion zum Erfolg zu führen. Was dann auch fast klappte. Höher ja, Blick noch schöner jedoch statt 2 Betten, nur noch eines. Ich fand es zunächst schade, das 2er Zimmer war etwas größer, doch letztendlich völlig ok! Es ist, wie ich jetzt sagen muss, einfach herrlich, ein großes Zimmer zu haben mit viel Platz auch im Bad!!! Die Aussicht jedenfalls war schon was Feines.

ZimmerWir richteten uns wohlig ein, machten uns noch Tee und Kaffee, wird alles im Zimmer bereitgestellt, um dann umgezogen und froh gelaunt New Jersey zu verlassen. Wir wollten in die 14th. Wir mussten zu "Trader's Joe", da wir noch einige Zutaten für Ari's "Perfect Noodle Salad" brauchten. Hier greife ich vor, doch es sei hier schon vermerkt: Ari hatte bereits 1kg Nudeln, 1 große und eine kleine Dose "Bonduelle" Erbsen und Wurzeln(!!!), und die hauseigene Gewürze von zuhause eingeführt! Warum? Wir hatten am Folgetag eine BBQ-Einladung bei Sascha auf dem Rooftop. Ich schrieb, glaube ich, noch nicht, dass wir uns für den BBQ-Tag vorgenommen hatten, über die Brooklyn Bridge (BB) zu laufen??!! OK, dazu kommen wir später.

Nach dem Resteinkauf der Lebensmittel, die bei Trader's nicht zu finden waren, musste Ari doch noch ein wenig weiter wandern; denn perfekter Nudelsalat heißt nicht immer "organic" ;-) , So machten wir uns auf für einen Spaziergang auf der 3rd Ave. runter in Richtung East Village. Für mich ja eine schöne Gegend. Nach einem knappen Stündchen Laufens, darbte uns ein Hüngerchen und unser Fokus richtete sich auf ein Plätzchen für warmes Essen mit draußen sitzen. Fanden wir auch: "Arround the clock", 9th at 3rd Ave. Ein nettes Lokal in rustikaler Art mit Außenterrasse und Plastikgestühl. Wir aßen Pasta und Steakbaguette mit Wein und Bier und genossen das laue Lüftchen. Unser erster Tag endete gegen 22:00 Uhr. Noch ein Blick aus dem Fenster und kurz vor Mitternacht fielen uns die Augen zu aber nicht ohne dem Empire State Building noch gute Nacht zu sagen.

© 2000-2010 by Marion Reichwein


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